Neuerscheinungen

Autor:

Silbermann, Edith

Begegnung mit Paul Celan

Erinnerung und Interpretation

(Bukowiner Literaturlandschaft Bd. 100)

88 S., geb., 3 Auflage 2020

ISBN 978-3-89086-884-4

Edith Silbermann, geboren in Czernowitz/Bukowina, starb 2008 in Düsseldorf. Sie ist unter anderem hervorgetreten als Übersetzerin des literarischen Werkes von Mircea Eliade. Seit ihrer Kindheit war sie mit Paul Celan befreundet. Der vorliegende Band enthält Erinnerungen an den 1970 verstorbenen Dichter sowie die Interpretation eines seiner Gedichte.  

Autor:

Albers, Bernhard

Der Celan-Mythos

Eine Collage

(Bukowiner Literaturlandschaft Bd. 99)
(Celan-Studien. Neue Folge. Bd. 6)
88 Seiten, 2020

ISBN 978-3-89086-323-8

Leben die Bücher bald? - Friedrich Hölderlin

"Die Landschaft, aus der ich zu Ihnen komme, dürfte den meisten von Ihnen unbekannt sein", erklärte Celan bei der Entgegenahme des Literaturpreises der Freien Hansestadt Bremen. "Es ist die Landschaft, in der ein nicht unbeträchtlicher Teil jener chassidischen Geschichten zu Hause war, die Martin Buber uns allen auf Deutsch wiedererzählt hat. Es war eine Gegend, in der Menschen und Bücher lebten."

Autor:

Burg, Josef

Ein Gesang über allen Gesängen (1988)

Faksimilierter Nachdruck der 1. Auflage 1988
St. Benno Verlag Leipzig

Mit einem Nachwort von Beate Petras

(Bukowiner Literaturlandschaft Bd. 97)
brosch., 183 S.; 2020

ISBN 978-3-89086-228-6

Josef Burg, geboren 1912 in der Bukowina, starb 2009 in seiner Heimatstadt. Er trat schon früh mit seinen in jiddischer Sprache verfassten Erzählungen hervor. Burgs Figuren bevölkern das weite aufgerissene Land zwischen Wien im Westen und Baby Yar im Osten, zwischen Vilnius im Norden und Bukarest im Süden, das Gebiet, in dem einst über zehn Millionen Menschen Jiddisch gesprochen haben. Seine Erzählungen geben auch angesichts des Verhängnisses den Kampf um Spielräume menschlicher Entscheidungsmöglichkeiten, um Nischen der Verständigung, so wenig auf, wie Burg selbst seine Muttersprache, in all ihrer Plastizität und zupackender Konkretheit, aufzugeben bereit ist.

Autor:

Schablewski, Frank

Ein Paar aus vier Menschenhälften

Istanbul ist der Ort einer Liebe, eines tödlichen Verbrechens. Hier lebt ein verheiratetes Paar auf unsicherem Grund, die Stadt selbst ist höchst erdbebengefährdet. Die Stadt und das Meer werden zum großen Sinnbild, als wäre der Schoß der Erde das Ziel der Geliebten. Der Mord des Mannes an seiner Frau führt die Triebhaftigkeit wie Schamlosigkeit einer Gesellschaft wie ihrer Justiz in all ihrer Gewalt und Schönheit vor, als wäre die Natur eine wahnsinnige Welt.

Der zuständige Richter wird den Ehemann freisprechen. Eine innere Wirklichkeit schiebt sich zwischen die äußere Wirklichkeit und das Handeln. Der Gegensatz zwischen Wasser und Stadt, Meerenge und Landzunge prägt nicht nur den Charakter der Stadt Istanbul, sondern auch ihrer Einwohner, als wäre der Mensch nichts anderes als ein Element: Feuer, Erde, Wasser, Luft.
Auf dem Grund des Bosporus findet die Ermordete keine Ruhe. Sie wird zu einem Geist, der das Unrecht weiter miterlebt. Niemand weiß, welches Wort das eine ergab, das zur Tat führte.

