Rimbaud-Taschenbücher

Autor:

Detering, Heinrich

«Der Tod ein deutscher Meister»

Immanuel Weißglas’ frühe Gedichte
(Bukowiner Literaturlandschaft Bd. 68)
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 77)
96 S., fadengeh. Brosch., 2013

ISBN 978-3-89086-444-0

In seinen frühen Gedichten erprobt Immanuel Weißglas poetische Antworten auf das erlebte Grauen, die gerade in der Überanstrengung, in der Transformation und schließlich im Zerbrechen einer zum letzten Mal aufgerufenen Dichtungstradition ihr spannungsvolles Pathos gewinnt. Die vorliegende Studie plädiert für eine neue Lektüre und eine neue Bewertung dieser Texte. Heinrich Detering ist Professor für Deutsche und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Göttingen und Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Er veröffentlichte eine Reihe von literaturwissenschaftlichen Studien (u. a. Bertolt Brecht und Laotse, 2008, das Nietzsche-Buch Der Antichrist und der Gekreuzigte, 2010, Thomas Manns amerikanische Religion, 2012) und Gedichtbände (zuletzt Old Glory, 2012). Er erhielt zahlreiche wissenschaftliche und literarische Auszeichnungen, darunter den Leibniz-Preis (2009) und den Andersen-Preis (2012).

Autor:

Jordan, Joachim

«Die Wiederbegegnung mit mir selber»

Briefe von Immanuel Weißglas an Gerhart Baumann
samt Briefen von Beatrice Alexiu-Weißglas und Dokumenten
(Bukowiner Literaturlandschaft Bd. 59)
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 74)
1 Abb., 52 S., brosch., 2012

ISBN 978-3-89086-457-0

Die Briefe von Immanuel Weißglas an ihren im August 2006 verstorbenen Mann hat Marianne Baumann-Engels zur Veröffentlichung besorgt, geordnet und zur Verfügung gestellt, sowie außerdem mit aufschlussreichen Dokumenten ergänzt. Die erstmalige Publikation erfolgte 2010 im Rahmen des Immanuel Weißglas gewidmeten 14. Bandes der Jassyer Beiträge zur Germanistik: Andrei Corbea-Hoisie, Grigore Marcu, Joachim Jordan (Hg.): Immanuel Weißglas (1920–1979). Studien zum Leben und Werk. Konstanz, Jassy 2010.      

Autor:

Albers, Bernhard

Améry – Canetti – Hartung

Mit Briefen und Texten aus dem Nachlass
Kommentiert von Hanna Tröger
Mit Beiträgen von Ingrid Pohl und Hans Dieter Zimmermann
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 102)
152 S., fadengeh. Klappenbrosch., 2017

ISBN 978-3-89086-401-3

Inhalt: Rudolf Hartung: Mit Vergangenheit und Schicksal Rudolf Hartung: Die Freiheit, sein Leben zu beenden Briefwechsel Jean Améry und Elias Canetti Jean Améry und Rudolf Hartung Texte aus dem Nachlass von Elias Canetti Aufzeichnungen zu Jean Améry Rudolf Hartungs letzte Krankheit Brief von Elias Canetti Ingrid Pohl: Allein Ingrid Pohl: Anmerkungen zu Canetti Hans Dieter Zimmermann: Über Rudolf Hartung

Autor:

Bender, Hans , Lenz, Hermann ,

Anfänge sind schön

Briefwechsel 1953–1994
Hrsg. von Hans Georg Schwark und Walter Hörner
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 109)
3 Abb., 168 S., fadengeh. Klappenbrosch., 2018

ISBN 978-3-89086-328-3

Vier Jahrzehnte lang, von 1953 bis 1994, haben sie sich Briefe geschrieben: Hans Bender und Hermann Lenz. Beide standen am Beginn ihrer literarischen Karriere. Das Besondere an dieser Korrespondenz: der eine, Hans Bender, war nicht nur Autor, er war auch von Anfang an Herausgeber, zunächst von Literaturzeitschriften, und er wollte Schriftsteller fördern, die er schätzte und von denen er glaubte, sie ständen zu Unrecht im Schatten. Zu ihnen gehörte von Anfang an Hermann Lenz. Der dankt es ihm mit Briefen, die Hans Bender besonders erfreuten, sah er sich doch nicht nur als Förderer und Herausgeber angesprochen, sondern als Schriftstellerkollege, dessen Kurzgeschichten Hermann Lenz bewunderte. So ist dieser Briefwechsel auch ein Dokument über die frühen Jahre zweier Schriftsteller, die längst ihren Platz in der deutschen Literaturgeschichte gefunden haben.   Der WDR veröffentlichte am 27. März 2019 eine Rezension von Hermann Wallmann. WDR Mosaik brachte am 29. März 2019 den Beitrag von Hermann Wallmann.

Autor:

Leisten, Christoph

Argana

Notizen aus Marokko
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 96)
152 S., fadengeh. Brosch., 2016

ISBN 978-3-89086-433-4

Seit 1982 reist der Lyriker und Prosa-Autor Christoph Leisten regelmäßig nach Marokko. Seinen im Rimbaud Verlag erschienenen Prosaband «Marrakesch, Djemaa el Fna», eine literarische Annäherung an den titelgebenden Platz, würdigte Stefan Weidner in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung «als große Schule der Wahrnehmung». Mit weiteren Skizzen, Notizen und Prosaminiaturen vermittelt uns der Autor zweifellos den bleibenden Eindruck einer einzigen «großen» Reise durch Marokko.

Autor:

Győrffy, Ákos

Aus Akutagawas Notizblock

Aus dem Ungarischen von Lajos Adamik und Gerhardt Csejka
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 52)
80 S., brosch., 2006

ISBN 978-3-89086-598-0

       

Autor:

Stölzel, Thomas

Aus den Notizbüchern eines Menschenforschers

Die hier dargebotenen Notizen erscheinen in unter­schiedlichen Gestalten und Verdichtungs­graden: Aphoristische Texte, Aperçus, Einfälle, Maximen, Zitate, Fragmente, Fragen, Miniaturen und Materialien zu größeren Betrachtungen. Sie umkreisen auf ihre Weise ein unerschöpfliches Themenfeld: das menschliche Verhalten. Dadurch stehen sie in einer moralistischen Tradition, in der es darum geht, den Menschen möglichst illusionsfrei und pointiert in all seinen Ab- und Hintergründen zu beschreiben.

Autor:

Schmied, Wieland

Begegnung mit Samuel Beckett in Berlin

Autor:

Bernède, Arthur

Belphégor, das Phantom des Louvre

Aus dem Französischen von Heribert Becker
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 80)
372 S., brosch., 2013

ISBN 978-3-89086-435-8

Die dreizehnteilige Serie «Belphégor, Le fantôme du Louvre» aus den Kindertagen des Fernsehens basierte auf dem Unterhaltungsroman von Arthur Bernède aus dem Jahre 1927. Er diente dem Regisseur als Grundidee für ein filmisches Meisterwerk, durchaus vergleichbar mit Alfred Hitchcocks «Vertigo» (Rodenbachs «Brügge, die Tote») oder – bleiben wir im deutschen Raum – mit Helmut Käutners «Zürcher Verlobung» (Barbara Noack). Bernhard Albers Heribert Becker (*1942) arbeitete nach seinem Studium in Köln, Nancy und Paris (Germanistik, Romanistik) 30 Jahre lang als freier Autor für den Hörfunk. Ab Mitte der 70er Jahre spezialisierte er sich publizistisch mehr und mehr auf den Surrealismus. Als Autor, Ausstellungsmacher, Herausgeber und Übersetzer hat er bis heute über 80 Bücher publiziert, davon gut die Hälfte surrealistischen Inhalts: Anthologien sowie vor allem Übersetzungen von Autoren wie André Breton, Benjamin Péret, Leonora Carrington, Jacques Prévert u.a.

Autor:

Breton, André

Bindestrich

Texte 1952–1965
Ausgewählt und aus dem Französischen übersetzt von Heribert Becker
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 61)
144 S., brosch., 2008

ISBN 978-3-89086-545-4
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Wenn man über André Breton spricht, hat man vor allem den Begründer des Surrealismus vor Augen, den Mann, der einer Gemeinschaft von Dichtern und bildenden Künstlern seine Forderungen nach Strenge nahegebracht hat. So berechtigt eine solche Sichtweise auch ist, sie läuft Gefahr, zu Fehleinschätzungen seiner Person und seines Werks zu führen; wer sie vertritt, setzt den Surrealismus mit einer literarischen Schule gleich, obwohl er doch eine mit der Überzeugung einer revolutionären politischen Partei ins Leben gerufene poetische Partei war, und macht Breton zum bloßen Initiator einer Avantgardebewegung, während er in Wirklichkeit einen Typus von Schriftsteller verkörpert, wie ihn aufmüpfige junge Intellektuelle suchen, aber nur selten finden: den Anti-Vater.

