LTB 073 – Mohn

Mohn

Zungenrede aller Lust der Welt – : ich höre /
Dringender täglich des Mohns Botschaft. /
Der Blüte Karnat /
Brennt dem Vergessen entgegen. /
Leise steigt aus dem Feuer /
Die Urne aus, /
Wächst aus dem Liebesmohn /
Der nachtblaue Schlaf, /
Tieder denn alle /
Träume.

1954/55

Sternfährten – Gefährten

Heraklit in Kunst und Philosophie. Drei Beispiele: Hoehme, Meister, Nietzsche

Drei Variationen eines Heraklit’schen Themas: wie eines in sich unterschieden das andere ist. Bei der informellen Malerei von Gerhard Hoehme begründet dieses Zugleich einen erweiterten Bildbegriff, beim Lyriker Ernst Meister gibt sich eine Gegenwendigkeit der Sprachform vor allem beim Raumbegriff Ausdruck, beim Philosophen Friedrich Nietzsche zersetzt diese Heraklit’sche Intuition den abendländischen Seinsbegriff.

Inhalt

Zugleich

Was hat Gerhard Hoehmes Malerei des Informel mit Heraklits Denken zu tun?

1. Gerhard Hoehmes Berufung auf Heraklit ;
2. «Hymne an Heraklit» ;
3. «Die Schnur ist die plastische Form des Heraklit’schen Denkens» ;
4. Von der Intuition des Heraklit’schen Denkens

Wandloser Raum

Heraklits Sprachform in der Lyrik von Ernst Meister

1. Das göttliche Rätsel ;
2. Hinweise auf Heraklits Sprachform ;
3. Heraklit bei Meister ;
4. Ernst Meisters Heraklit-Lektüre

Nietzsche – der Herakliteer

1. Die Nähe entfernter Gebirge ;
2. Die Wahrheit der Illusion ;
3. Werden heißt vergehen ;
4. Das Eine ist das Viele ;
5. Die tragische Weisheit

Nachbemerkung

das geöffnete schneeblatt

nur eine bewegung von licht

Die «Gesammelten Gedichte in zwei Bänden» machen erstmals (mit Ausnahme des jugendlichen Frühwerkes) das gesamte von Joseph Kopf selber verstreut veröffentlichte Hauptwerk in der historischen Gestalt und Abfolge zugänglich.

Ägäis

Der Gedichtband «Ägäis» erschien 1967 im Insel Verlag Leipzig. Arendt setzte das Erlebnis griechischer Inselwelt, die er in einem Bildband kulturhistorisch beschrieben und mit der Kamera eindrucksvoll festgehalten hat, in große poetische Visionen um. Er hat sechs Jahre an diesem Gedichtband gearbeitet.

Hiermit liegt der erste Band der Edition des lyrischen Gesamtwerks Erich Arendts vor.

Die Tagebücher

The Orton Diaries (Hrsg. John Lahr) wurden 1986 erstmals veröffentlicht.
Der englische Regisseur Stephan Frears verfilmte bereits 1987 das Tagebuch „Prick Up Your Ears“.

Aus dem Vorwort:


“Ich habe aus den Londoner Orton-Tagebüchern fast nur das gekürzt, was zur Vermeidung von Verleumdungsklagen nötig war. Aus dem Tanger-Tagebuch wurden einige Wiederholungen gestrichen. Einige Namen wurden aus rechtlichen Gründen geändert. Ansonsten gehen wir davon aus, daß die Tagebücher so sind, wie sie am Tage des Mordes von der Polizei auf dem Schreibtisch von Orton gefunden wurden.


[…]


Noch immer sind die Tagebücher von Geheimnissen umgeben. Halliwells Abschiedsbrief besagt, daß die Tagebücher – hauptsächlich der letzte Teil – alles erklären werden. Sie tun es nicht, jedenfalls nicht eindeutig. So wie sie von Orton geschrieben wurden, enden die Tagebücher mit einem Bindestrich: abgeschnitten, wie auch Orton, in vollem Schwung. Für jemanden, der so konsequent schrieb wie Orton, erscheint mir dies recht unwahrscheinlich. Die Tagebücher enden am 1. August 1967. Orton starb am 9. August.”

Erinnerungen eines Erotomanen

Dieter Hülsmanns  ist einer der wenigen wirklich authentischen Surrealisten in der deutschen Literatur. «Die Lektüre des Surrealismus», so schrieb er einmal, «habe ich integriert, aber nicht auf sterile Weise durch einfache Übernahme, sondern durch Verarbeitung und Einbeziehung der Errungenschaften, die wir der surrealistischen Bewegung wohl ein für allemal verdanken.» Die vier Erzählungen des vorliegenden Bandes geben einen genauen Einblick in die von Hülsmanns angesprochene Verfahrensweise.

Stern auf der Schwelle

Schwelle

Schamlos und zwart, die Wimpern mit Tod bemalt,


die Fingerspitzen an meine Knospe gefroren,


das zähe Gift vom pochenden Käfig zu brechen . . .

Bis in die Wurzeln zerschellen.


Der Duft, der jäh unter den Trümmern verströmt,


tritt aus den Poren, reißt alle Narben in Sterne.

Allen Honig der Nacht in den Augen, beschwörst du


noch einmal den ersten Segelschauer,


da ins Fruchtfleisch die Träne glitt.

Stille, gespart dem regierenden Licht.


Leere, durchatmet von den Chimären des Herzens.

RH Bd. 02 – Elias Canetti. Ein Rezipient und sein Autor

Hartung hat als Lektor des Weismann Verlages 1948 nicht nur die Wiederveröffentlichung von Canettis Roman «Die Blendung» betrieben, sondern darüber hinaus in singulärer Weise dessen Werk publizistisch begleitet.

Der Band enthält alle Rezensionen sowie unter anderem Auszüge aus dem unveröffentlichten Briefwechsel von Hartung und Canetti.