Pagis, Dan

(1930, Radautz – 1986, Israel)

 

Über Dan Pagis

Dan Pagis, geboren 1930 in Radautz, in der Nähe von Czernowitz, Bukowina, starb 1986 in Israel. Der Vater verließ früh die Familie und ging nach Israel. Dan Pagis überlebte die rumänischen Konzentrations- und Arbeitslager und kam als 17jähriger nach Israel in den Kibbuz Merchavia. Dort lernte er Tuvia Rübner kennen.

 

 

 

 

 

Werk

Pagis, Dan

Erdichteter Mensch

Gedichte
Aus dem Hebräischen übertragen und mit einem Nachwort versehen von Tuvia Rübner
(Bukowiner Literaturlandschaft Bd. 73)
(Lyrik-Taschenbuch Nr. 80)
88 S., brosch., 2013

ISBN 978-3-89086-430-3
Weitere Informationen

Klagescherben um einen Freund Ich schloß dir die Augen. Legte die Hände an ihren Platz. Deine Fußsohlen blicken mich mitleidig an: ich bin entbehrlich. Ich finde meine Hände, was soll ich mit meinen Händen tun. Ich setze die aufgesetzte Mütze auf, den geschlossenen Mantel knöpf ich zu. Der neue Friedhof ist weiträumig, ganz Zukunft. Von nah und fern, pausenlos der Singsang der Kantoren. Du schweigst, ein wenig verlegen: vielleicht ist es ein langer Abschied. Die Nägel wachsen langsam, schließen Frieden. Die Mundhöhle widerspricht ihrem Schöpfer nicht. Jetzt! jetzt! pochen Erdfäuste an die Bretter der Falle: öffne uns, öffne uns.