Marokkanische Welt

Sechs Fragen

an Bernhard Albers zur «Marokkanischen Welt» im Rimbaud Verlag:

? Sie sind ein deutscher Verlag, der sich nach einem französischen Dichter benannt hat. Welcher Hintergrund verbirgt sich hinter dieser Namensbezeichnung?

! Die Dichtung Arthur Rimbauds hat die deutsche Lyrik um 1900 maßgeblich beeinflusst und in die Moderne geführt. Ich habe diese Entwicklung in dem Band „rimbaud vivant“ dargelegt und gezeigt, wie viele Autoren, auch unseres Verlages, ihn rezipiert haben.

? Welche literarische Stilrichtung versucht Ihr Verlag vorrangig zu bedienen?

! Es geht hier weniger um den Verlag, sondern viel mehr um die Autoren, die sich nach Rimbaud um neue Sichtweisen bemühen, neue Wege beschreiten oder mindestens die interessanten.

? Zwei ihrer Stammautoren, Christoph Leisten und Reinhard Kiefer, haben Werke über Marokko geschrieben, von denen einige hernach ins Arabische übersetzt wurden. Mittlerweile haben Sie sogar als erster deutscher Verlag eine eigene Rubrik „Marokkanische Welt“. Woher kommt diese besondere Fokussierung auf Marokko?

! Beide Autoren bereisen Marokko schon seit 30 Jahren unabhängig voneinander. Persönlich kennen sie sich aber erst seit zwölf Jahren. Sie haben als Schriftsteller jahrelang Notizen über dieses Land geführt, Kiefer sogar dreißig Jahre ein Tagebuch, das in wenigen Monaten erscheinen wird.

? Planen Sie auch Werke marokkanischer Autoren den Deutschen zugänglich zu machen?

! Nein, denn das machen schon andere Verlage. Es geht mir darum, daß ein deutscher Autor seine Erlebnisse in Marokko literarisch verarbeitet und diese Literatur dann ins Marokkanische übersetzt wird und dort erscheint. Das ist eben das Besondere, so wie Mohammed Khallouk hier in Deutschland im Rimbaud Verlag sein Buch „In Deutschland angekommen“ veröffentlicht hat, das den Blick literarisch auf seine deutschen Erlebnisse, insbesondere mit der Stadt Marburg, richtet.

? Inwiefern, glauben Sie, kann Ihre Literatur dazu beitragen, die kulturelle Begegnung von Marokko und Deutschland zu fördern?

! Genau in diesem Sinne, dass der deutsche Schriftsteller auch das Land und die Leute wahrnimmt. Vor vielen Jahren habe ich von einem englischen Autor ein interessantes Tagebuch mit seinen Erfahrungen u.a. in Tanger veröffentlicht, die aber, genau besehen, völlig selbstbezogen bleiben. Erst als ich von Elias Canetti „Die Stimmen von Marrakesch“ las, wusste ich, wie ein deutscher Schriftsteller über Marokko schreiben müsste. Meine Korrespondenz mit Elias Canetti habe ich übrigens vor kurzem im Rimbaud Verlag veröffentlicht.

? Vor dem Ersten Weltkrieg haben deutsche Autoren wie Gerhard Rohlfs und Otto C. Artbauer Marokko bereist, lebendige Berichte über das Land verfasst und damit für Aufsehen gesorgt. Wie kann Ihr Verlag dazu beitragen, die damalige Begeisterung für Marokko im deutschen Sprachraum wieder zu erwecken?

! Christoph Leistens Buch über Marrakesch wurde schon vor Jahren in der FAZ euphorisch besprochen. Insbesondere von dem Tagebuch Reinhard Kiefers aus 30 Jahren Marokkoreisen erwarte ich einen ähnlichen Erfolg, weil es ein unnachahmliches Buch sein wird.

