Sanjosé, Àxel

(1960, Barcelona)

 

Über Àxel Sanjosé

Àxel Sanjosé wurde 1960 in Barcelona geboren und lebt seit 1978 in München. Er studierte Germanistik und ist haupt­beruflich für ein Design- und Kommunikationsbüro tätig, daneben Lehrbeauftragter am Institut für Komparatistik der Universität München. Von ihm sind bislang die Gedichtbände Gelegentlich Krähen und Anaptyxis erschienen. Außerdem übersetzt er Lyrik aus dem Katalanischen und dem Spanischen.

 

Werk

Sanjosé, Àxel

Anaptyxis

Es dengelt, es dengelt arg, und wie ein alter Eichelhäher siebt Gott das Licht in größter, liebevoller Eile, entkernt die Wörter sacht. Prasseln, Friede, nur diesen Dellen hier fehlt ringsum die Fläche.

Sanjosé, Àxel

Gelegentlich Krähen

Nachhauseweg Jeder Feldstein so vertraut, Lage, Gestalt, selbst Farbe, Eidechsen, deren Kadaver Kinder in die Ritzen stopften. Aber man lässt sich nicht täuschen, nicht mehr so leicht, fragt nun Fremde nach dem Wald. Farbe? Farbe? welche Farbe? Völlig missglückt, dieses Husten, bei allem Blut.

Sanjosé, Àxel

Márius Torres - Poesies. Gedichte

Das ist die Freude

Das ist die Freude – ein Vogel sein und einen Himmel / durchkreuzen, wo der Sturm leuchtenden Frieden hinterließ.
Und das der Tod – die Augen schließen, lauschen / der Stille des Moments, in welchem die Musik beginnt.
Der frühverstorbene katalanische Lyriker Màrius Torres (1910–1942) wandte sich in seinen Gedichten von der trostlosen Realität des Spanischen Bürgerkriegs, der frühen Franco-Diktatur und seines eigenen, von Krankheit geprägten Alltags entschieden ab. Sein am Symbolismus orientiertes Werk zeichnet sich durch hohe Musikalität aus und setzt sich auf sehr eigene, zugleich unmittelbare und abstrakte Art mit Tod und Kosmos auseinander. Nach dem Krieg beinahe vergessen, wurde Torres in den 1960er und 1970er Jahren neu entdeckt und zählt heute zu den Klassikern der katalanischen Lyrik des 20. Jahrhunderts.