Sarane Alexandrian
             

Autor:

Behnisch, Franz Joachim

Blumenkorso oder das Jahr 37

Prosa
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 26/27)
192 S., fadengeh. Brosch., 2004

ISBN 978-3-89086-669-7

Franz Joachim Behnisch (1920–1983), geboren und aufgewachsen in Berlin. Krieg, russische Gefangenschaft bis Ende 1948, Studium in München, Promotion in Würzburg. Er lebte, lehrte als Germanist und Historiker, und schrieb in seiner (ihm vom Schicksal zugedachten) Wahlheimat Weiden in der Oberpfalz. Themen seiner Romane, Erzählungen, Hörbilder, Kurzprosa und Lyrik sind vor allem Berlin und die Zeitgeschichte. In Blumenkorso (entstanden etwa 1970 bis 1972) konzentriert er sich nur auf das Jahr 1937, in dem festlich 700 Jahre Berlin gefeiert werden. Als Zeitzeuge und genauer Beobachter und im historischen Rückspiegel erzählt er analytisch präzise und mit poetischer Empfindsamkeit das Persönliche und Private. Die Zahl der Kapitel des Romans entspricht dem siebenarmigen Leuchter der Juden, den schrecklichsten Opfern jener Gräuel, die Hitler im November 1937 (Hoßbach-Niederschrift) unwiderruflich einleitete. Inhalt: 1. Kapitel: Drehpunkt Innsbrucker 2. Kapitel: Die Taucherschule 3. Kapitel: Mittwochsgesellschaft 4. Kapitel: Fliegende Adler 5. Kapitel: Korso I 6. Kapitel: Hoßbach-Niederschrift 7. Kapitel: Korso II Nachbemerkung

Autor:

Kittner, Alfred

Briefe an Alfred Margul-Sperber

1932–1966
hrsg. von George Guțu
(Alfred Kittner Briefe Bd. 4)
(Bukowiner Literaturlandschaft Bd. 76)
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 90)
90 S., brosch., 2015

ISBN 978-3-89086-471-6

Die in diesem Band wiedergegebenen Briefe von Alfred Kittner an seinen Landsmann Alfred Margul-Sperber, geboren am 23. September 1898, Storozynetz/Storojineț, gestorben am 3. Januar 1967 in Bukarest, liegen handschriftlich im Alfred-Margul-Sperber-Nachlass im Bukarester Nationalmuseum für Rumänische Literatur vor. Sie wurden von mir seiner Zeit beim Verfassen der Dissertation Die rumänische Koordinate der Lyrik Paul Celans (Leipzig, 1977) verwendet und später in der «Zeitschrift der Germanisten Rumäniens», Heft 1, 1992, S. 55–72, erstveröffentlicht.

George Guțu
George Guțu, geboren 1944 in Galatz/Galați, Rumänien, studierte Germanistik und Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig und wirkt weiterhin als nun emeritierter Germanistikprofessor und als Übersetzer an der Universität Bukarest.      

Autor:

Rosenkranz, Moses

Briefe an Kaspar Niklaus Wildberger

1978–1993
Vorwort Kaspar Niklaus Wildberger
Nachwort Bernhard Albers
(Bukowiner Literaturlandschaft Bd. 83)
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 97)
21 Abb., 108 S., Klappenbrosch., 2016

ISBN 978-3-89086-354-2

Letzte Erwartung Die Treppe knarrt. Ich halt den Atem an. Vielleicht kommt jemand jetzt zu mir: ein Weib ein Kind ein obdachloser Mann. Ich steh und warte hinter meiner Tür. Mein Herz schlägt lauter als im Augenblick da mir zum Kuß sich erster Mund genaht. Wer jetzt hereinkommt ist mein letztes Glück, ist die Erfüllung die ich oft erbat. Wer du auch seist, komm nur geschwind herein, hörst du die Glocke meiner Sehnsucht nicht; hörst du nicht einer Seele Hilfeschrein, die hinterm Türschloß Einsamkeit zerbricht?   aus: Wieder zu Haus; Klage und Bericht 4

Autor:

Bender, Hans , Canetti, Elias ,

Briefwechsel. 1963–1990

Hrsg. von Hans Georg Schwark und Walter Hörner
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 94)
6 Abb., 140 S., brosch., 2016

ISBN 978-3-89086-367-2

Hans Bender – Elias Canetti   Canetti schätzte Bender persönlich, er habe ihn «sehr gern», schrieb er an Wolfgang Kraus: «Ich glaube, man kann sagen, dass uns eine Freundschaft verbindet». Auch Bender direkt gestand er, er habe ihn «immer ganz besonders gemocht, für viele Schicksale und Qualitäten, und wenn ich den Mut gehabt hätte, zu den 50 schlimmen Charakteren auch 50 gute zu schreiben, wären Sie mehrmals darunter.» (aus: Sven Hanuschek: Elias Canetti. Biographie. München: Carl Hanser 2005) Inzwischen habe ich alle Briefe mit großem Interesse gelesen. Ich finde sie sehr schön. Obwohl manche von ihnen eher kurz sind und es darin hauptsächlich um die Veröffentlichung von Texten meines Vaters in den Akzenten / dem Jahresring geht, so sind sie meiner Meinung nach doch ein sehr wichtiges und durchaus auch persönliches Dokument für die jahrzehntelange Freundschaft meines Vaters mit Bender. Johanna Canetti an Bernhard Albers

Autor:

Rodenbach, Georges

Brügge. Die Tote

Der 1920 von Erich Wolfgang Korngold geschriebenen Oper «Die tote Stadt» diente Rodenbachs Roman als Vorbild.

Autor:

Kiefer, Reinhard

Café Moka

Nachschreibungen zu Agadir
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 22/23)
144 S., fadengeh. Brosch., 2003

ISBN 978-3-89086-685-7

Café Moka, das sind 114 Abschnitte mit Notizen zum Alltag in Agadir, mit Märchen aus 1001 Nacht, Taxifahrten, dem Platz der Gehenkten in Marrakesch, Geschichten aus der Zeit nach dem Paradies, Gedanken zum Koran, Ansichten zur arabischen Welt.

Autor:

Klein-Haparash, Jacob

Das Mädchen aus dem Souterrain

Romankapitel
Nachwort von Markus Bauer
(Bukowiner Literaturlandschaft Bd. 30)
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 32)
84 S., Klappenbrosch., 2. Aufl. 2019

ISBN 978-3-89086-643-7

Autor:

Barth, Emil

Das verlorene Haus

Eine Kindheit
(Gesammelte Werke Bd. 2)
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 36)
150 S., brosch., 2006

ISBN 978-3-89086-676-5

Autor:

Happel, Lioba

dement

Erzählung
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 88)
128 S., brosch., 2015

ISBN 978-3-89086-396-2

Wir sind so Stoff wie Träume draus gemacht und unser wenig Leben gerundet ist’s von einem Schlaf «Demenz ist für mich eine Art von hart aufscheinender Poesie geworden: Orts- und Wort-Verrückung; verschiedenste, nicht von der gleichen Ebene stammende Bewusstseinsterrains aneinander geschoben; scheinbar Zusammengehörendes zerbrochen. Schweigen. Weißer Raum. – Dies alles folgt für mich einer eigenen, von Mensch zu Mensch und vom Verlauf der jeweiligen Demenz her immer wieder neu zu erspürenden Logik.» Lioba Happel Lioba Happel spricht in ihrer Erzählung dement tatsächlich uns alle an und aus. Sie verwandelt ihre emphatischen Beobachtungen der Krankheit in Sprach-Bilder, die so evident wie einprägsam sind. Man merkt diesem beeindruckenden Buch an, dass ihm noch mehr und anderes zugrunde liegt als Lioba Happels Sprachkunst oder ihr intensiver Umgang mit demenzkranken Menschen. Die Autorin gehört zu einer Generation, die sich mit der Sprachlosigkeit der Eltern auseinandersetzen musste, insofern es um das Trauma des Krieges und Gefühle ging. Aus dieser historischen Perspektive betrachtet, hatte es die Nachkriegsgeneration mit einem kollektiven Vergessen zu tun, das von kollektiver «Demenz» nicht weit entfernt war. Daher der Wunsch, eine Sprache für das Unaussprechbare, und eine Gefühlssprache für unaussprechliche, verdrängte oder verschüttete Gefühle zu finden. Jan Koneffke, Büchermarkt, Deutschlandfunk   DIE ZEIT veröffentlichte am 26. Juni 2015 unter dem Titel «Wie Seekranke in einem Boot» eine Rezension von Hans-Peter Kunisch.

