Seher-Briefe

Arthur Rimbaud

Werke im Rimbaud Verlag

Band 1: Das Trunkene Schiff. Gedichte übertragen von Thomas Eichhorn; 5. Auflage 2010.

Band 2: O Zeiten, o Schlösser. Gedichte frz. dt. übertragen von Thomas Eichhorn; 1992.

Band 3: Ein Aufenthalt in der Hölle. Übertragen von Thomas Eichhorn; 2001.

Band 4: Leuchtende Bilder. Gedichte frz. dt. übertragen von Reinhard Kiefer und Ulrich Prill mit Anmerkungen von Claude Jeancolas und einem Text von Michel Butor; 2. Auflage 2016.

Île d’Ouessant

Jean Krier, geboren 1949 in Luxemburg, studierte Germanistik und Anglistik in Freiburg im Breisgau. Er veröffentlichte zahlreich in Literaturzeitschriften (u. a. Akzente, manuskripte, Sprache im technischen Zeitalter), sowie in Rundfunksendungen.
Krier starb 2013 in Freiburg im Breisgau.

beer-sheva

eines

bettlers sternenaussatz

das

blaue licht seiner füsse

der

maulbeerbaum seiner stirn

weisse tiere rings um beersheva

frau martita jöhr zu weihnachten 1963

 

Celan Studien (Neue Folge) 06 – Der Celan-Mythos

Leben die Bücher bald? – Friedrich Hölderlin

“Die Landschaft, aus der ich zu Ihnen komme, dürfte den meisten von Ihnen unbekannt sein”, erklärte Celan bei der Entgegenahme des Literaturpreises der Freien Hansestadt Bremen. “Es ist die Landschaft, in der ein nicht unbeträchtlicher Teil jener chassidischen Geschichten zu Hause war, die Martin Buber uns allen auf Deutsch wiedererzählt hat. Es war eine Gegend, in der Menschen und Bücher lebten.”

LTB 120 – Gedichte

Die Halbinsel

Zwei Fischer ziehn das Netz aus dem Gewässer. /
Den Raben ist die Stille nicht geheuer. /
Der Knabe schürt das schwache Reisigfeuer /
und wetzt am Stein sein Taschenmesser. /

Im Knieholz rührt der Wind die Haselruten, /
das sachte Wehen, wo begann es? /
Der toten Fische Kiemen bluten. /
Die Männer heißen Simon und Johannes.

 

HAH Bd. 19 – Heimsucht Fernweh

Signaturen, Forum für autonome Poesie, veröffentlichte unter dem Titel «aber wie ferne ist gestern/ wie kurz wird/ morgen» eine Rezension von Timo Brandt.

LTB 123 – Der Mann zwischen Fenster und Spiegel

Der Föhn

Der Föhn hat die letzten Fetzen /
Sommers aus Süden gebracht, /
im Tag, dem entsetzten, setzen /
fest sie sich, faulige Fracht. /
Das Welklaub will frisch auf die Bäume. /
Wir treiben in trägere Träume.

Wir ängstigen uns vor der Schwüle, /
die schwärt mit schimmligem Schimmer. /
Wir schließen die Fenster, die Zimmer /
und küssen die Kühle.

LTB 124 – Granitene Strophen will ich erbauen Obelisken voll knirschender Wut

Präludium

[…]

Granitene Strophen will ich erbauen, /
Obelisken voll knirschender Wut, /
in sie den Schrei der Fabriken einhauen /
und röchelndes Atmen und hungriges Schauen /
und Händeringen, Tränen und Blut! /

[…]

Kristallener Hymne donnere ich dann: werde /
Sturmbock gegen die Fron! /
Reck’ dich gewaltig mit Riesengebärde, /
entfache Vulkane, entzünde die Erde! /
sei Brandpsalm der Revolution! /

RTB 111 – Der Junge, der Asta Nielsen sah

Weltuntergänge

Auf und nieder auf und nieder /
Wunder gibt es immer wieder /

Wir wären alle schön verrückt /
Wenn uns der Untergang nicht glückt /

Was sagt uns der Prophet? /
Wenn die Welt schon untergeht /
Kommt alle Buß und Reu zu spät

Inhalt:

Vorwort

Sintflut im Zeitraffer:
«Das Jüngste Gericht» von Jacopo Tintoretto
Essay

Der Weltuntergang findet nicht statt:
Hörstück