Jest dom, w którym śpi
król księżyc, konkubiny
i koniczyna.
Ein Haus, dort schlafen
König Mond, die Konkubinen
und der grüne Klee.
Jest dom, w którym śpi
król księżyc, konkubiny
i koniczyna.
Ein Haus, dort schlafen
König Mond, die Konkubinen
und der grüne Klee.
Kein Zweifel
Noch einmal kommt man so
leichtfüßig nicht mehr davon
mit den Flügelschuhen des Hermes
und seinen ausgetüftelten Tricks,
die geborgten Tage im Rucksack,
der stündlich gewichtsloser wird.
Bald fällt er lautlos von den Schultern
eines Skeletts, das ich nicht
wiedererkenne.
Hubert Fichte (1935–1986) ist einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller der Nachkriegszeit.
Inhalt:
1 Hans Henny Jahnn
2 Die zweite Schuld
3 «Wir können nicht lieben.»
4 Leonore Mau
5 «Leben, um eine Form der Darstellung zu erreichen.»
6 Die Edition
7 Marcel Proust
8 Im Feuilletonzeitalter
9 Agadir
Letzte Erwartung
Die Treppe knarrt. Ich halt den Atem an.
Vielleicht kommt jemand jetzt zu mir:
ein Weib ein Kind ein obdachloser Mann.
Ich steh und warte hinter meiner Tür.
Mein Herz schlägt lauter als im Augenblick
da mir zum Kuß sich erster Mund genaht.
Wer jetzt hereinkommt ist mein letztes Glück,
ist die Erfüllung die ich oft erbat.
Wer du auch seist, komm nur geschwind herein,
hörst du die Glocke meiner Sehnsucht nicht;
hörst du nicht einer Seele Hilfeschrein,
die hinterm Türschloß Einsamkeit zerbricht?
aus: Wieder zu Haus; Klage und Bericht 4
Mutter
Jede Faser meines Herzens strebt dir zu geben /
Versalien von Sternen, um deinen Namen zu schreiben /
in das Sternenbild mütterlicher Leben. /
Ob zur Zeit von Krieg oder in Friedenszeiten: /
Stets verströmte Gelassenheit dein Wesen. /
Auch das Geringste was um dich vorging, /
war aus deinen Gesten, deiner Haltung abzulesen. /
Zwischen Wirklichkeit und Traum dein Leben hing. /
Doch du bist verhüllt. Dein Gesicht, so tief im Schatten, /
wirkt schmal und fahl. Du und meine Lettern verblassen. /
Wo sind die Sterne? Wo ist deine Gelassenheit? /
Ich bin unwürdig dich zu beschreiben. Ich habe /
Versagt, buchstabiere dich mit Tränen am Grabe. /
Du stehst zwischen Traum und Wirklichkeit.
Während Rose Ausländers letzten Aufenthaltes in New York von 1946 bis 1964 entstanden zwischen 1948 und 1956 über 200 englische Gedichte, die auch in der angelsächsischen Welt große Anerkennung fanden. Sie liefern den Schlüssel, um die Veränderungen im Schreibstil bei den deutschsprachigen Gedichten ab 1956 zu verstehen.
Rose Ausländer und Marianne Moore
In Deutschland war das Frühwerk von Rose Ausländer, welches sie bis 1944 geschaffen hat und auch ihre englischen Gedichte, die von 1948 bis Mitte 1956 entstanden, lange Zeit unbekannt. Erst als zwischen 1984 und 1990 das Gesamtwerk publiziert wurde, konnten sich die Leser ein Bild von den frühen Gedichten machen und es war die Dichterin selbst, die 1971 in dem Text Alles kann Motiv sein auf ihre englische Lyrik hinwies. «Nach mehrjährigem Schweigen überraschte ich mich eines Abends beim Schreiben englischer Lyrik. […] Viele jener Gedichte sind in amerikanischen Literaturzeitschriften erschienen, manche hat der Rundfunk WEVD gesendet. Warum schreibe ich seit 1956 wieder deutsch? Mysteriös, wie sie erschienen war, verschwand die englische Muse». Erst im Nachlass der Dichterin fanden sich 193 englische Gedichte und etwa 50 nicht zu Ende geführte Fassungen.
Dieses Buch und die gleichnamige Ausstellung spüren den Gründen für das englische Schreiben von Rose Ausländer nach, zeigen Manuskripte und Typoskripte, verweisen auf amerikanische Vorbilder, versuchen eine Einordnung der Bedeutung des neugefundenen Stils des Schreibens nach der Rückkehr in die deutsche Muttersprache und zeigen, welchen Einfluss die amerikanische Poetin Marianne Moore durch die Zusammenarbeit während einer Writers Conference und durch den folgenden Briefwechsel auf diese Entwicklung nahm.
Autoren:
Efráin Barquero (*1931),
Carlos Bolton (1917–2004),
Humberto Díaz Casanueva (1906–1992),
Óscar Hahn (*1938),
Tomás Harris (*1956),
Sergio Hernández (1931–2010),
Vicente Huidobro (1893–1948),
Ronald Kay (*1941),
Enrique Lihn (1929–1988),
Venancio Lisboa (1917–1993),
Mario Markus (*1944),
Mahfud Massís (1916–1990),
Gabriela Mistral (1889–1957),
Paz Molina (*1945),
Pablo Neruda (1904–1973),
Mila Oyarzún (1912–1982),
Nicanor Parra (*1914),
María Isabel Peralta (1864–1936),
Ulises Pereira (*1985),
Gonzalo Rojas (1916–2011),
Pablo de Rokha (1894–1968),
David Rosenmann Taub (*1927),
Jorge Teillier (1935–1996),
Volodia Teitelboim (1916–2008),
Aldo Torres (1910–1960),
Armando Uribe Arce (*1933),
Jaime Valdivieso (*1929),
Juvencio Valle (1900–1999),
Luis Roberto Vera (*1947),
Raúl Zurita (*1950)
großvater flieht
großvater flieht über die flimmerschwelle
im böhmischen dorf sieht er immer
die landschaft schweben über den nebeln
die familie auf porzellan gemalt, die sonntage
bewacht, hinter den wänden mutter und vater
im gebet bei tisch in zungen reden. schon wird
der grenzstrich bewegung. seine schritte setzen
geräusche, über gräben bewacht er die grenze
die ihn nicht zurückholen kann.
Hans Bender · Horst Krüger
Michael Guttenbrunner
Eine Köpenickiade im Hause Zuckmayer