Fichte Studien 07 – Nachwörter

Inhalt

1. Rückkopplung. Zum Umgang mit der Literatur Hubert Fichtes

1.1 Nachwörter. Vorspiel im Star-Club ;
1.2 Das Leben, ein Roman. Poetologische Szenen I ;
1.3 Transformation. Lektüremodell I ;
1.4 Autobiografik und Roman. Lektüremodell II ;
1.5 Rettende Wörter. Poetologische Szenen II

2. Von Worten und Menschen. Effekt- und Gewaltfragen

2.1 Gespenster. Rückkopplungseffekte I ;
2.2 Existenzexperimente. Poetik der Autofiktion ;
2.3 Raddatz’ Gegendarstellung. Rückkopplungseffekte II ;
2.4 Mephisto-Variationen. Exkurs zum Schlüsselroman ;
2.5 Mordwerkzeuge. Referenz und Sprachkritik

3. Kunstfigur, mehrfachbelichtet. Figuren der Anderen

3.1 Menschliche Komödie. Von der Lehranalyse zum Interview ;
3.2 Simulierte Mündlichkeit. Authentizitätseffekte ;
3.3 Wolli, Kunstfigur. Rückkopplungseffekte III ;
3.4 Wolli, mehrfachbelichtet. Verweisnetze I

4. Hybride Formen. Strategien der Ambiguität

4.1 Hybridisierungen. Strategien der Ambiguität I ;
4.2 Hotel Garni, Doppelzimmer. Die Erkenntnisfalle ;
4.3 In der Drehtür. Strategien der Ambiguität II ;
4.4 Flimmerig und unbestimmt. Verweisnetze II ;
4.5 Wie hermetisch ist die Palette? Verweisnetze III ;
4.6 Plädoyer für Jäcki. Postscriptum

Verwendete Literatur

Anmerkungen

RTB 063 – Erinnerungen an den jungen Paul Celan

Sie werden es, denke ich, begreifen und es mir nicht verübeln, wenn es mir widerstrebt, über Dinge zu sprechen, über die seit nunmehr drei Jahrzehnten schon unglaublich viel geschrieben wurde und vermutlich weitaus erschöpfender und mit mehr Sachkenntnis, als ich es heute zu tun ver möchte. Über meinen Landsmann und jüngeren Gefährten aus vergangenen Jugendtagen sind schon zu seinen Leb zeiten unzählige Abhandlungen geschrieben worden. Und noch viel mehr Veröffentlichungen folgten seit seinem Freitod im April 1970, welcher die, die ihm in seinen letzten Jahren öfter begegneten, wohl entsetzte, aber nicht eigentlich überraschte, da seine wiederholten Depressionszustände das Schlimmste befürchten ließen. Das waren Deutungsversuche, Kommentare, Interpretationen, die mitunter kläglich danebengriffen, späterhin Erinnerungen, Begegnungsberichte und anderes mehr.

Alfred Kittner

 

 

 

 

 

 

 

 

 

… der vor dem Löwen flieht. Teil 2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

… der vor dem Löwen flieht. Teil 1

Jacob Klein-Haparash, geboren 1897 in Czernowitz, studierte Jura und wurde später Journalist, und als solcher bereiste er ganz Europa. Nach dem Zweiten Weltkrieg reiste er nach Israel aus, von wo aus er fünfzehn Jahre später als völliger Newcomer den Roman «… der vor dem Löwen flieht» in Deutschland veröffentlichte. Er starb 1970.

Prolog des Romans

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Dame mit dem Einhorn

Alles, was ich im Musée de Cluny in Paris vor mir sah, war weit von mir und meiner Welt entfernt und überraschte mich. Allein schon die Oberfläche dieser mit außerordentlicher manueller Geschicklichkeit gewebten Wandteppiche zog mich an. Von heute aus gesehen glaube ich, daß nur die größte Ferne eine so intensive Aufmerksamkeit hervorrufen konnte, die mich in eine schattenlose, unbeschädigte Traumwelt führte und zugleich so viele Rätsel aufgab.

