RTB 002 – Ein Aufenthalt in der Hölle

Im Zentrum der Dichtung des «verdammten Poeten», wie Verlaine Rimbaud später bezeichnet hat, schildert die «törichte Jungfrau» ihr Leben mit dem «Höllengemahl». Eingerahmt ist ihre wörtliche Rede allerdings durch verdeckte Hinweise, die erkennen lassen, daß es sich bei der Sprecherin in Wirklichkeit um gar keine Frau, sondern um einen «Gefährten» handelt und beide eine «komische Ehe» führen.

Thomas Eichhorn erhielt für seine Neuübersetzung den André-Gide-Preis für deutsch-französische Literaturübersetzungen.

Erinnerungen 1906–1991

Die Erinnerungen basieren auf Tonbandaufzeichnungen, insofern erfahren wir in aller Kürze Wesentliches, auch über den «vergessenen Holocaust» (Alexandru Safran) der Juden aus der Bukowina in Transnistrien.

O Zeiten, o Schlösser. Ô saisons, ô châteaux

O Zeiten, o Schlösser,
welche Seel ist ohne Fehl?

O Zeiten, o Schlösser,

Ich forschte nach dem Zauberzeichen
Des Glücks, dem niemand kann entweichen.

Es lebe hoch, ein jedes Mal,
Wenn Gallien hört des Hahnes Schall.

Thomas Eichhorn erhielt für seine Neuübersetzung den André-Gide-Preis für deutsch-französische Literaturübersetzungen.

LTB 007 – Das Trunkene Schiff

Wenn ich noch Sehnsucht nach Europas Wassern habe,


Dann nach dem schwarzen Tümpel, wo im Abendschein


Voll süßem Duft ein kauernder, trauriger Knabe


Mit Schiffchen spielt, wie Frühlingsschmetterlinge fein.

Ich kann, ihr Wellen, eingehüllt in euer Schlagen,


Nicht mehr im Kielwasser der Baumwollschiffe ziehn,


Noch den Hochmut der Fahnen und Wimpel ertragen,


Noch des Brückenboots schrecklichen Augen entfliehn.

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Die Gedichte dieses Bandes entstanden zwischen 1869 und 1872. Er ist der erste der Neuübersetzung. Thomas Eichhorn erhielt für seine Neuübersetzung den André-Gide-Preis für deutsch-französische Literaturübersetzungen.


In der Noa Noa Hör-Buchedition liest Jens Harzer Gedichte von Arthur Rimbaud auf der CD «Das Trunkene Schiff» in der Neuübersetzung.

LTB 030 – Leuchtende Bilder. Illuminations

Büchner Studien 02 – «Riß in der Schöpfung»

Nachdem im 1990 veröffentlichten ersten Band («Charaktere, Gestalten») insbesondere das revolutionäre Menschenbild untersucht wurde, konzentriert sich dieser davon unabhängige zweite stärker auf den illusionslosen Charakter der Büchnerschen Darstellung der Wirklichkeit.

Tolú

Erich Arendts Gedichtzyklus «Tolú», zuerst veröffentlicht in seinem Band «Trug doch die Nacht den Albatros», Berlin 1951, der eine Bilanz seines Schaffens im Exil zieht, verzeichnet die Jahre von 1948 bis 1950 als Entstehungszeit der Gedichte. Ein Manuskript dazu liegt uns nicht vor.

Sicher hatte er die meisten der Verse oder ihre Entwürfe im Gepäck, als er 1950 aus Kolumbien heimkehrte und in Ostberlin seinen Wohnsitz nahm, an den Wänden die Bilder des Malers Wiedemann, mit dem er in der Emigration in Bogotá befreundet war; Gemälde in den kräftigen, ausschweifenden Farben tropischer Urwaldlandschaft und ihrer Bewohner, «den leisen Indios der Höhen und den elementareren Negern der Stromtäler und Küstenstriche … die Sinne überwältigend … steht Tolú, das Fischer- und Reisbauerndorf an der Moroquillobucht, für den ganzen Tropenbereich, seine Menschen und ihr Leben».

Trilce

Menschliche Gedichte. Poemas humanos

Spanien, nimm diesen Kelch von mir. España, aparta de mí este cáliz

«Wenn es in der spanischen Sprache einen Dichter gibt, dem Geschichte Wahl und Schicksal gleichzeitig war, eine Leidenschaft, an der man teilhat und die man weitergibt, so war César Vallejo dieser Dichter. Der Peruaner richtet nicht; ebenso wie Whitman nimmt er teil, allerdings umgekehrt: er ist nicht Kläger, sondern Opfer.»

Octavio Paz