|
DIE WELT 3. Januar 2009 Kurz und knapp
Schon sind wir Mund und Urne Von Ulrich Weinzierl Sein Name ist in die Literaturgeschichte eingegangen: Otto Basil (1901–1983) hat 1945 in Wien die kurzlebige Kulturzeitschrift «Plan» herausgegeben: Es war ein erster Versuch, die vom Dritten Reich verfolgten Autoren wieder zu Wort kommen zu lassen und den Blick auf die weite Welt mit ihren internationalen Kunstströmungen zu öffnen, gegen die sich Großdeutschland abgeschottet hatte. Literaturliebhaber schätzen seine Rowohltmonographien über Nestroy und Trakl. Doch abgesehen von einer umfangreichen Publikation des Österreichischen Literaturarchivs zu Basil editorischen Aktivitäten hat man sich seiner nicht mehr erinnert. Gänzlich vergessen ist der traditionsbewusste, bildungsgesättigte Lyriker Basil. Jetzt liegt eine kleine, verdienstvolle Auswahl samt einer schönen, präzisen Lebens- und Werksskizze von Christian Teissl vor. Auch Otto Basils Verse sind durchaus beachtlich – ob das apokalyptische Gedicht «Golgatha der Tiere» oder die Metapher «Die gute alte Zeit fletscht ihre Säbelzähne.» Otto Basil: Schon sind wir Mund und Urne. Ausgewählte Gedichte.
|
|
Bestellung via info@rimbaud.de
|