Neuerscheinungen

Autor:

Barth, Emil

LTB 073 - Mohn

Gedichte aus dem Nachlaß
Mit 10 farbigen Abbildungen von Rolf Sackenheim
(Gesammelte Werke Bd. 7)
(Lyrik-Taschenbuch Nr. 73)
32 S., fadengeh. Brosch., 1993/2021

ISBN 978-3-89086-895-0

Mohn

Zungenrede aller Lust der Welt - : ich höre / Dringender täglich des Mohns Botschaft. / Der Blüte Karnat / Brennt dem Vergessen entgegen. / Leise steigt aus dem Feuer / Die Urne aus, / Wächst aus dem Liebesmohn / Der nachtblaue Schlaf, / Tieder denn alle / Träume.

1954/55

Autor:

Neumann, Peter Horst

LTB 107 - Vertrau dem Schatten

Nachgelassene Gedichte
Ausgewählt und zusammengestellt von Dagmar Nick
(Lyrik-Taschenbuch Nr. 107)
96 S., geb., 2010/2021

ISBN 978-3-89086-501-0

Für Astrid

auf ihr Steinbild 'Lichtbogen'
Vertrau dem Schatten, / er beweist das Licht, / und schreibe deinen Namen / in den Schnee.
Die Inschrift / ist das Gedächtnis.
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"Am 27. Juli [2009] starb in Nürnberg der aus Neiße in Schlesien gebürtige Germanist und Lyriker Peter Horst Neumann. Eine Auswahl seiner Gedichte ist jetzt im Rimbaud Verlag erschienen. Der Band bietet eine gute Gelegenheit, das Werk dieses stillen Meisters kennenzulernen."
DIE ZEIT  6.8.2009
                   

Autor:

Drozdowski, Georg

LTB 114 - Der Kranz auf das Grab einer Landschaft

Gedichte aus ‘Der Steinmetzgarten’
Herausgegeben und mit einem Nachwort von Angela Lohausen
(Lyrik-Taschenbuch Nr. 114)
(Bukowiner Literaturlandschaft Nr. 93)
34S., fadengeheftet mit Klappen, 2021

ISBN 978-3-89086-374-0

DER KRANZ (Auszug aus dem Gedicht)

An deinem Grab / eingesenkt meiner Seele, / Heimat, stehe ich nun, / neigend die Träne / deinem Gedächtnis.
Als ich dich ließ, / ließ dich mein Fuß. / Als ich dich mied, / mied dich mein Blick. / Als ich enteilt, / eilte mein Ohr ewigem Wort nach, / das mich lehrte / die Sprache.
Aber das Herz...
Aber das Herz, pocht es nicht so / wie des Spechtes Pochen im Buchwald / die Stille zerkleinernd? / Ruhloses Herz, / schäumt nicht dein Blut in den Bächen, / die über Felsbruch gratherniedergerollt? / Rauscht es nicht wie der Wälder / wiegender Laublaut / und wie Gelisp / goldgewichtiger Ähren?
[...]

Autor:

Verlaine, Paul

LTB 128 - Gedichte II

Zweisprachige Ausgabe französisch/deutsch
Übersetzt und mit einem Nachwort von Frank Stückemann.
(Lyrik-Taschenbuch Nr. 128)
Fadenheftung, Hardcover
631 S., 2021

ISBN 978-3-89086-320-7

Das Regelwerk der gebundenen Sprache ist in Frankreich nie aufgegeben, sondern weiterentwickelt und verfeinert worden; für Verlaine und die beginnende Moderne von entscheidender Wichtigkeit. Diesen Rezepten folgt vorliegende Neuübersetzung: Nach den Sammlungen bis Sagesse (Bd. 1) liegen nunmehr auch Jadis et Naguère, Amour und Parallèlement erstmals vollständig vor. Einige Titel und das Vorwort von Joris-Karl Huysmans aus dem Jahr 1904 erschienen vorab in Sinn und Form.

