Meister Studien 06 – Leib und Dichtung

Zypressenlicht

Am hellen Tag

Wo kam ich hin am hellen Tag?


Kam ich hierher am hellen Tag?


Der Mann im Boot schwenkte sein Ruder und setzt


wieder über zum anderen Ufer. Ein Hund hob das linke Bein,


verstreute Reste von Schalen, das Licht ein wenig


zypressenhaft. Ich sprach zu mir. Hierher kam ich,


sprach ich zu mir, und


weshalb kam ich hierher am hellen Tag?


Ein kleines Mädchen, einen Fink in der Hand,


glaubte, sie könne sich drücken. Auch Kinder –


schwenkte sein Ruder und setzt wieder über zum anderen Ufer –


kommen hierher. Wie Schatten bin ich hier im eigenen Herzen


Wie Schatten mein Herz.


Weshalb kam ich hierher am hellen Tag?

(übersetzt von Manfred Winkler)

Pound Studien 01

Der Band enthält die Aufsätze:
«Ezra Pound – Größe, Schuld und Tragik eines Dichterlebens»,
«Vortex und Rock drill – Ezra Pound und der Bildhauer Jacob Epstein»,
«Ezra Pound, Wyndham Lewis und der Vortizismus».

… Das neue Büchlein, gedacht als Anfang einer Sammlung der Pound-Studien, bringt drei Arbeiten zum unerschöpflichen Thema. Die erste – ein Vortrag über «Größe, Schuld und Tragik eines Dichterlebens» – bündelt noch einmal Pounds menschliche und politische Problematik. Gegen die Dr.-Jekyll-und-Mr.-Hyde-These, die den Dichter exkulpiert, setzt Schmied den Satz: «Es gibt nur einen Pound»…
Der Vortizismus, zu dessen Wortführern neben Wyndham Lewis und Henri Gaudier-Brzeska Ezra Pound gehörte, verstand sich als Gegenbewegunf zum Futurismus. Gott oder Teufel – gerade bei Pound stecken sie im Detail. Und so bewegt sich der Essayist und Kunsthistoriker Schmied am glücklichsten dort, wo er Phänomene der Poesie und der bildenden Kunst zusammen schauen kann …

Harald Hartung, FAZ, 7.7.2000

Fichte Studien 01 – Verwörterung der Welt

Die vorliegende Arbeit soll neben der Werkinterpretation eines der bedeutendsten deutschen Schriftsteller seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs auch die Analyse eines aufregenden und unsteten Lebens enthalten. Über die Bedeutung des literarischen Grenzgängers Hubert Fichte wird in Fachkreisen kaum mehr gestritten, wenngleich die Bekanntheit seines Werkes noch immer nicht vorausgesetzt werden kann.

Die vorliegende Arbeit bietet die Darstellung eines Schriftstellerlebens und die Analyse eines Schriftstellerwerks. Sie ist in den Kontext der bestehenden Literaturwissenschaft eingebettet und im streitbaren Verhältnis zur institutionalisierten Wissenschaft entstanden. Der Leser dieser Arbeit wird einen erzählenden Ton bemerken, der im Kontrast zum allgemeinüblichen Ton einer allgemeinüblichen philologischen Arbeit steht. Der Verfasser dieser Arbeit bemüht sich, seine Position als Literaturwissenschaftler möglichst wenig von der des Lesers zu entfernen.

Spuren der Maler

Bukowiner Spuren

Die in unseren Tagen vieldiskutierte Literaturlandschaft der Bukowina – des Buchenlandes, wie ihre deutschschreibenden Dichter sie vorzugsweise nennen – lebt selbstverständlich zunächst aus dem schöpferischen Impetus ihrer poetischen Begabungen von Paul Celan bis Gregor von Rezzori, von Rose Ausländer bis Dorothea Sella, von Moses Rosenkranz und Manfred Winkler bis Georg von Drozdowski und den anderen. Sie alle sind bei näherem Hinsehen aber nicht allein Kinder ihrer Heimatprovinz Bukowina, sie sind gleichzeitig eingebunden ins mehrschichtige Kulturengeflecht weiter gespannter südosteuropäischer Räume.

Aus dem Inhalt:

Aus Bukarester Tagen nach dem Zweiten Weltkrieg,
Erinnerungen an Alfred Margul-Sperber.

«Von den Schultern der Karpaten …»,
Deutschschreibende jüdische Autoren aus Südosteuropa in Israel.

«Nichts war vergangen, alles war in mir»,
Gedenkblatt für Gregor von Rezzori.

Unverwechselbarkeit dichterischer Sprache,
Moses Rosenkranz’ lyrische Jahrhundertbekundungen.

«Die Liebe zur deutschen Sprache …»,
Der israelische Dichter Manfred Winkler.

Aus Pannonien über Afrika in die Judäische Wüste,
Oswald Adler – der Maler, Graphiker, Lehrer und Essayist.

Der Skulpturenkosmos in der Messilat Yescharim,
Der Lyriker Manfred Winkler als Bildhauer.

LTB 029 – Mauersegler

Frank Schablewski (geb. 1965) lebt in Düsseldorf. 2001 wurde er nach Israel eingeladen an einem Künstleraustausch teilzunehmen. Mehrere Monate bereiste er die Städte und Landschaften des Nahen Ostens, traf mit Künstlern und Intellektuellen des Landes zusammen. In dieser Zeit sind die Gedichte des Buches entstanden an den Nahtstellen von Okzident und Orient, von Wallfahrtsorten und Wüsten, Kibbuz und Tel Aviv.

RTB 010 – Gespräch im Gebirg

Aus dem Inhalt:

Entstehungszusammenhang ;
Thema und Wirkungsabsicht ;
Textbetrachtung ;
Zeittafel ;
Äußerungen Celans ;
Meinungen und Deutungen

Theo Buck, Jahrgang 1930, war Universitätsprofessor an der RWTH Aachen. Er arbeitet vor allem über Goethe, Büchner, die Literatur der Weimarer Republik, Celan, Johnson und Schädlich.

Ernst Meister Jahrbuch 08. 2000 / 2001

Die vorliegende Sammlung bietet einen Querschnitt durch Günter Lansers poetische Arbeit aus den letzten dreißig Jahren. Der Autor hat nicht sehr viel veröffentlicht, zwischen 1964 und 1984 erschienen die zum Teil recht schmalen Bände «An den Ufern» (1964), «Schwarznebel» (1973), der zweisprachige Auswahlband «Viadukte – Viaducs» (1977) und schließlich «Nachtworte» (1984). Alle diese Bände sind vergriffen oder zum Teil schwer zugänglich, so daß eine erneute Präsentation von Lansers Lyrik schon längst überfällig ist.

Sternjerusalem

Die vorliegende Sammlung bietet einen Querschnitt durch Günter Lansers poetische Arbeit aus den letzten dreißig Jahren. Der Autor hat nicht sehr viel veröffentlicht, zwischen 1964 und 1984 erschienen die zum Teil recht schmalen Bände «An den Ufern» (1964), «Schwarznebel» (1973), der zweisprachige Auswahlband «Viadukte – Viaducs» (1977) und schließlich «Nachtworte» (1984). Alle diese Bände sind vergriffen oder zum Teil schwer zugänglich, so daß eine erneute Präsentation von Lansers Lyrik schon längst überfällig ist.