Autor: Breuer, Dieter

Goethe Studien 02 - Aufbruch ins Unbeschreibliche

Wer aufhört, mit den Meistern seiner Kunst zu conversiren, der kommt nicht vorwärts, und ist immer in Gefahr zurückzuschwanken. Von jedem Talent soll man ein unermüdetes Bestreben, eine Selbstverläugnung fordern, von der sich aber niemand einen Begriff machen will. Jeder möchte die Kunst gern auf seine eigene Weise besitzen, sie aber will nur auf die ihrige geworben und erworben seyn. Wie oft seh' ich Talente die sich gebärden wie eine Wespe an der Fensterscheibe; sie möchten das Undurchdringliche mit dem Kopf durchbohren; das ginge, denken sie, weil es durchsichtig ist.

Goethe an Zelter, 14. Januar 1832
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Inhalt:
Ein Wort zuvor
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Sinnenlust und Entsagung - Goethes Versuche, Heinses Italiendarstellung zu korrigieren
Die Szene «Walpurgisnacht» in Goethes Faust I - Ein Fall von Selbstzensur?
Die Legende, das Fest, der Gast - Goethes Reisebild Sanct-Rochus-Fest zu Bingen
Die Abwesenheit der olympischen Götter - Zu Goethes Faust II, 2. Akt
Bergschluchten - Die Schlußszene von Goethes Faust. Eine Abschiedsvorlesung
Anmerkungen
Quellennachweise