Autor:

von Rezzori, Gregor

Maghrebinische Geschichten

Auf der Rückseite eines Manuskriptes fand der Verlagslektor handgeschriebene Vorlagen für Stegreifgeschichten, die der Autor als Rundfunkredakteur im Nachtprogramm erzählt hatte: "Was da auf den Manuskripten steht, ist ja schön und gut. Aber das andere - das auf den mit Bleistift beschriebenen Rückseiten - warum machst du nicht daraus ein Buch?" Gegen Ende seines Lebens beklagt sich Rezzori: "Es ist nicht selten, dass der Name eines Autors an einem einzigen seiner Bücher kleben bleibt. Meiner klebt an den Maghrebinischen Geschichten."

Unbestritten wird in diesem Buch nach 1945 zum ersten Mal "vollkommen unbefangen das Wort Jude" verwendet. Rabbinergeschichten und Rabbinerwitze, Anekdoten, östliche Volksweisheiten werden mit Eulenspiegeleien verbunden: "Ich knetete das zusammen zur Berichterstattung aus einem imaginären Land, in welchem unsere abendländische Welt sich zu einem schlitzohrigen Orient spiegelt." "Das große ruhmreiche Maghrebinien" findet sich auf keiner Landkarte, denn es ist pure Phantasie. In welchem Land regierte das "Königshaus Karakriminalowitsch", steht die "Kathedrale Hagia Sophistia", wird ein "byzantinisches Raketengeschütz versteckt gehalten"?

Autor:

Photographien

Wilhelm Plüschow

mit 19 Photographien

32 S., 2020
Fadengeh., Klappenbroschur

ISBN 978-3-89086-292-7

Plüschows Fotos zeugen, bei genauer Betrachtung, von einer Auftragstätigkeit als Bildlieferant. „Als gewerblich tätiger Berufsfotograph war Plüschow im römischen „guida Monaci“ von 1901 bis 1909 verzeichnet.“. Neben  Porträtaufnahmen fertigte er vornehmlich Aktaufnahmen an.

Autor:

Rimbaud, Arthur

Seher-Briefe

(Werke Bd. 5)
Mit einem Nachwort von Bernhard Albers
32 Seiten, fadengeheftet, 2020

ISBN 978-3-89086-326-9

Autor:

von Rezzori, Gregor

Über dem Kliff

Eine Novelle
mit einem Essay von Michael Krüger

Die erste Auflage erschien 1991 bei C. Bertelsmann.

(Bukowiner Literaturlandschaft Bd. 81)
112 Seiten, 2021
fadengeh., Klappenbroschur

ISBN 978-3-89086-318-4

"Über dem Kliff" ist eine Kriminalgeschichte, kombiniert mit einer Satire auf die Künstlernovelle. Sehnsucht nach Isolation als Quelle schöpferischer Kraft, verstörte Sexualität und pseudointellektuelle Auseinandersetzung mit Kunstproblemen sowie die Projektion von Konflikten der eigenen Psyche in die Gottsuche werden schonungslos entblößt. Entstanden ist ein Text, der zum Besten gehört, was Gregor von Rezzori, im Ausland vielfach preisgekrönt, den Ruf eines der bedeutendsten Schriftsteller der Gegenwart eingetragen hat.

„Nun war dieser lässige und elegante Sprachkünstler, der ganz nebenbei seinen beissenden Spott über alles und jeden ausbreiten konnte, in der biederen deutschen Literaturgesellschaft tatsächlich schwer vorstellbar, zumal Grischa, wie sich später herausstellte, in Deutschland eine «Spur der Verwüstung» hinterlassen hatte: Sein Konto für Beleidigungen, Schulden und andere Kavaliersdelikte war heillos überzogen. Am Ende wusste nicht einmal er selber mehr zwischen Wahrheit und Fiktion zu unterscheiden: «Er liess sich bei Flunkereien ertappen, die tatsächlich darauf zielten, seiner Herkunftsgeschichte einen Glanz zu geben, der schwerlich Glaubwürdigkeit beanspruchen konnte», hat er später geschrieben.“

Michael Krüger