Schablewski, Frank

(1965, Hannover)

 

Über Frank Schablewski

 

Vita
Geboren 1965 in Hannover und dort aufgewachsen. Ab 1985 Studium der bildenden Kunst sowie Studium der Literatur an der staatlichen Akademie der bildenden Künste in Düsseldorf. Seitdem entstehen interdisziplinäre Arbeiten mit Künstlern zu eigenen Gedichten.

Seit 1987 Tanzstudien in Deutschland, der Schweiz und Frankreich. Hieraus entwickelte sich eine intensive Auseinandersetzung als Dichter und Performer mit Tänzern und Choreographen über Tanz und Sprache. Auf Festivals für modernen Tanz wurden die choreographierten Gedichte in Deutschland, Frankreich und Spanien gezeigt. Seit 2001 längere Auslandsaufenthalte. Neben dem literarischen Schaffen entstehen Katalogtexte und literarische Kunstreden, sowie Übertragungen aus dem Englischen und dem Hebräischen. In jüngster Zeit beschäftigen sich zunehmend Komponisten mit seinem lyrischen Werk.

Einladungen zu den Poesiefestivals nach Berlin (2005), nach Basel (2006, 2014), nach Dornbirn (A) 2007 und Istanbul (2008, 2009, 2016), zur dOCUMENTA13 und Festivals für Neue Musik u.a. Eclat 2014, Stuttgart, OPENING 15, Trier, Beethovenfest, Bonn, 2017. Ausgewählte Gedichte wurden ins Spanische und Hebräische (www.lyrikline.org) sowie ins Slowenische übersetzt. Er lebt in Düsseldorf.

 

Bibliographie:
Engelkadaver. Visuelle Poesie. azul press, Maastricht 2018;
Havarie. Prosa. Rimbaud: Aachen 2015;
Ronny Someck, Nägel. Nachdichtungen. azul press, (NL) 2012;
Walt Whitman. Liebesgedichte. Nachdichtungen. Rimbaud: Aachen 2011, 2. Aufl. 2017;
Nebengeräusche. Gedichte. Rimbaud: Aachen 2005;
Eros Ionen. Gedichte. Rimbaud: Aachen 2003;
Mauersegler. Gedichte. Rimbaud: Aachen 2002, 3. Aufl. 2015;
Wasserfelle. Gedichte. Rimbaud: Aachen 2001;
Lauffeuerpausen. Gedichte. Rimbaud: Aachen 1999, 2. Aufl. 2001;
Süssholzköpfe. Gedichte. Edition Pitstop: Düsseldorf 1998 (vergriffen).

Veröffentlichungen in Zeitungen und Zeitschriften,
u.a. «Sprache im technischen Zeitalter»,
hrsg. Literarisches Colloquium Berlin,
und «DIE ZEIT».

 

Preise, Stipendien
2018 Projektstipendium Dr.-Bernhard-Albers-und-Dr.-Reinhard-Kiefer-Stiftung
2017 Projektstipendium Dr.-Bernhard-Albers-und-Dr.-Reinhard-Kiefer-Stiftung
2016 Istanbulstipendium der Kunststiftung NRW
2015 Übersetzerstipendium Straelen
2013 Übersetzerstipendium Hebräisch München
2009 Förderstipendium der Sparkassen-Kunst-Stiftung-der-Kreissparkasse-Heinsberg und der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland
2007 Arbeitsstipendium Kunststiftung NRW
2007 Türkeistipendium der Staatskanzlei NRW
2004 Reisestipendium Israel der Stadt Düsseldorf
2003 Förderpreis für Literatur der Stadt Düsseldorf
2003 Reisestipendium Türkei des Landes Nordrhein-Westfalen
2002 Künstlerdorf Schöppingen – Stipendium
2001 Amsterdam-Stipendium
2001 Förderung durch die Stiftung Kunst und Kultur NRW
2001 Reisestipendium für Israel von Stadt, Land und Bund
2001 Arbeitsstipendium der Stadt Düsseldorf
1999 Förderung durch die Stiftung Kunst und Kultur NRW
1997 Stipendium der Hermann-Haake-Stiftung, Stuttgart
1995 Publikumspreis beim 1. Düsseldorfer Dichterpreis