Romanische Forschungen sprach von einer bewundernswerten Übersetzungsleistung, die den Dichter beim Wort nehme und in dessen jeweiligem Sprachregister verbleibe: „Wohltuend schnörkellos, frisch und unverbraucht wirken diese Verse in der Diktion Stückemanns.
Er gerät nicht in die Versuchung, Verlaine seine eigene Tonart aufzuzwingen“ (S. Gramatzki). Auch Kritische Ausgabe (M. Preidel) würdigte die „Abkehr vom Herzschmerz“; die einen neuen Ton anschlage. Nach Lyrikgesellschaft (M. Ackermann) sei das Erfrischende, dass diese „musikalisch-übertragende, inhaltlich möglichst wortgetreue Näherung, soweit sie im Deutschen irgendwie möglich ist, […] am genauesten (auch in rhythmischer Hinsicht) das wiedergibt, was Verlaine schreibt.“ Die Revue Verlaine (B. Degott) zog den Vergleich zu Stefan George: „c’est ne pas faire injure au grand poète que de préférer la seconde version“ und reihte „cette poésie en vers qui ignore les frontiers de l’espace et du temps, d’abord qu’elle prend racine dans la tradition, ensuite et surtout parce qu’elle delivre […] absolument“ (ebd.) in die schmale Kategorie der poetologisch bedeutsamen Übersetzungen ein.

Autor:

Sanjosé, Àxel

LTB 129 - Das fünfte Nichts

Gedichte
(Lyrik-Taschenbuch Nr. 129)
64 S., Klappenbrosch., 2021

 

ISBN 978-3-89086-423-5

Sanjosés dritter Gedichtband ist wohl sein bislang persönlichster und zugleich hermetischster. Auf unterschiedliche Art versuchen die Gedichte, der Poesie beizukommen: über Konzept, Form und Klang, durch Erzählung, Verweigerung und Beschwörung dringen sie ins Grenzgebiet vor. »Verdeckt halten [sie] ihre Karten offen« – Michael Lentz’ Kommentar von vor siebzehn Jahren erweist sich als weitsichtig.
Zögen von hier die Schwäne / und mit ihnen ihre Nennungen alle, /
ihre weißen Gesamtheiten, / ihre Seelen, ihre Seme, ihre Vorstellung, / zwischen Krähe und Krähe / fütterten wir ihre Abwesenheit.

Autor:

Fichte, Hubert

RTB 112 - Das Experiment ist mein Lebenssinn

von Mario Fuhse

Über Hubert Fichte
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 112)
51 S., Klappenbrosch., 2021

ISBN 978-3-89086-452-5

Aus der Einleitung:

"Seine Entwicklung als Schriftsteller und die damit gekoppelte Entwicklung seiner Figuristik, wird anschließend im Text über die Figurennamen aufzeigen, wie eng das gesamte Œuvre miteinander verknüpft ist.Diese enge Verzahnung der Namen seiner langjährigen Hauptfigur Jäcki samt dessen Partnerin Irma weist einen ähnlich körperlich miteinander korrespondierenden Resonanzraum auf, dessen Analyse längst überfällig ist."

- Mario Fuhse, im Februar 2021

Inhalt:
1.»Das Experiment ist mein Lebenssinn«
- Resonanzraum: Schule – Hubert Fichte und die Olo

2.»Irma und Jäcki«

- Resonanzraum: Namen – Zur Metaphorik der Figurennamen im Werk Hubert Fichtes

Autor:

Mauritz, Hartwig

schwarze landschaft aus dem brillenetui nachts

Schon immer bewegten sich die Gedichte von Hartwig Mauritz in den unterschiedlichsten Wirklichkeitsbereichen, spannten Bögen zwischen Geografie und Geschichte, zwischen Sinnlichkeit und technischer Welt. Auf diese Weise hat Mauritz mit den Jahren zu einer ganz eigenen Sprache gefunden, die nicht nur subjektivste Erinnerungen an die Räume der Kindheit, sondern auch weit entfernte geografische und historische Momentaufnahmen lesbar macht als überraschende poetische Zugänge zu unserer Gegenwart. Der vorliegende Band vereinigt erstmalig eine Auswahl der frühen Gedichte des Autors.
hochauflösendes fernweh
nipkow teilt seine eltern in linien, zeilen, punkte, setzt licht / in den draht, baut weiter an morses apparat. dreißigzeilig / tastet sie die eltern ab, die drehende scheibe. weihnachten /
1883. die augenbrauen hoch aufgeschossen schneidet sie / vom gesicht. die nase, der mund, das kinn kippt, fällt ins bild / der empfänger zieht schatten in punkten heran. die eltern /
sitzen an der scheibe traurigen rändern kreisen die augen / werden von farben nicht satt. die eingabe, die ausgabe birgt / lücken im rhythmus laufen die achsen, die augen saugen/
den schattenriss an. portraits wachsen, verlöschen in nipkows / gesicht. ihr bestand verwirrt seinen blick. nipkow / kürzt entfernungen, wenn die scheibe seine iris fixiert.