Autor:

Albers, Bernhard

Der Fall Michael Guttenbrunner

Eine Verteidigungsschrift
(Guttenbrunner-Studien Bd. 3)
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 73)
8 Abb., 52 S., brosch., 2011

Bei uns vergriffen! Out of Print! Epuisé!

ISBN 978-3-89086-464-8

Eine Verteidigungsschrift   Die Wehrmachtsakten im Österreichischen Staatsarchiv lassen keinen Zweifel daran, daß Guttenbrunner weder aktiv gegen das Hitlerregime Widerstand leistete, noch aus diesem oder einem anderen Grunde zum Tode verurteilt wurde. Läßt sich von daher seine Dichtung mit jener des Stephan Hermlin vergleichen? Dieser hatte nämlich behauptet, 1934 im KZ Sachsenhausen gewesen zu sein, also zu einem Zeitpunkt, wo es noch gar nicht errichtet war. Das Buch versucht darauf eine Antwort zu geben. «Eines Tages wird sich unser Verlagsprogramm bei einer bestimmten Käuferschicht, jenseits des Bestsellerrummels und Feuilletongeklüngels durchsetzen.» (Bernhard Albers in einem Brief an Michael Guttenbrunner vom 15. August 1992)      

Autor:

Monioudis, Perikles

Der Günstling der Gegenstände

Erzählung
Mit einem Nachwort von Peter Weber
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 53)
80 S., brosch., 2006

ISBN 978-3-89086-617-8

«Der Günstling der Gegenstände» erschien erstmals im Januar 1991 in einer Auflage von hundert Exemplaren im Selbstverlag des Autors. Im August 1996 erfuhr die überarbeitete Erzählung unter dem Titel «So weit das Auge reicht» eine Neuauflage im Aufbau-Verlag, Berlin, herausgegeben vom Literarischen Colloquium Berlin in der Reihe «Text und Porträt». Über Perikles Monioudis’ Erstling, der hiermit wieder unter dem Originaltitel erhältlich ist, schrieb die Süddeutsche Zeitung: «Wörter aus abgelegensten Registern, eine Musik von durchtriebener Komplexität. Man möchte nichts missen von dem, was den Sog dieser Prosa ausmacht. Eines der wunderlichsten Prosastücke der letzen Jahre.»

Autor:

Bender, Hans

Der Junge, der Asta Nielsen sah

Zehn Geschichten
Hrsg. und Nachwort von Hans Georg Schwark
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 111)
104 S., Klappenbrosch., 2019

ISBN 978-3-89086-313-9

Autor:

Gong, Alfred

Der letzte Diktator

Tragödie
Hrsg. und mit einem Nachwort von Bärbel Such
(Schriften der Alfred Gong Gesellschaft Bd. 5)
(Bukowiner Literaturlandschaft Bd. 67)
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 75)
106 S., brosch., 2012

ISBN 978-3-89086-448-8

Die vorliegende Tragödie Der letzte Diktator ist Alfred Gongs dramatischer Versuch, sich mit den letzten Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland und mit der Person Adolf Hitlers auseinanderzusetzen. Obwohl Gong weder den Diktator noch den Schauplatz des Geschehens beim Namen nennt und den auftretenden Ministern und Generalen fiktive Namen gibt, ist der historische Bezug doch offensichtlich, nicht zuletzt dadurch, dass Gong selbst der Tragödie voranstellt, sie liege in der Originalfassung aus dem Winter 1944/45 vor und sei nicht im Nachhinein den tatsächlichen Begebenheiten angepasst worden. Es lässt sich natürlich nicht ausschließen, dass Gong dennoch der Tragödie nach Kriegsende einige Details hinzugefügt hat, die ihm zum Zeitpunkt ihrer Entstehung nicht bekannt gewesen sein können. Besonders einige Einblicke in die Persönlichkeit Hitlers und seine Beziehung zu seinen Generalen legen eine Überarbeitung im Nachhinein nahe. Andere Aspekte, nicht zuletzt das Ende der Tragödie, deuten darauf hin, dass Gong tatsächlich nicht der Versuchung erlegen ist, sein Werk im Hinblick auf die geschichtlichen Tatsachen zu verändern. Nach Gongs eigener Aussage entstand die Idee zu der Tragödie im Herbst 1942. Im Juni dieses Jahres hatte die deutsche Wehrmacht ihre zweite Offensive in Russland begonnen und befand sich immer noch auf dem Höhepunkt ihrer militärischen Macht. Es gelang ihr, weit in den Kaukasus vorzudringen, und erst bei Stalingrad wurde ihr Vorstoß zur Wolga aufgehalten. Zwar schaffte es die Wehrmacht, den größten Teil der Stadt einzunehmen, jedoch leistete die Rote Armee erbitterten Widerstand, und gegen Ende November 1942 befand sich die Wehrmacht in der Defensive. Gong, Sohn einer jüdischen Familie aus Czernowitz in der Bukowina, lebte zu dieser Zeit auf der Flucht vor den Nazis unter falschem Namen in Bukarest – als «U-Boot,» wie er sein Dasein in seinem Gedicht «Bukarest, Juli ’44» beschreibt. Unter welchen Umständen er aber die Arbeit zu seinem Drama begonnen hat und inwiefern er über die Geschehnisse in Stalingrad unterrichtet war, ist nicht bekannt.

Autor:

Albers, Bernhard

Der Mensch ist nichts

Hubert Fichte in seiner Zeit
Eine Polemik
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 100)
11 Abb., 40 S., fadengeh. Klappenbrosch., 2016

ISBN 978-3-89086-355-9

Hubert Fichte (1935–1986) ist einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller der Nachkriegszeit. Inhalt: 1 Hans Henny Jahnn 2 Die zweite Schuld 3 «Wir können nicht lieben.» 4 Leonore Mau 5 «Leben, um eine Form der Darstellung zu erreichen.» 6 Die Edition 7 Marcel Proust 8 Im Feuilletonzeitalter 9 Agadir

Autor:

Flinker, Robert

Der Sturz

Roman
(Bukowiner Literaturlandschaft Bd. 64)
320 S., fadengeh. Brosch., 2013

ISBN 978-3-89086-451-8

«Aber daß ich hier sitze und mit Ihnen spreche, ist ein Wunder, ja vielleicht ist das sogar das größte von allen. Einmal gab es die Sterne, gab es Tag und Nacht, Sommer und Winter – und ich war nicht da und konnte sie nicht sehen. Dann Sommer und Winter – und ich war nicht da und konnte sie nicht sehen. Dann wurde ich, atmete, schlief und wachte, sah die Sonne und den Mond, fühlte Wärme und Kälte, wußte, was Liebe ist und Haß. Heute kann ich denken und träumen, kann Lust empfinden und Schmerz, kann sprechen oder schweigen. Und einmal wird das zu Ende sein, mein Körper wird noch da sein, doch ich werde nichts mehr wissen. Woher bin ich gekommen, wohin werde ich gehen? Niemand weiß es – es ist ein Wunder. Die Sterne aber werden weiter ihre Bahn gehen und die Sonne weiter in goldenem Licht erstrahlen. Wird auch das einmal ein Ende haben? Niemand weiß es, alles ist Wunder und Geheimnis.»    