 

Gesamtausgabe

Schablewski, Frank

Briefe an Michael Guttenbrunner aus zwanzig Jahren

Die intensive Beschäftigung mit dem deutschen Surrealismus führte zum informellen Maler und Dichter K. O. Götz (*1914), mit dem ich viele Jahre intensiv zusammengearbeitet habe, schließlich zu Michael Guttenbrunner (1919–2004), dem Adressaten der vorliegenden Briefe. Diese sind das Dokument einer für Max Hölzer einzigartigen Freundschaft, die er in zwanzig Jahren nicht müde wurde, durch romantische Schlussfloskeln zu bekräftigen. Allmählich versiegte der Briefwechsel, weil sich beide offensichtlich in die Einsamkeit Ihrer Dichtung zurückgezogen hatten. Besonders bei Hölzer war es schwierig, eine Adresse zu ermitteln. Augenscheinlich hatte er sich in den letzten Lebensjahren ganz aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Am 22.2.1989 schrieb ich an Brigitte Hölzer: «Ich habe große Mühe gehabt, Ihre Anschrift zu bekommen und nichts unversucht gelassen; bin nun aber froh, mit Ihnen telefoniert zu haben.» Fünf Jahre nach Max Hölzers Tod, konnte ich schließlich mit seiner Witwe, einen Vertrag auf Sämtliche Gedichte ausfertigen. Der hohe Aussagewert der Briefe beruht darauf, daß sie nicht für die Öffentlichkeit, ja mehr noch, gegen sie, genauer, gegen die «Mittelmäßigkeit» des Literaturbetriebes geschrieben wurden: «Ich glaube, daß auch die deutsche Sprache, nicht nur das Volk verflucht ist.» (22.8.1952) «Wer kann von all dem eine Ahnung haben? Sicher kein Literat.» (5.1.1953) Bernhard Albers                  

Schablewski, Frank

Eros Ionen

Die Künstler der Renaissance und später des Barock haben den toten Körper geöffnet, um Wesen und Physiognomie des Menschen zu sezieren in Bild und Gestalt. Nach diesem Muster verfährt Frank Schablewski heute mit der Sprache. Er hat allerdings mit dem Motiv und der Motivation das Reich des Thanatos mit dem des Eros getauscht. Die Gedichte seines neuen Buches Eros Ionen bestehen aus Schlüsselwörtern, mit denen Liebende sich zu erkennen geben. Die Idee zu diesem Buch entstand im vergangenen Jahr während eines Stipendiums im Künstlerdorf Schöppingen bei Münster. Dieses Jahr erhält der 1965 in Hannover geborene Autor den Förderpreis der Landeshauptstadt Düsseldorf.

Schablewski, Frank

Havarie

Ein aufgelaufenes Schiff kommt auf der Seite zum Liegen. Dieser nie willkommene Stillstand bietet den Aussichtspunkt zur Beobachtung, zum Schreiben, selbst wenn dieser weit unter der Wasseroberfläche zu liegen scheint. Drei verschiedene Situationen eines Stillstands beschreiben die Geschichten in dem ersten Prosaband von Frank Schablewski. Der Schriftsteller ist in Hannover geboren und aufgewachsen. Er studierte an der Kunstakademie in Düsseldorf. Verschiedene Stipendien und Preise zeichnen sein literarisches Schaffen aus. Darüber hinaus arbeitet er mit Künstlern zusammen. Seine Texte zur Kunst bilden aus den Wortbedeutungen verschiedener Sprachen eine Theorie der Ästhetik. In jüngster Zeit beschäftigen sich zunehmend Komponisten mit seinem Werk.