Bei Anfragen wenden Sie sich an unseren Ansprechpartner für die «Marokkanische Welt», Herrn Dr. Mohammed Khallouk.
Kontakt: mohammed.khallouk@yahoo.de

Autor:

Kiefer, Reinhard

Café Moka

Prosa
erschienen beim Toubkal Verlag, Casablanca 2013
128 S., brosch.

ISBN 978-9954-511-50-3

راينهارد كيفر
مقهى موكا
تأملات حول أكَادير
اتخذ راينهارد كيفر من مقهى موكا فضاء لامس من خلاله حقيقة الواقع المغربي عن قرب، وسبر أغوارمرجعيته الثقافية. أظهر قدرة فائقة على فك رموز هذه الثقافة ونقلها إلى قرائه من الألمان، ليحصل على مادة مكثفة وإيحاءات لا تنضب، وظفها في قالب غني ومبدع من الحكايات عن المغرب. يتضح جليا عبرهذا الكتاب، بأن المغرب بقدر ماهو بعيد فهو قريب من القيم الأخلاقية لأوروبا. لايعكس فقط الاهتمام المتبادل الثقافي والأدبي، بل يكشف المستور وينطق المسكوت في الثقافتين. لهذا يفتح الباب لجيل جديد من الكتاب والأدباء الألمان الذين يطرحون الثقافة المغربية في أبعاد جديدة للنقد والمساءلة، بعيدا عن العقلية الاستعمارية المتكبرة. جيل يقدر هذه الثقافة ويحترمها، ويمنحها بعدا عالميا يتجاوز الحدود.

Autor:

Kiefer, Reinhard

Die Goldene Düne

Marokkanisches Tagebuch
1983–2013
Eine Übersetzung ins Arabische ist in Vorbereitung.

Autor:

Kiefer, Reinhard

Gedichte durchziehen den Himmel

Ausgewählte Gedichte
übersetzt von Mohammad Khallouk
erschienen im Haus der Lyrik, Rabat 2015
65 S., brosch.

ISBN 978-9954-9459-8-8

Autor:

Kiefer, Reinhard

Marokkanische Geschichten

Prosa
erschienen beim Marsam Verlag, Rabat 2012
80 S., Klappenbrosch.

ISBN 978-9954-21-263-9

         

Autor:

Leisten, Christoph

Marrakesch, Djemaa el Fna

Prosa
erschienen beim Verlag al Masar, Beirut 2009
112 S., brosch.

ISBN 978-9948-15-205-7

كريستوف لايستن
مراكش ـ جامع لفنا
لم يكن المكان أول ما جلب انتباه كريستوف لايستن، بل الزمن في امتداده وبطئه ولانهائيته. فحيثما حل كاتبنا إلا وشعر بضغط هذا الزمن الذي لا يريد أن ينتهي، والذي يمعن في الاستمرار. إنه زمن آخر يقول كاتبنا، زمن كما لو أن الرض بعد تملك وقتا وكما لو أن الشياء تملك من الزمن ما لا ينتهي ولا ينضب. ليس البؤس ما يثيره، بل فقد هذه الديمومة من تشعره بالغربة. لكن هل لهذا الزمن من علاقة بالمكان، بجماع الفنا ، هذه السوق التي تعج بالأسرار والقصص؟ سؤال لم يطرحه لايستن بشكل مباشر، وإن ظل يراوده على طول صفحات الكتاب. إن الكتاب يدخل في باب االاثنولوجيا الشعرية، فهمو من جهة يبحث في جينالوجيا اسم جامع الفنا ومن جهة اخرى يرتبط ذلك لابحث ببحث الكاتب عن معنى للحياة، لأنه لا معنى للحياة خارج الزمن. وكما كتب لايستن:"وتقول الفنا، ما لا ينتهي. أريد أن اعرف معناه بالضبط. هل هو التدمير أهو العدم أهو الموت؟ الموت كشيء لا ينتهي؟ تسأل. لا، إذن أهو الجنة؟ الدائرة .. الله.. الحكاية..