Autor:

Siblewski, Klaus

Die diskreten Kritiker

Warum Lektoren schreiben – vorläufige Überlegungen zu einem Berufsbild
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 34/35)
176 S., brosch., 2005

ISBN 978-3-89086-640-6

Inhalt: I. Vom Schreiben schreiben Faszinosum Literatur: Moritz Heimann und Oskar Loerke, zwei Beispiele Und heute? – Vom Autor-Lektor zum Kritiker-Lektor Einstellungsgespräch am Kamin Mit Vertrauen in die Literatur Peter Suhrkamp, Siegfried Unseld – der neue Lektorentyp Mit abgeschlossenem Studium und die Arbeit an «mittleren» Büchern Sekundäres – aus primärer Lust II. Rezensieren, Porträtieren, Edieren – ein Beispiel 1. 1985 – Die erste Werkausgabe von Ernst Jandl Ein Lektor beginnt Zwei einfache und eine komplizierte Herausgaben Die erste Ausgabe der Werke Ernst Jandls Der Altverleger entscheidet Über Recherche zum Konzept Grundsätze der Edition Der Editionsplan Der erste Realisierungsversuch Der zweite Realisierungsversuch Ein Werk setzt sich durch 2. 1990 – Materialienbücher und die Arbeit an Peter Härtlings Gesammelten Werken Von den Vorzügen sperriger Bücher Neue Aufgaben des Herausgebers Das Gespräch über Autoren vertiefen Wenn Nähe zu groß wird oder Entfernung zu stark wächst Peter Härtlings Gesammelte Werke 3. 1995 – Ernst Jandl, seine Biographie: es wird wieder erzählt Ein Neubeginn Mit Jandl für Jandl – ohne Jandl für Jandl Der Lektor wird Autor Jandl für Buchhändler Eine erste Biographie und letzte Gedichte Vom Endes des Erzählens und seinen neuen Anfängen III. Die diskreten Kritiker Diskretion – Schutz des Genies Der Kult des Dienens und die Ökonomie Die Textingenieure – oder die Praxis praktisch gesehen Gezieltes Mitschreiben IV. Literatur über Lektoren Bücher und Aufsätze zum Thema Lebenszeugnisse Allgemeine Beiträge Anmerkungen

Autor:

Happel, Lioba

Die Feindin

Erzählung
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 87)
70 S., brosch., 2014

2. Auflage in Vorbereitung! Frühjahr 2020

ISBN 978-3-89086-404-4

Als ich letztes Jahr in Berlin «Medea» sah, fühlte ich mich in meiner Vermutung bestätigt, dass «die betrogene Frau» ein Archetyp ist, der eine Stimme in uns hat. Ich holte meinen Text «Die Feindin» aus der Schublade und begann ihn vorsichtig zu bearbeiten … und er sprach zu mir von diesem mörderischen, jahrtausendealten Schmerz, den Liebende in sich tragen; in den die, die sich verraten fühlen, hinabmüssen, wenn sie sich selbst in ihrer Nieder-Lage besiegen wollen. Insofern hat dieses Buch mit jedweder Biographie nichts zu schaffen. Lioba Happel

Autor:

Britting, Georg

Die kleine Welt am Strom

Erzählungen und Gedichte
Mit einem Nachwort von Dietrich Bode
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 54)
96 S., brosch., 2006

ISBN 978-3-89086-588-1

         

Autor:

Neumann, Gerhard

Die Rettung der Poesie im Unsinn

Über Günter Eich
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 57)
244 S., brosch., 2007

ISBN 978-3-89086-578-2

Stimmen zur Erstauflage: Wer Günter Eichs in der Dichtung zurückgelegten Weg, der für die Literatur- und Geistesgeschichte der letzten Jahrzehnte exemplarisch ist, abschreiten will, wird an Peter Horst Neumanns Buch nicht mehr vorbeigehen können. Er wird die zeitgeschichtlichen und religiösen Bedingungen des modernen Anarchismus besser begreifen, wenn er sie am Beispiel dieses zu Trauer und Liebe disponierten Dichters wiedererkennt.

Zürichsee-Zeitung
Neumann hat Eichs späte Dichtung rehabilitiert, auch für ihre Bewunderer, die sie, wie Böll sagte, ebensowenig begriffen haben dürften, wie ihre Kritiker.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
       

Autor:

Schmied, Wieland

Die schwierige Schönheit. Ezra Pound und die bildende Kunst

(Ezra Pound Studien II)
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 17/18)
124 S., brosch., 2003

ISBN 978-3-89086-705-2

Aus dem Inhalt: I–XI Einleitung. Die vielen Gesichter Ezra Pounds. Seine visuelle Sensibilität. Der Imagism. Ein Blick auf die Cantos und ihre Technik. Die Entwicklung Pounds. XII–XVIII London und der Vortizismus. Vorspiel mit Whistler. Die Freundschaft mit Gaudier-Brzeska. Die wechselnde Beziehung zu Wyndham Lewis. XIX–XX Paris und die Avantgarde. Constantin Brancusi und Francis Picabia. XXI–XXVI Italien und die Tradition der Renaissance. Sigismondo Malatesta und sein Tempio in Rimini. Die Fresken der Villa Schifanoia in Ferrara. XXVII–XXXVI Konsequenzen. Die Bedeutung bestimmter Bildwerke für die Cantos. Analyse von Pounds Urteilen über die bildende Kunst. Zeitgeschichtliche Parallelen: Jean Cocteau, Giorgio de Chirico, André Breton. Die verhängnisvolle Verknüpfung von Kunst und Ökonomie. Der Begriff der Schönheit und ein Blick auf Beardsley. Anmerkungen und Literatur Wieland Schmied, geboren 1929 in Frankfurt am Main, emeritierter Professor für Kunstgeschichte, hat sich über Jahrzehnte gleichermaßen mit Fragen der bildenden Kunst wie der Literatur beschäftigt. Dabei gehören der Maler Giorgio de Chirico und der Dichter Ezra Pound zu den Figuren, mit denen er sich am intensivsten auseinandergesetzt und über die er immer wieder geschrieben hat. Wieland Schmied, der mit dem Friedrich-Märker-Preis für Essayisten und dem Theo-Wormland-Preis für sein kunstschriftstellerisches Werk ausgezeichnet wurde, war von 1995 bis 2004 Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Er starb 2014 in Vorchdorf, Oberösterreich.

Autor:

Kröhnke, Friedrich

Die Weise von Liebe und Tod

Eine Novelle
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 76)
90 S., brosch., 2012

ISBN 978-3-89086-446-4

ielleicht sitzen da nur zwei altsprachlich Gebildete aus verschiedenen Generationen, die die ars amandi nicht zu leben, aber zu skandieren wissen … «der gescheiterte Versuch eines depressiven alternden Schriftstellers, einen jugendlichen Sekretär in seine Dienste zu nehmen»

Kritisches Lexikon der Gegenwartsliteratur

Autor:

Klein-Haparash, Jacob

Die Wette

Hrsg. und Nachwort von Otto F. Best
(Gesammelte Werke Jacob Klein-Haparash)
(Bukowiner Literaturlandschaft Bd. 38)
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 56)
232 S., brosch., 2007

ISBN 978-3-89086-582-9

         

Autor:

Kiefer, Reinhard

Die Wiedereinführung der Sprichwörter

Prosa
Nachwort Andrea Neuhaus
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 91)
140 S., brosch., 2015

ISBN 978-3-89086-378-8

So führen die Spuren, die in diesem Buch gelegt werden, tief hinein in das dichterische Werk Reinhard Kiefers und erhellen es für jene, die es kennen und lieben. Doch ist die Sammlung weit mehr als bloß ein Wegweiser: Sie ist das Porträt eines Dichters aus ausgewählten Gedanken.

