RTB 039/040 – Wege ins Ungereimte. Zur Lyrik Michael Guttenbrunners

Der am 12. Mai 2004 verstorbene Michael Guttenbrunner war, als Dichter wie als Mensch, eine Erscheinung, die sich allen Schablonen entzog. Immer wieder wurde und wird er bis heute als ein Alleingänger, als zorniger Außenseiter, als eigenwilliger Sprach- und Zeitkritiker, als überaus traditionsbewußter Lyriker gewürdigt, und alle diese Charakterisierungen können durchaus einige Berechtigung für sich in Anspruch nehmen, erfassen aber lediglich einzelne Züge seiner Persönlichkeit und nicht deren eigentliche Größe und Eigenart.

 

Inhalt:

Vorwort

I. Bausteine einer intellektuellen Biographie

1. Drei Thesen, statt einer Einführung
2. Der Lebensweg des Autors
3. Der Autor im Kontext seiner Generation
4. Der Lyriker

II. «Ich allein singe heute vom Krieg» – Bilder des Krieges in Guttenbrunners Lyrik

1. «Schwarze Ruten» – eine ahistorische Antikriegslyrik?
a) Aufbau und Gestalt des Bandes «Schwarze Ruten»
b) Der Krieg und das Erlebnis Griechenland
c) Der Zug ins Allgemeine
d) «Schlachtfelder»

2. Parallelen und Kontrastive zu Guttenbrunners «Schwarzen Ruten» – die Kriegslyrik von Walter Toman und Gerhard Fritsch

3. Aufschrei versus Reportage: Guttenbrunners Gedicht «Angriff» und Theodor Kramers Gedicht «Durchbruch»

4. Die Kategorie des Politischen und der Krieg als Absturz in die Apokalypse: Guttenbrunners «Prüfung» und Josef Leitgebs «Krieg»

III. Guttenbrunners Lyrik vor dem Hintergrund der österreichischen Nachkriegsliteratur

1. Ein «schwieriges Erwachen». Die junge Lyrikergeneration nach 1945 im Bannkreis von Trakl und Rilke

2. Leitfiguren und Geistesverwandte – Csokor, Hakel, Hölzer und Lebert

3. Guttenbrunner im Literaturbetrieb seiner Zeit

4. Der Weg des Lyrikers Guttenbrunner vom Kriegsgedicht zum Zeit-Bild

5. Schlussfolgerungen

Literaturverzeichnis

Anmerkungen

Pfingsten in Babylon. Die Erfindung der Schere

RTB 041 – Im Äther. In the Ether

Perikles Monioudis, der auch geprüfter Telegrafist ist, schrieb seine Poetikvorlesung Im Äther (In the Ether) für das Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge, Massachusetts.

Wege, Städte

Und das Glück, wo sollte das denn zu finden sein, wenn nicht an einem Ort, an dem die einen hoffen, endlich aufbrechen zu können, die anderen sich der Illusion hingeben, angekommen zu sein?

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“So ist es am Ende nicht nur ihre persönliche Geschichte, die Elisabeth Axmann in ihrem Buch zum Ausdruck bringt. Es ist vor allem die literarische Landkarte ihres Lebens, die sie darin vor den Augen der Lesenden ausbreitet.”

Leserbrief von S. List

Nebengeräusche

vom Wasser keine Spur führt zu dem Wolkenfeld


ein Gegengewicht von Flugsand und Grabstein


im Hafen schaukelt ein Fährschiff die Paar Älteren


mit Kind zum Auslaufen bereit

Gefundenes Fressen

Bretonische Inseln

Ein Kind aus guter Familie

Die überlebenden Juden aus Czernowitz wurden in alle Himmelsrichtungen verstreut. Ihr Erbe trugen sie mit sich: die deutsch-jüdische, bürgerliche Erziehung, die manchmal widersprüchlichen Werte, Lebensgewohnheiten, Eigentümlichkeiten und Ausdrucksweisen; die so geliebte deutsche Sprache; den Respekt vor der westlichen Kultur; die Liebe zu Büchern.

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Ilana Shmueli, 1924 in Czernowitz geboren, seit 1944 in Israel, arbeitete über lange Jahre als Sozialpädagogin in Tel Aviv. Sie starb im November 2011 in Jerusalem. Im Suhrkamp Verlag liegt ihr Briefwechsel mit Paul Celan vor.

“Der Verlust ihrer Habseligkeiten bedeutet für Shmueli auch der Verlust der Andersartigkeit. Befreit von dem Gefühl, nicht zugehörig zu sein, fällt es ihr nun leichter, freundschaftliche Bande zu knüpfen. So wird aus der Zeit der größten Entbehrungen jene Jahre, die für sie am prägendsten sind; Jahre, in denen ihr Interesse an deutscher und jiddischer Literatur wie auch am Geigenspiel befeuert werden.”

Leserbrief von S. List

LTB 054 – Nachts

LTB 055 – Die Diva in schwarz