Piontek, Heinz

(1925, Kreuzburg – 2003, Rotthalmünster)

 

Über Heinz Piontek

Heinz Piontek (1925–2003) gehört zu den wichtigen Lyrikern der 50er Jahre. Sein erster Gedichtband mit dem Titel «Die Furt» erschien 1952, schon ein Jahr später folgte die Sammlung «Die Rauchfahne». Diese beiden Jahre waren für die deutsche Lyrik der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts von großer Bedeutung. So erschienen die Sammlungen zweier Lyriker, denen heute eine gleichsam mythische Aura zugesprochen wird, nämlich Paul Celans «Mohn und Gedächtnis» (1952) und Ingeborg Bachmanns «Anrufung des Großen Bären» (1953). Diese Gedichtbände fanden höchste Aufmerksamkeit. Allerdings erschien 1953 auch der erste und sehr schmale Band von Ernst Meister, der den Titel «Unter dem schwarzen Schafspelz» trägt. Piontek befindet sich hier also in einer illustren Gesellschaft. Während er heute eher als Außenseiter erscheint, wurde er damals als wesentliche Erscheinung neben Celan und Bachmann oder Günter Eich angesehen.

 

 

 

Werk

Piontek, Heinz

Gedichte

Die Halbinsel Zwei Fischer ziehn das Netz aus dem Gewässer. Den Raben ist die Stille nicht geheuer. Der Knabe schürt das schwache Reisigfeuer und wetzt am Stein sein Taschenmesser. Im Knieholz rührt der Wind die Haselruten, das sachte Wehen, wo begann es? Der toten Fische Kiemen bluten. Die Männer heißen Simon und Johannes.