Andrea Neuhaus
       

Autor:

Enders, Ria

Doktor Alzheimer bittet zu Tisch

Fünf Stücke
Zeichnungen von Ingrid Hartlieb
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 89)
5 farb. Abb., 218 S., brosch., 2015

ISBN 978-3-89086-389-4

Im Jahr 2015 jährt sich zum 100. Mal der Tod Alois Alzheimers, des Entdeckers der nach ihm benannten Demenzerkrankung. Die Beschäftigung mit dem Gehirn, mit dem Denken, mit dem Wissen und mit den Abgründen der Gehirnkrankheiten nimmt ständig zu. Was ist da oben alles in unserem Denkstübchen los! Die Wissenschaft forscht. Unser Gehirn ist zum Glück oder zum Unglück aber immer noch eine Terra incognita. Und was wird ihm alles zugemutet in unserem Beschleunigungs­wahnsinn! Konstruktionen. Destruktionen. Was sollen wir denn noch alles speichern. Was türmt sich da alles auf in löchrigen Wänden, die bis ins Weltall reichen. Wieviel Sicherungen sind schon durchgebrannt? Alles sehr dramatisch. Gefahren und Überforderungen. Da nützen alle Suchmaschinen nichts. Das Gehirn ist weiter weg als die Sterne. Inhalt: Einleitung Wo mein Kopf ist weiß ich nicht (Gedicht) Doktor Alzheimer bittet zu Tisch Die Fernsehphilosophin Eine Skulptur ist auch nur ein Mensch Friedas Schmetterlinge Dornröschenschlaf Nachwort

Autor:

Albers, Bernhard

Echnaton. Der Untergang einer Familie

Ein Essay
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 83)
48 S., brosch., 2013

ISBN 978-3-89086-453-2

Inhalt: I Echnaton als Künstler II Der Sonnengesang des Echnaton III Echnaton in der Oper    

Autor:

Rimbaud, Arthur

Ein Aufenthalt in der Hölle

(Werke Band 3)
übertragen von Thomas Eichhorn
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 2)
76 S., brosch., 2001

ISBN 978-3-89086-874-5

Im Zentrum der Dichtung des «verdammten Poeten», wie Verlaine Rimbaud später bezeichnet hat, schildert die «törichte Jungfrau» ihr Leben mit dem «Höllengemahl». Eingerahmt ist ihre wörtliche Rede allerdings durch verdeckte Hinweise, die erkennen lassen, daß es sich bei der Sprecherin in Wirklichkeit um gar keine Frau, sondern um einen «Gefährten» handelt und beide eine «komische Ehe» führen. Thomas Eichhorn erhielt für seine Neuübersetzung den André-Gide-Preis für deutsch-französische Literaturübersetzungen.

Autor:

Kiefer, Reinhard

Ein Geheimnis in Oberwald

Geschichte
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 55)
100 S., brosch., 2006

ISBN 978-3-89086-665-9

Autor:

Schmied, Wieland

Ein Irrer schreibt an einen Blinden

Inhalt: Ezra Pound heute Statt eines Vorworts Das Nō lehrte vieles Ezra Pound und das Nō-Spiel Sie wollten nicht Futuristen sein Der Vortizismus und seine Konsequenzen T. S. Eliot und Ezra Pound als Kritiker Versuch einer vergleichenden Übersicht Geborener Lehrer und fanatischer Leser Ein ABC des Lesens Ein Irrer schreibt an einen Blinden Ezra Pound in seinen Briefen an Wyndham Lewis Das Motiv des Scheiterns Ein Rückblick Er wollte verstanden werden Ezra Pound und die konkrete Dichtung        

Autor:

Kittner, Alfred

Erinnerungen an den jungen Paul Celan

sowie Die Briefe an Curd Ochwadt
(Alfred Kittner Briefe Bd. 2)
(Bukowiner Literaturlandschaft Bd. 43)
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 63)
96 S., brosch., 2008

ISBN 978-3-89086-551-5

Sie werden es, denke ich, begreifen und es mir nicht verübeln, wenn es mir widerstrebt, über Dinge zu sprechen, über die seit nunmehr drei Jahrzehnten schon unglaublich viel geschrieben wurde und vermutlich weitaus erschöpfender und mit mehr Sachkenntnis, als ich es heute zu tun ver möchte. Über meinen Landsmann und jüngeren Gefährten aus vergangenen Jugendtagen sind schon zu seinen Leb zeiten unzählige Abhandlungen geschrieben worden. Und noch viel mehr Veröffentlichungen folgten seit seinem Freitod im April 1970, welcher die, die ihm in seinen letzten Jahren öfter begegneten, wohl entsetzte, aber nicht eigentlich überraschte, da seine wiederholten Depressionszustände das Schlimmste befürchten ließen. Das waren Deutungsversuche, Kommentare, Interpretationen, die mitunter kläglich danebengriffen, späterhin Erinnerungen, Begegnungsberichte und anderes mehr.

Alfred Kittner
                 

Autor:

Schmied, Wieland

Erinnerungen an Ezra Pound (1885–1972)

(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 9)
76 S., Klappenbrosch., 2. Aufl. 2018

ISBN 978-3-89086-719-9

Aus dem Inhalt: Vorbemerkung 1: Eine Barriere des Schweigens Vorbemerkung 2: In Italien Auf der Brunnenburg Andere Stimmen «Ich bin nie mehr richtig wach» An den Salzmagazinen Die Klinik in Basel Bis zum Verstummen Nachspiel 1: Hailey, Idaho – Ketchum, Idaho Nachspiel 2: San Michele – San Giorgio

Autor:

Kreutz, Heinz

Erinnerungen an Stalingrad

(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 67)
14 Abb., 84 S., fadengeh. Brosch., 2008

ISBN 978-3-89086-537-9

Mit Erinnerungen ist es ja eine seltsame Sache, besonders wenn diese Erinnerungen weit zurückliegen. Es sind nicht immer nur die schrecklichen Begebenheiten an die man sich erinnert. Oft sind es kleine, fast nebensächliche Dinge, oder auch nur einfache Gesten der Freundschaft, der Güte oder der Pflichterfüllung die im Gedächtnis haften bleiben. Wie es auch sei, und wie die Gewichte der Erinnerung sich im Laufe der Zeit verschoben haben mögen. Die Erlebnisse der Kriegstage in Stalingrad haben mich seither begleitet, und sie gehören ganz einfach zu meinem Leben. Es mag sein, dass manche Ereignisse, die ich Ihnen vortragen werde, bis an die Grenzen der Glaubwürdigkeit gehen mögen. Bedenken Sie aber bitte, dass die Ursachen der Ereignisse ungewöhnliche, ja geradezu extremste Lebensbedingungen und Situationen gewesen sind. Aus der Fülle der Rückblicke habe ich zwölf Ereignisse zusammengestellt, zwölf Kapitel sozusagen und einen Prolog.

Heinz Kreutz
                 

Autor:

Flinker, Robert

Fegefeuer

Roman
(Bukowiner Literaturlandschaft Bd. 24)
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 30/31)
172 S., brosch., 2005

ISBN 978-3-89086-675-8

Autor:

Zimmermann, Hans Dieter

Französische Hauptstadt, deutsche Provinz

Marcel Proust und der große Krieg.
Bad Kreuznach und das kaiserliche Hauptquartier.
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 84)
3 Abb., 272 S., fadengeh. Brosch., 2014

ISBN 978-3-89086-406-8

Der große französische Schriftsteller Marcel Proust war nur einmal in Deutschland, 1897 im kleinen, damals beliebten Kurort Bad Kreuznach. Er wohnte mit Mutter und Bruder im «Hotel Oranienhof», in dem zwanzig Jahre später Hindenburg und Ludendorff die Schlachten planten, die Hunderttausenden das Leben kosteten. Bad Kreuznach war von Anfang 1917 bis Anfang 1918 Sitz des Kaiserlichen Hauptquartiers. Der letzte Band von Prousts großem Werk «Auf der Suche nach der verlorenen Zeit» zeigt die Folgen des großen Krieges in Paris, in dem das alte Europa unterging. Verantwortlich waren die politischen und militärischen Führer in den Hauptstädten, die Folgen trugen alle, das zeigt dieser Blick auf eine kleine gastfreundliche Provinzstadt, die vom Krieg beeinträchtigt wurde.   Die Süddeutsche Zeitung veröffentlichte am 29. September 2014 unter dem Titel «Ortstermin» eine Rezension von Lothar Müller.

Autor:

Celan, Paul

Gespräch im Gebirg

Mit einem Kommentar von Theo Buck
(Bukowiner Literaturlandschaft Bd. 15)
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 10)
60 S., brosch., 2002

ISBN 978-3-89086-744-1

Aus dem Inhalt: Entstehungszusammenhang Thema und Wirkungsabsicht Textbetrachtung Zeittafel Äußerungen Celans Meinungen und Deutungen Theo Buck, Jahrgang 1930, war Universitätsprofessor an der RWTH Aachen. Er arbeitet vor allem über Goethe, Büchner, die Literatur der Weimarer Republik, Celan, Johnson und Schädlich.

