Arendt, Erich

(1903, Neuruppin – 1984, Wilhelmshorst)

 

Über  Erich Arendt

Erich Arendt wurde 1903 in Neuruppin geboren. Nach 1933 führte ihn das Exil zunächst in die Schweiz, später nach Spanien, Frankreich und Kolumbien. Im Sommer 1950 kehrte er nach Europa zurück und ließ sich in der DDR nieder. 1984 starb er in Wilhelmshorst.

Werkausgabe

Arendt, Erich

Ägäis

Der Gedichtband «Ägäis» erschien 1967 im Insel Verlag Leipzig. Arendt setzte das Erlebnis griechischer Inselwelt, die er in einem Bildband kulturhistorisch beschrieben und mit der Kamera eindrucksvoll festgehalten hat, in große poetische Visionen um. Er hat sechs Jahre an diesem Gedichtband gearbeitet. Hiermit liegt der erste Band der Edition des lyrischen Gesamtwerks Erich Arendts vor.

Arendt, Erich

Bergwindballade

Arendt, Erich

entgrenzen

Erich Arendt hat seinen letzten Gedichtband 1981, nur drei Jahre vor seinem Tod, entgrenzen genannt und man kann das Wort als die umfassende, große Metapher für sein Dasein und Dichten nehmen. Wort, Begriff, Vision, wie man nun will, Begrenzungen des Ortes, der Zeit und der Lebensumstände, günstige wie widrige, zu durchbrechen; Kreuzpunkte zu spüren, zu erkennen, andere Wege zu gehen als alle anderen, Gegebenes nicht hinzunehmen, nicht dieses verflixte Gebundensein auch an das einmal gefundene Wort, selbst den geglückten Vers entgrenzen.

Gerhard Wolf

Arendt, Erich

Feuerhalm

Arendt, Erich

Flug-Oden

«Der Wein macht mich froh. Ich meine, mein Blut kreisen zu spüren. Ich bin heiter. Ich bin geistreich. Ich lache. Ich parodiere. Mir ist eingefallen, wie ich Murnaus tödlichen Unfall zu Papier bringen will.»

Arendt, Erich

Gesang der sieben Inseln

Arendt, Erich

Memento und Bild

Erinnerung als Mahnung in den Vers, Erlebt-Erfahrenes ins Bild zu bringen, das besagt schon der sachlich-spröde Titel von diesem Gedichtband Erich Arendts, entstanden in den Jahren 1967 bis 1976. Arendt teilte sich schon von ersten Versentwürfen gern einem Adressaten mit, Zustimmung oder Zweifel herausfordernd, auf Einspruch geradezu erpicht, eigene Gewißheit oder Bedenken schon von Beginn an ins Gespräch, in Disput zu bringen, um das Gedicht zu der Gestalt voranzutreiben, die er gelten ließ – jedenfalls bis zum Zeitpunkt des Drucks.

Gerhard Wolf

Arendt, Erich

Menschen sind Worttiere

Anlässlich der 100. Wiederkehr seines Geburtstages
Kurt Tucholsky Gedenkstätte Schloss Rheinsberg
Bearbeitet von Peter Böthig
54 S., brosch., 2003

Bestellung nur über den Verlag

ISBN 978-3-930752-25-6
Weitere Informationen

Erich Arendt 1903–1984 · Texte und Bilder

Arendt, Erich

Tolú

Erich Arendts Gedichtzyklus «Tolú», zuerst veröffentlicht in seinem Band «Trug doch die Nacht den Albatros», Berlin 1951, der eine Bilanz seines Schaffens im Exil zieht, verzeichnet die Jahre von 1948 bis 1950 als Entstehungszeit der Gedichte. Ein Manuskript dazu liegt uns nicht vor. Sicher hatte er die meisten der Verse oder ihre Entwürfe im Gepäck, als er 1950 aus Kolumbien heimkehrte und in Ostberlin seinen Wohnsitz nahm, an den Wänden die Bilder des Malers Wiedemann, mit dem er in der Emigration in Bogotá befreundet war; Gemälde in den kräftigen, ausschweifenden Farben tropischer Urwaldlandschaft und ihrer Bewohner, «den leisen Indios der Höhen und den elementareren Negern der Stromtäler und Küstenstriche … die Sinne überwältigend … steht Tolú, das Fischer- und Reisbauerndorf an der Moroquillobucht, für den ganzen Tropenbereich, seine Menschen und ihr Leben».

Arendt, Erich

Trug doch die Nacht den Albatros

Markt in Tetuan Still hält die Zeit. Nun singt der Traum von tausend Jahren. Mit grünen Gittern ist dein Leben überdacht. Und ewig stehn Kabylen lächelnd vor Basaren und streichen durch das weiche Fell der Bärte sacht. Der schmalen Straßen blauer Schatten fließt und rinnt. Burnusse schweben leicht und wehen wie zu Feiern. Stumm schreiten Greise Hand in Hand. Aus Schleiern glühn schwarze Sterne auf, die voll Verlangen sind. Du bist entrückt… Vor Mauern rauscht die Ewigkeit. Gelassen taucht am Markt die Wüstenhand ins Korn und läßt es träumend leise niederfließen. Der Mond schwebt weiß. Von Sternentüchern überspannt, summt noch der Markt. Die Augen sehn durch Mauern weit, während die Hände reifes Gold zur Erde gießen.   Während der Zyklus «Tolú» bereits seit vielen Jahren in einer eigenständigen Publikation des Rimbaud Verlages vorliegt, vereinigt die vorliegende Ausgabe alle übrigen Abteilungen des 1951 unter dem Titel «Trug doch die Nacht den Albatros» erschienenen, bedeutenden Gedichtbandes von Erich Arendt.

Arendt, Erich

Zeitsaum

Augenblicksblind du liegst unterm Schafott: Die gläsernen Handschuh! Das Nickel! Blutätherisch du liegst und die Weltnadel tickt Unterwasserlichtig am Zeitsaum du erreichst dich nicht mehr, die Tiefe ist außen … weltnadelfern