Schablewski, Frank

Lauffeuerpausen

Gedichte
(Lyrik-Taschenbuch Nr. 4)
92 S., brosch., 2. Aufl. 2001

Bei uns vergriffen! Out of Print! Epuisé!

ISBN 978-3-89086-796-0
Weitere Informationen

Über pulsierende Metropolen, blitzartige Nächte und festgeschriebenes Leben kreuz und quer durch das Europa der 90er Jahre verfaßte der junge Schriftsteller Frank Schablewski seine vielschichtigen Gedichte vor Ort. Mit seinen außergewöhnlichen Bildern und Wortschöpfungen schreibt er im schnellenden Rhythmus und in ausdrucksstarken Versen, die die Lyrik heute für jeden spannend machen.

Schablewski, Frank

Liebesgedichte. Love Poems

englisch / deutsch
Ausgewählt und übertragen von Frank Schablewski
Vorwort von Johannes Urzidil
Nachwort von Jürgen Brôcan
128 S., fadengeh. Klappenbrosch., 2. Aufl. 2017

ISBN 978-3-89086-491-4
Weitere Informationen

In der großen Sinnlichkeit und geradezu überbordenden Körperlichkeit, die von Whitmans Gedichten ausgehen, können Parallelen zu den eigenen Gedichten des Übersetzers Frank Schablewski gesehen werden. Von daher sind die ausgewählten Liebesgedichte Ausdruck einer ganz persönlichen Sammlung. Ein Vorwort von Johannes Urzidil und ein Nachwort von Jürgen Brôcan begleiten diese Ausgabe und geben bedeutende Einblicke in die Zeit und das Wirken von Walt Whitman.                  

Schablewski, Frank

Mauersegler

Frank Schablewski (geb. 1965) lebt in Düsseldorf. 2001 wurde er nach Israel eingeladen an einem Künstleraustausch teilzunehmen. Mehrere Monate bereiste er die Städte und Landschaften des Nahen Ostens, traf mit Künstlern und Intellektuellen des Landes zusammen. In dieser Zeit sind die Gedichte des Buches entstanden an den Nahtstellen von Okzident und Orient, von Wallfahrtsorten und Wüsten, Kibbuz und Tel Aviv.

Schablewski, Frank

Nebengeräusche

vom Wasser keine Spur führt zu dem Wolkenfeld ein Gegengewicht von Flugsand und Grabstein im Hafen schaukelt ein Fährschiff die Paar Älteren mit Kind zum Auslaufen bereit

Schablewski, Frank

Spielraum. CD

Lyrics und Sprecher: Frank Schablewski
Musikkomposition: Jacques Gassmann
Keyboards, Synthesizer: Jacques Gassmann, Thomas Buhr
CD, 37 Minuten, Begleitheft 8 S., 2006

ISBN 978-3-89086-616-1
Weitere Informationen

Frank Schablewski · Jacques Gassmann · Thomas Buhr   Anzeiger Atemluftbrücken Dort sein Ledahaut Spielraum Ehehaff

Schablewski, Frank

Wasserfelle

Muttermal sich gegenseitig die Blöße gegeben den Mund zu halten zwischen Zahnhälsen auf dem Zungengrund mit der Kuppe zu fingern verkehrt mit dem Kopf in eigenen Kreisen

veröden voll Schweiß  
  Muttermale
teilweise aus der Haut gefahren das vernarbte Gewebe ohne weiteres
Silber  
  steif am Horizont von gestern
bis das Häute berührt wie die anderen einem selbst als Eindrücke bleiben im Dunkeln vor Augen die alten Hände zu sehen am Kind im Mann Frank Schablewski legt nach «Süssholzköpfe» (1998) und «Lauffeuerpausen» (1999) seinen dritten Gedichtband vor. Dieser enthält alle bisher veröffentlichten in überarbeiteter Form sowie neue Gedichte.