Autor:

Fisch, Michael

Gesten und Gespräche

Über Hubert Fichte
(Hubert-Fichte-Studien Bd. 4)
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 44)
128 S., brosch., 2005

ISBN 978-3-89086-615-4

Inhalt

I Gesten und Gespräche Vorbemerkung

II Verwörterung der Welt Herbert Jäger, Hermann Peter Piwitt und Josef Winkler im Gespräch über Hubert Fichte. Moderation: Michael Fisch 1 Einführung 2 Vorstellung von Josef Winkler 3 Gespräch mit Josef Winkler 4 Vorstellung von Hermann Peter Piwitt 5 Lesung von Hermann Peter Piwitt 6 Gespräch mit Hermann Peter Piwitt 7 Vorstellung von Herbert Jäger 8 Gespräch mit Herbert Jäger 9 Abschlussdiskussion

III Modellformen der Psyche Von der Sprache der Wissenschaften und der Fundierung des Poetischen bei Hubert Fichte 1 Poetische Anthropologie 2 Angst und Forschung 3 Wahrheit und Lüge 4 Modellformen der Psyche 5 Heilige Männer 6 Explosion der Forschung 7 Material und Empfindlichkeit 8 Sexualität und Gewalt 9 Reiseempfindungen

IV Der halbgeschmeckten Lust mehr reife Früchte Hubert Fichtes Rezeption des literarischen und musikalischen Barocks, vornehmlich des Werkes von Daniel Casper von Lohenstein 1 Verwörterung der Welt 2 Homosexualität und Literatur 3 Aggression und Empfindlichkeit 4 Lohensteins Trauerspiele 5 Mit Lohenstein gegen Luther 6 Rezeption und Psychologie 7 Lohensteins Agrippina und Fichtes Interpretation 8 Monteverdis Musik 9 Monteverdi und der musikalische Barock

Anmerkungen

Autor:

Nick, Dagmar

Götterinseln der Ägäis

Naxos. Paros. Mykonos. Delos. Sifnos. Thera.
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 24/25)
300 S., brosch., 2005

ISBN 978-3-89086-649-9

Dagmar Nick zeigt nicht nur das vordergründige Gesicht der Kykladen, sie weiß die Geschichte der sechs Inseln, ihre Landschaft, Volkskunst und überall auftauchende Mythologie so trefflich zu schildern, daß sich der Leser nicht mehr bei der Lektüre eines Sachbuchs wähnt, sondern von einem spannenden Roman gefesselt wird. Das Buch, das sich durch Schönheit und Prägnanz der Sprache, aber auch durch profundes Wissen von der Menge anderer Reisebücher abhebt. Ein informatives, dazu ein poetisches Buch, das Wissen vermittelt, ohne belehrend zu sein, das den Zauber der Landschaft eingefangen hat, ohne in Schwärmerei auszuarten. Das Buch von Dagmar Nick hat Seltenheitswert. Naxos, Paros, Mykonos, Delos, Sifnos, Thera – sechsmal gelingt die schwierige Annäherung. Ein Glücksfall, für den es kein Rezept gibt.

Süddeutsche Zeitung

Autor:

Kiefer, Reinhard

Gottesurteil. Paul Wühr und die Theologie

Kiefers Studie widmet sich einem Dichter, in dessen Werk theologische Motive und Vorstellungen eine zentrale Rolle einnehmen. Paul Wühr ist Zerstörer eines theologischen Dogmatismus und Retter theologischen Denkens für die Poesie.

Autor:

Schmied, Wieland

H. C. Artmann

1921–2000
Erinnerungen und Essays
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 3)
80 S., brosch., 2001

ISBN 978-3-89086-727-4

Mit H. C. Artmann, schreibt Wieland Schmied, verbinden mich viele Erinnerungen, wahrscheinlich – meine Familie ausgenommen – mehr als mit jedem anderen Menschen, ich möchte fast sagen: unendlich viele Erinnerungen. Es muß Anfang Dezember 1949 gewesen sein, daß ich ihn kennenlernte – so sind es gerade 51 Jahre, die wir uns gekannt haben. Der vorliegende Band enthält sechs Beiträge, die Wieland Schmied seit 1958 veröffentlicht hat. Es sind liebevolle Erinnerungen, die uns das Porträt eines edlen Ritters vermitteln.

Autor:

Schablewski, Frank

Havarie

Ein aufgelaufenes Schiff kommt auf der Seite zum Liegen. Dieser nie willkommene Stillstand bietet den Aussichtspunkt zur Beobachtung, zum Schreiben, selbst wenn dieser weit unter der Wasseroberfläche zu liegen scheint. Drei verschiedene Situationen eines Stillstands beschreiben die Geschichten in dem ersten Prosaband von Frank Schablewski. Der Schriftsteller ist in Hannover geboren und aufgewachsen. Er studierte an der Kunstakademie in Düsseldorf. Verschiedene Stipendien und Preise zeichnen sein literarisches Schaffen aus. Darüber hinaus arbeitet er mit Künstlern zusammen. Seine Texte zur Kunst bilden aus den Wortbedeutungen verschiedener Sprachen eine Theorie der Ästhetik. In jüngster Zeit beschäftigen sich zunehmend Komponisten mit seinem Werk.

Autor:

Kreutz, Heinz

Holzschnitte

Werkverzeichnis 1960–1989
mit einer Biographie und Ausstellungsverzeichnis
(Über Malerei Bd. 6)
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 45)
128 S., brosch., 2006

ISBN 978-3-89086-599-7

Heinz Kreutz, geboren 1923 in Frankfurt. 1940 Ausbildung als Fotograf. Kriegsdienst von 1940 bis 1942 in Stalingrad, Lazarettaufenthalt bis 1944 in Marburg. Bis zum 35. Lebensjahr arbeitet Kreutz als Weißbinder und fotografischer Gelegenheitsarbeiter. 1951 erhält er ein privates Stipendium, Aufenthalt in Paris und Südfrankreich. Seit 1976 lebt Heinz Kreutz in Antdorf (Bayern). Deutsches Informel Quadriga      

Autor:

Fichte, Hubert , Genet, Jean ,

Hubert Fichte, Jean Genet: Ein Interview

Mit einem Text von Mohamed Choukri
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 11)
66 S., brosch., 2002

ISBN 978-3-89086-717-5

Hubert Fichte (1935–1986) ist einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller der Nachkriegszeit. Das umfängliche Interview mit Jean Genet (1910–1986) führte Fichte 1975. Das Buch enthält die deutsche Fassung des Interviews.

Autor:

Schuster, Paul

Huftritt

Erzählungen
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 14/15)
160 S., fadengeh. Brosch., 2003

ISBN 978-3-89086-701-4

Der ursprünglich zweibändige, unvollendet gebliebene Roman «Fünf Liter Zuika», 1968 als erstes Werk eines deutschen Schriftstellers aus Rumänien im Westen auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt, konnte in Rumänien nicht abgeschlossen werden. Die Arbeit am dritten Band ist erst nach dem Umzug möglich geworden.

Autor:

Albers, Bernhard

Ich ist ein Wesen, das verschwindet. Über Reinhard Kiefer

(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 62)
9 Abb., 168 S., fadengeh. Brosch., 2008

ISBN 978-3-89086-544-7

«Bisher hat Reinhard Kiefer nur wenig Aufmerksamkeit bekommen. Zu leise, zu bedächtig scheint seine Prosa für den lärmenden Literaturbetrieb zu sein. Aber nicht nur das Schaffen derjenigen, die sich auf dem Markt durchsetzen, prägt die Signatur einer Zeit. Ihr verborgenes Fundament wird oft gerade von jenen gelegt, deren Ruhm verspätet einsetzt.»

Andrea Neuhaus
Mit Beiträgen von Susanne Schramm, Ralf Stiftel, Reinhard Ermen, Andrea Neuhaus, Elisabeth Axmann, Olga Martynova, Jan-Frederik Bandel, Hugo Sarbach, Reinhard Kiefer, Antonio Fian, Frank Schablewski, Richard Wall, Gerhard Neumann, Ulisse Dogà, Walter Gödden, Christoph Leisten, Christian Teissl, Perikles Monioudis, Ria Endres, Peter Urban-Halle.            

Autor:

Monioudis, Perikles

Im Äther. In the Ether

Eine poetologische Betrachtung der Wissenschaften und eine wissenschaftliche Betrachtung der Poesie.
A Poetological Exploration of Science and a Scientific Exploration of Poetics.
Ins Englische übersetzt von David Dollenmayer
(Zweisprachige Ausgabe deutsch – englisch)
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 41)
132 S., brosch., 2005

ISBN 978-3-89086-628-4

Perikles Monioudis, der auch geprüfter Telegrafist ist, schrieb seine Poetikvorlesung Im Äther (In the Ether) für das Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge, Massachusetts.

