Cover „Farbfleck aus einem Mondrian-Bild“

Autor: Dove, Richard

Richard Dove: Farbfleck auf einem Mondrian-Bild

In Farbfleck auf einem Mondrian-Bild erkundet Richard Dove, unmittelbar nach seinem Umzug nach München und Sprachwechsel vom Englischen ins Deutsche, mit weit aufgerissenen Augen die Semiotik der Vor-Jahrtausendwende – die Fülle von kontingenten oder notwendigen Farbflecken auf der Leinwand einer um sich wuchernden Postmoderne. Diese Auskundschaftung der vorherrschenden Zeichensprache vor und nach der Wiedervereinigung ist zugleich, wie Theo Breuer anmerkt, „eine Auseinandersetzung mit Lyrikgeschichte“, speziell mit der Klopstock/Rilke/Celan- Tradition.

ISBN 978-3-89086-219-4
Der Boogie-Woogie-Raster, der unser Hiersein bestimmt, wirkt reichlich angestaubt, mit Verlaub; wer kriegt das Techno-Konzept hin, das Bild, das (sagt man) zu malen ist jenseits der Menschen? Farbfleck (30) sucht Farbfleckin (18 bis 25): Wir brauchen uns mehr denn je, denn unser Erfinder vermodert unumkehrbar in einem fernen Bezirk. Aus dem Titelgedicht Farbfleck auf einem Mondrian-Bild

Als der Lyriker Richard Dove vor einigen Jahren seine neuen Gedichte ordnete, versteckte er in der Mitte der Sammlung einen kleinen Imperativ: „Schreib / über Butter, / über den / schmierigen, / unreinen / Tisch.“ Und in der Tat erscheint Doves Gedichtband Farbfleck auf einem Mondrian-Bild wie ein Abgesang auf jede Art von lyrischem Schwulst. (Nico Bleutge, Stuttgarter Zeitung)

Doves Verfahren, die Sprache der „Autobahndreiecke“, „Longdrinks“ und „Bussis“ mit dem „heilen Versmaß“ der Überlieferung kurzzuschließen und so beide Sphären neu zu illuminieren [...] In den rhythmischen Schwingungen der langen Verse gewinnt das ironische Spiel mit Mythen und literarischen Splittern jene Beiläufigkeit, die zum „Treibgut“ der Dinge passen will. Und diese Dinge, die kleinen, verführerischen Details, beschwört Richard Dove ein ums andere Mal. (Nico Bleutge, Süddeutsche Zeitung)