Ria Endres

 

 

 

 

 

 

 

 

 

HAH Bd. 03 – Honigklavier. Vor der Stille

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Raumflüge. Zeitflüge

Themen seiner Romane, Erzählungen, Hörbilder, Kurzprosa und Lyrik sind vor allem Berlin und die Zeitgeschichte.

 

 

 

 

 

 

 

 

RTB 061 – Bindestrich

Wenn man über André Breton spricht, hat man vor allem den Begründer des Surrealismus vor Augen, den Mann, der einer Gemeinschaft von Dichtern und bildenden Künstlern seine Forderungen nach Strenge nahegebracht hat. So berechtigt eine solche Sichtweise auch ist, sie läuft Gefahr, zu Fehleinschätzungen seiner Person und seines Werks zu führen; wer sie vertritt, setzt den Surrealismus mit einer literarischen Schule gleich, obwohl er doch eine mit der Überzeugung einer revolutionären politischen Partei ins Leben gerufene poetische Partei war, und macht Breton zum bloßen Initiator einer Avantgardebewegung, während er in Wirklichkeit einen Typus von Schriftsteller verkörpert, wie ihn aufmüpfige junge Intellektuelle suchen, aber nur selten finden: den Anti-Vater.

Sarane Alexandrian

 

 

 

 

 

 

 

RTB 062 – Ich ist ein Wesen, das verschwindet. Über Reinhard Kiefer

«Bisher hat Reinhard Kiefer nur wenig Aufmerksamkeit bekommen. Zu leise, zu bedächtig scheint seine Prosa für den lärmenden Literaturbetrieb zu sein. Aber nicht nur das Schaffen derjenigen, die sich auf dem Markt durchsetzen, prägt die Signatur einer Zeit. Ihr verborgenes Fundament wird oft gerade von jenen gelegt, deren Ruhm verspätet einsetzt.»

Andrea Neuhaus

Mit Beiträgen von Susanne Schramm, Ralf Stiftel, Reinhard Ermen, Andrea Neuhaus, Elisabeth Axmann, Olga Martynova, Jan-Frederik Bandel, Hugo Sarbach, Reinhard Kiefer, Antonio Fian, Frank Schablewski, Richard Wall, Gerhard Neumann, Ulisse Dogà, Walter Gödden, Christoph Leisten, Christian Teissl, Perikles Monioudis, Ria Endres, Peter Urban-Halle.

 

 

 

 

 

 

HB Bd. 05 – Eine Sache wie die Liebe

Beim Wiederlesen längst vergessen geglaubter Bücher scheint häufig ein Blitz der Erkenntnis auf, der zwar geleuchtet, doch nie so richtig gezündet hatte. Mir ist es jetzt bei der Lektüre von Hans Benders erstem Roman «Eine Sache wie die Liebe» so ergangen: Was mir beim ersten Lesen in den fünfziger Jahren nur als zarte Liebesgeschichte erschienen war, gewann nun eine neue Dimension hinzu.

Es geht mir also bei der Betrachtung dieses Romans nicht nur um die lapidare Erzählkunst Hans Benders, sondern um die Hellsichtigkeit des Autors, die Liebe – von der er erzählt – in der sich neu konstituierenden Gesellschaft der Nachkriegszeit als das zu benennen, zu dem sie geworden ist. Ich spreche auch nicht vom Inhalt des Romans, vom Studenten Robert, der das scheue Flüchtlingsmädchen liebt, zum Studieren in die Ferne reist, andere Arten und Weisen der Liebe kennenlernt und dabei seine Jugendliebe wieder verliert, sondern von Benders Fähigkeit, dieses Phänomen in seiner zeittypischen Verflechtung erzählend zu vergegenwärtigen.

Ludwig Harig