Autor:

Kreutz, Heinz

Interview

mit Kirsten Kretschmann-Muche
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 13)
84 S., brosch., 2003

ISBN 978-3-89086-706-9

Heinz Kreutz, geboren 1923 in Frankfurt. 1940 Ausbildung als Fotograf. Kriegsdienst von 1940 bis 1942 in Stalingrad, Lazarettaufenthalt bis 1944 in Marburg. Bis zum 35. Lebensjahr arbeitet Kreutz als Weißbinder und fotografischer Gelegenheitsarbeiter. 1951 erhält er ein privates Stipendium, Aufenthalt in Paris und Südfrankreich. Seit 1976 lebt Heinz Kreutz in Antdorf (Bayern). Deutsches Informel Quadriga

Autor:

Ehrich, Margot

Komm nach Madagaskar

Erzählungen
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 66)
114 S., brosch., 2. Aufl. 2016

ISBN 978-3-89086-539-3

«Poetische kurze Erzählungen, die allesamt ein ‹Fenster in der Traurigkeit› aufstoßen. Die in Bautzen geborene Autorin spürt dem Leben verlorener Menschen und ihren eigenen Erinnerungen nach.»

Sächsischer Kulturrat
«In der Geschichte dieses Kindes und seiner Mutter ist die Geschichte der Nation, der Welt, einer Welt-Zerrüttung. Sie fordert unsere Teilnahme und Erschütterung heraus. Weit über das Thematische hinaus, bewegt mich diese Sprache und Fähigkeit, ihr jenen Schub an Kraft zu geben, der sie in einem einleuchtenden Sinn modern macht. Margot Ehrich verfügt über jene Abbreviaturen, die unserem Zeitalter gemäß sind und trotzdem dichte Substanz vermitteln. Das Thema wird Syntax, ohne daß es doch zerfiele oder sich ins Ungreifbare zurückzöge.»
Gertrud Fussenegger
       

Autor:

Fichte, Hubert

Lustverlust

Ansichten eines alten Mannes
1972–1982
(Hubert-Fichte-Studien Bd. 6)
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 33)
84 S., brosch., 2007

ISBN 978-3-89086-642-0

Hier handelt es sich um das Interview mit dem sechzigjährigen Angestellten «Rolf», das 1972 geführt wurde. Fichte hatte Heinz Sachs, so sein wirklicher Name, 1964 kennengelernt. Da Fichte bei der Verschriftlichung die Fragen geschickt wegzulassen wusste, nimmt das Interview als exemplarischer Lebenslauf den Charakter eines inneren Monologs an, was auf mich bei Erscheinen einen grossen Eindruck machte. Vom § 175 hatte ich erst im Jahr seiner Abschaffung gehört. Da war ich achtzehn Jahr alt, mit einem, in dieser Hinsicht, enormen Informationsbedürfnis.

Bernhard Albers

Autor:

Ehrich, Margot

Mädchenlied

Erzählungen
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 58)
112 S., brosch., 2007

ISBN 978-3-89086-569-0

«Diese zarten gleichsam aus Luft und Schwermut gewobenen Gebilde haben für mich einen hohen Reiz, die epischen Schritte sind seltsam traumwandlerisch …»

Gertrud Fussenegger
«… könnte es sein, daß dies im Freien Schweben unsere Freiheit ist? Unsere vielgepriesene große Freiheit? Margot Ehrich spricht von alledem in ihren Geschichten, mir spricht sie davon, anderen gewiß ganz anderes, was ja den Reichtum aller Literatur ausmacht. Sie erzählt mit einer poetischen Souveränität, als wär es selbstverständlich, dies Wort ohne ironischen Kommentar oder Kontext so schlicht und einfach für sich sprechen zu lassen im so ganz und gar enttabuisierten Deutschland unserer Jahre: das Wort Heimat …»
Martin Ahrends
     

Autor:

Leisten, Christoph

Marrakesch, Djemaa el Fna

Prosa
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 43)
80 S., fadengeh. Klappenbrosch., 3. Aufl. 2017

ISBN 978-3-89086-611-6

Christoph Leisten debütierte im Rimbaud Verlag mit dem Lyrikband «in diesem licht» (2003). – «Leistens Schreibbewegung geht von einzelnen Wörtern und von eindringlichen optischen Erscheinungen aus. Das Licht dieser Texte sind die Reflexe von Spiegelungen, ein hell-dunkles Zwielicht auch, das seismosgraphisch Veränderungen anzeigt», schrieb Angelika Overath dazu in der Neuen Zürcher Zeitung. In der vorliegenden Prosaarbeit geht Christoph Leisten von einem Ort aus, nämlich dem berühmten Platz Djemaa el Fna in Marrakesch, wo Geschichtenerzähler und Akrobaten, Heiler, Wahrsager und Musikanten bis in die Gegenwart Tag für Tag ein Fest der Sinnlichkeit entfalten. In den 88 Fragmenten dieses Buches wird die Djemaa el Fna zu einer Schule des Sehens, des Hörens, der Poesie und der Begegnung mit dem Anderen.

Autor:

Nick, Dagmar

Medea. ein Monolog

Prosa
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 93)
80 S., brosch., 4. Aufl. 2015

ISBN 978-3-89086-949-0

Die Erzählung erschien zuerst 1988. In der Neuauflage ist ihr ein Gespräch zwischen Michael Basse und Dagmar Nick über «Medea, Kassandra und die Arbeit am Mythos» beigefügt.

Autor:

Burg, Josef

Mein Czernowitz

Erzählungen
(Bukowiner Literaturlandschaft Bd. 88)
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 103)
144 S., Klappenbrosch., 2018

ISBN 978-3-89086-337-5

Josef Burg, geboren 1912 in Wischnitz/Bukowina, starb 2009 in seiner Heimatstadt. Er trat schon früh mit seinen in jiddischer Sprache verfassten Erzählungen hervor. Burgs Figuren bevölkern das weite aufgerissene Land zwischen Wien im Westen und Baby Yar im Osten, zwischen Vilnius im Norden und Bukarest im Süden, das Gebiet, in dem einst über zehn Millionen Menschen Jiddisch gesprochen haben. Seine Erzählungen geben auch angesichts des Verhängnisses den Kampf um Spielräume menschlicher Entscheidungsmöglichkeiten, um Nischen der Verständigung, so wenig auf, wie Burg selbst seine Muttersprache, in all ihrer Plastizität und zupackenden Konkretheit, aufzugeben bereit ist.

Armin Eidherr

Autor:

Albers, Bernhard

Michael Guttenbrunner posthum rehabilitiert?

(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 85)
44 S., brosch., 2014

Bei uns vergriffen! Out of Print! Epuisé!

ISBN 978-3-89086-394-8

Michael Guttenbrunner wurde 1919 in Althofen in Kärnten geboren. Er lebte seit 1954 in Wien, wo er 2004 starb. Seine präzise Arbeit am Text ist an Karl Kraus geschult. Mit seinem Werk ist er für die österreichische Literatur durchaus das, was Ludwig Hohl für die Schweiz bedeutet. Die Wehrmachtsakten im Österreichischen Staatsarchiv lassen keinen Zweifel daran, daß Guttenbrunner weder aktiv gegen das Hitlerregime Widerstand leistete, noch aus diesem oder einem anderen Grunde zum Tode verurteilt wurde. Läßt sich von daher seine Dichtung mit jener des Stephan Hermlin vergleichen? Dieser hatte nämlich behauptet, 1934 im KZ Sachsenhausen gewesen zu sein, also zu einem Zeitpunkt, wo es noch gar nicht errichtet war. Das Buch versucht darauf eine Antwort zu geben. «Eines Tages wird sich unser Verlagsprogramm bei einer bestimmten Käuferschicht, jenseits des Bestsellerrummels und Feuilletongeklüngels durchsetzen.» (Bernhard Albers in einem Brief an Michael Guttenbrunner vom 15. August 1992)

Autor:

Albers, Bernhard

Michael Guttenbrunner. Ein Autor verschwindet

Ein Traktat
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 81)
50 S., brosch., 2013

Bei uns vergriffen! Out of Print! Epuisé!

ISBN 978-3-89086-432-7

Michael Guttenbrunner wurde 1919 in Althofen in Kärnten geboren. Er lebte seit 1954 in Wien, wo er 2004 starb. Seine präzise Arbeit am Text ist an Karl Kraus geschult. Mit seinem Werk ist er für die österreichische Literatur durchaus das, was Ludwig Hohl für die Schweiz bedeutet. Der Rimbaud Verlag verliert die Rechte am Werk Guttenbrunners, sieben Jahre nach seinem Tod, obwohl der Autor schriftlich bestätigte, daß er nur in diesem Verlag sein Werk wissen wollte. Wie es dazu kam, erfährt der Leser hier zum ersten Mal.

