Wunderbarer Wahn

“Die Gedichte dieses Bandes sind alle in meinem 88. und 89. Lebensjahr geschrieben worden. Wenn ich sie jetzt gesammelt sehe, fällt mir auf, wie verschiedenartig sie sind in Ton, Haltung, Aussage.” – Tuvia Rübner

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Klagebaum

In diesem Eden, in dieser Pracht


auglos


sprachlos


schattenlos


mit sechs löchrigen


vertrockneten Blättern


in Öde


gefräßiger Öde


steht


immer noch


mein langsam


gespaltener


Klagebaum

P 14

“… von der ungleichen Liebe zwischen einem promovierten West-Berliner Mittdreißiger und einem Ost-Berliner Jungen …”

– Munzinger Archiv, Ravensburg

“Eine der schönsten Liebesgeschichten, die die deutsche Literatur der letzten Jahre hervorgebracht hat … die Darstellung eines Frühlingserwachens, die dank einer gewissen bukolischen Heiterkeit in der zeitgenössischen Literatur ihresgleichen sucht.”

– Tilman Krause, Sender Freies Berlin

“So läßt sich der Roman auch als sensible poetische Topographie lesen, … eines Stromers, der Atmosphäre einzufangen weiß. Doch zugleich präsentiert Kröhnke … eine wohlkomponierte Romanze im Goldschnitt abendländischer Tradition.”

– Wilhelm Kühlmann, FAZ

“Kröhnke hält uns damit in Atem, daß er … uns zu Sympathisanten einer menschlichen Begegnung macht, der bei allem Außenseiterischen nie die Würde fehlt.”

– Martin Ripkens, Frankfurter Rundschau

“Ein Stück Zeitgeschichte, aber nicht so, wie sie einmal in Geschichtsbüchern vorzufinden sein wird.”

– Esther Bürki, Der Bund, Bern

Ein langes kurzes Leben

“Ich lebe in einem blutigen Land. Denke ich zurück, was schwierig ist – nie ist das, was war, das, was es jetzt gewesen zu sein den Anschein hat -, so dünkt mir, in jüngeren Jahren hätte ich diese Tatsache, ich meine den ersten Satz, einfacher akzeptiert, als ich es heute vermag.”

“Das ganze Leben ist ja nichts als Erinnerung. Das Licht eines Sternes, der vielleicht vor tausend Lichtjahren schon zerfallen ist. Selbst was wir Gegenwart nennen, ist Erinnerung, da alles Erlebte im Augenblick, wo es uns zu Bewusstsein kommt, wo wir es wissen, Erinnerung wird. Wirklichkeit ist, was wir nicht wissen.”


“Gräber besagen mir nichts. Sie sind leer. Die Toten leben unter uns, mit uns, wenn wir uns nicht vor ihnen versperren. Manchmal sehe ich sie in den Schatten in der Luft. Das ist seit einem Jahr ganz deutlich geworden. Sie verweilen nicht. Ich spreche sie nicht an und sie sprechen mich nicht an. Wir wissen schweigend voneinander, was zu wissen ist.”

Ernst Meister Jahrbuch 15. 2013 / 2014

Die Hörspiele

Ernst Meister hat dreizehn Hörspiele verfasst, die zwischen 1963 und 1975 von Radio Bremen und dem Süddeutschen Rundfunk ausgestrahlt worden sind und deren Texte in gedruckter Form vorliegen. Die dem ‹traditionellen Worthörspiel› zuzurechnenden Stücke, die alle eine im weitesten Sinne ‹Geschichte› erzählen, kreisen thematisch – in stärkerem Maße als die Gedichte des Dichters Ernst Meister – um alltägliche Begebenheiten und Begegnungen, um persönliche Erlebnisse und Erfahrungen.

LTB 086 – wieder hebe ich deinen blick auf

wieder hebe ich deinen /
blick auf /

worte im haar /
nimmt die erde die /
blumen zurück auch /

sie wird ertrinken

RTB 086 – Havarie

Ein aufgelaufenes Schiff kommt auf der Seite zum Liegen. Dieser nie willkommene Stillstand bietet den Aussichtspunkt zur Beobachtung, zum Schreiben, selbst wenn dieser weit unter der Wasseroberfläche zu liegen scheint.

Drei verschiedene Situationen eines Stillstands beschreiben die Geschichten in dem ersten Prosaband von Frank Schablewski.

Der Schriftsteller ist in Hannover geboren und aufgewachsen. Er studierte an der Kunstakademie in Düsseldorf. Verschiedene Stipendien und Preise zeichnen sein literarisches Schaffen aus. Darüber hinaus arbeitet er mit Künstlern zusammen. Seine Texte zur Kunst bilden aus den Wortbedeutungen verschiedener Sprachen eine Theorie der Ästhetik. In jüngster Zeit beschäftigen sich zunehmend Komponisten mit seinem Werk.

LTB 088 – Zuende bringen

Wenn in den Ecken der Wohnung die Nacht sitzt, /
ein großes irres Kind in den Raum grinst, /
und das Wort Draußenangst spricht, /
wie der Gehvogel, im zweiten Stock, durch die Zimmer /
spazieren geht, laut aufschreit und lacht, /
als säße der große Spaß im Ohrensessel. /
Vielleicht kommt dann der Dünne zum Staubessen, /
wenn draußen das Autolicht angeht – /
denn im Licht sieht man den Staub…

– 1996 –

HB Bd. 06 – Aufzeichnungen

HAH Bd. 16 – Sterngefieder. Die Ferne so nah

LTB 089 – Englischsprachige Lyrik aus vier Jahrhunderten Teil II

Lied  (I)

Von so vielen Dingen sprachen wir heut,


Doch ich weiß nicht, was war es gewesen,


Und ob es um Leid ging oder um Freud:


Doch oh, wie genau hab ich gelesen


Jedes Zauberwort, das ihre Augen mir gesagt!

Harrington Green

Englische Lyrik: John Donne (1572–1631), George Herbert (1593–1633), Edmund Waller (1606–1687), John Greenleaf Whittier (1807–1892), James Thomson (1700–1748), Helen Maria Hunt Jackson (1830–1885), William Henry Davies (1871–1940), Grace Stirling (verfasst um 1850), Coventry Patmore (1823–1896), Algernon Charles Swinburne (1837–1909), Thomas Hardy (1840–1928), Harrington Green (1891–1914), Alfred Noyes (1880–1958), Edna St. Vincent Millay (1892–1950), Christopher Brennan (1870–1932), Mary Gilmore (1865–1962), John McCrae (1872–1918), Charles H. Sorley (1895–1915), Siegfried Sassoon (1886–1967), Bryan Guinness (1905–1992), John Betjeman (1906–1984), Hugh MacDiarmid (1892–1978), William Butler Yeats (1865–1939), Rosemary Tonks (geboren 1932)

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Die zweisprachige Anthologie in drei Teilen ist das Ergebnis einer langjährigen intensiven Beschäftigung mit englischsprachiger Lyrik. Auch hier stand Pate die Idee, authentisches Wissen über das Wesen unserer Nachbarn aus dem reichhaltigen Fundus der Lyrik von vier verflossenen Jahrhunderten anzusammeln.