Autor:

Schultze, Bernard

Minotaurus vernichtet alle, die ihm nahekommen

Gesammelte Aufsätze zur Malerei 1957–1994
(Über Malerei Bd. 1)
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 98)
112 S., brosch., 2017

ISBN 978-3-89086-360-3

Autor:

Kröhnke, Friedrich

Murnau

Eine Fahrt
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 1)
72 S., brosch., 2001

ISBN 978-3-89086-722-9

«Der Wein macht mich froh. Ich meine, mein Blut kreisen zu spüren. Ich bin heiter. Ich bin geistreich. Ich lache. Ich parodiere. Mir ist eingefallen, wie ich Murnaus tödlichen Unfall zu Papier bringen will.»

Autor:

Gong, Alfred

Nacht würgt Europa

Tragödie in fünf Nächten
Hrsg. und mit einem Nachwort von Bärbel Such
(Schriften der Alfred Gong Gesellschaft Bd. 6)
(Bukowiner Literaturlandschaft Bd. 72)
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 79)
104 S., brosch., 2013

ISBN 978-3-89086-436-5

Tragödie in fünf Nächten Für seine Tragödie Nacht würgt Europa legt Gong gleich zu Beginn Zeitpunkt und Ort des Geschehens fest: «Frühling 1942, in einem von den Hitlertruppen besetzten europäischen Staate». Jedoch das Land bleibt unbestimmbar mit einem Schauplatz, der sich mal universell gibt, indem er an Jugoslawien, Griechenland und den umkämpften Osten denken lässt wie auch an die Kulturinsel Siebenbürgen – und mal surreal, märchenhaft, utopisch. Major Starnburgs Mitleid für Luise und Peter mutet zunächst merkwürdig an. Die beiden werden verdächtigt, mit Partisanen in Verbindung zu stehen und an einem Anschlag auf einen Militärzug beteiligt gewesen zu sein. Sie werden daher inhaftiert und zuerst Major Starnburg, dann Oberst Kritz vorgeführt. Seine Entschlossenheit, dem Paar zu Hilfe zu kommen, erklärt Starnburg damit, dass ihr Schicksal ihn an sein eigenes erinnere. So reich wie das Drama an Motiven und kleineren Handlungssträngen ist, zieht sich der Themenkomplex Liebe – Verzweiflung – Tod unter dem Motto eines Heine-Gedichts durch das gesamte Bühnenstück. Indem Gong den Figuren Starnburg und Kritz dichterische Ambitionen verleiht, weist er auf die oft formulierte Frage hin, wie ein Land, das Dichter wie Goethe und Schiller hervorbrachte, zugleich die Vernichtung von Millionen von Menschen unternehmen konnte. Auch Anatols Dichtung ist Ausdruck seiner Liebe. Es wird deutlich, dass ein Künstlerdasein und das Leben eines Kämpfers einander ausschließen. Der Ausgang der Tragödie ist für Unterdrücker wie Unterdrückte gekennzeichnet durch Verlust von Leben, Liebe und Integrität sowie Verzweiflung darüber, dass diese unter den vorherrschenden Verhältnissen keine Rolle spielen. Alfred Gongs Drama Nacht würgt Europa wird hier zum ersten Mal veröffentlicht.

Autor:

Drozdowski, Georg

Odyssee

XXX. Gesang
(Bukowiner Literaturlandschaft Bd. 89)
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 104)
64 S., Klappenbrosch., 2018

ISBN 978-3-89086-338-2

1935, unter dem Eindruck der wachsenden Kriegsgefahr in Europa veröffentlicht Jean Giraudoux sein Stück Der trojanische Krieg wird nicht stattfinden. «Warum sollte es zum Krieg kommen?» heißt es auf der Bühne. Der Erfolg war erwartungsgemäß überwältigend: beinahe zweihundertmal hinter einander musste das Werk gespielt werden. Der Autor starb 1944. Zwei Jahre zuvor veröffentlichte Jean Anouilh sein Stück Antigone nach der gleichnamigen Tragödie des Dichters Sophokles aus dem Jahr 442 v. Chr. Dieses Werk feierte man wiederum als Sinnbild für den französischen Widerstand gegen die deutsche Besatzungsmacht. Die Odyssee ist neben der Ilias das zweite, dem Dichter Homer zugeschriebene Epos. Es schildert die Abenteuer des Königs Odysseus von Ithaka auf der Heimkehr aus dem Trojanischen Krieg. Die homerischen Gedichte sind in einer Kunstsprache geschrieben, die «in dieser Form niemals wirklich gesprochen wurde.» (Herbert Bannert) Sie umfassen rund 12000 Hexameter in 24 Gesängen. «Mit dem vierundzwanzigsten Gesang», schreibt Georg Drozdowski, «endet die Odyssee und wir setzen sie im dreißigsten fort» und zwar mit einem «Heimkehrerstück» vor dem Hintergrund der Nachkriegszeit von 1945. Im Gepäck «alle Qualen des Leibes und alle Martern der Seele – Krieg, Schmerz, Hunger, Angst, ungestilltes Verlangen, bittere Gefangenschaft und getäuschte Hoffnung.»

Autor:

Greis, Otto

Poesie der Malerei

Aufzeichnungen und Briefe (1952–1999)
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 82)
64 S., brosch., 2013

ISBN 978-3-89086-431-0

Die Malerei von Otto Greis wird von dem Anspruch geleitet, die gegebene Fläche des Bildträgers im Bild selbst aufzulösen. Diese Vorstellung formuliert er 1960 in einem Brief an den Kunsthistoriker Karlheinz Gabler: «Viele Maler hören dort auf, wo das Problem der Malerei beginnt, bei der Durchdringung mit der dritten Dimension.» Doch nicht erst ab den 60er Jahren widmet sich Greis Problemen des «Raumkörpers», so der von ihm gewählte Begriff. Vielmehr begleitet ihn dieser als Grundton beständig und findet in den deutlich wechselnden stilistischen Phasen unterschiedliche Ausformungen.

Autor:

Breton, André

Pont-Neuf

Texte 1945–1954
Ausgewählt und aus dem Französischen übersetzt von Heribert Becker
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 78)
156 S., brosch., 2013

ISBN 978-3-89086-437-2

«Ich stelle ihn», schrieb einst Eugène Ionesco über André Breton (1896–1966), die zentrale Figur der surrealistischen Bewegung, «auf eine Stufe mit Einstein, Freud, Jung oder Kafka. Mit anderen Worten, ich betrachte ihn als einen der vier oder fünf großen Reformer des modernen Denkens.» Diese überragende Bedeutung Bretons manifestiert sich nicht nur in seinen «großen» Büchern (Manifeste des Surrealismus, Nadja, Die kommunizierenden Röhren, Amour fou etc.), sondern auch in der Vielzahl «kleiner» Schriften, die er veröffentlicht hat – Vorträge, Essays, Polemiken, Vor- und Nachworte usw. – und von denen hier einige, wie zuvor schon in dem Band Bindestrich. Texte 1952–1965 (Rimbaud Verlag 2008), in deutscher Erstübersetzung vorgestellt werden: Texte zum Surrealismus, zum Film, zur Kunst der Südsee, zum sog. Sozialistischen Realismus, zur Magie von Paris («Pont-Neuf») u.a. Heribert Becker (*1942) arbeitete nach seinem Studium in Köln, Nancy und Paris (Germanistik, Romanistik) 30 Jahre lang als freier Autor für den Hörfunk. Ab Mitte der 70er Jahre spezialisierte er sich publizistisch mehr und mehr auf den Surrealismus. Als Autor, Ausstellungsmacher, Herausgeber und Übersetzer hat er bis heute über 80 Bücher publiziert, davon gut die Hälfte surrealistischen Inhalts: Anthologien sowie vor allem Übersetzungen von Autoren wie André Breton, Benjamin Péret, Leonora Carrington, Jacques Prévert u.a.

Autor:

Nick, Dagmar

Rhodos, erinnert

Reiseliteratur
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 60)
248 S., brosch., 2007

ISBN 978-3-89086-557-7

Rhodos von Dagmar Nick, eines der schönsten Bücher über die griechische Insel. Es ist im allerbesten Sinn ein richtiges Reisebuch.

Mannheimer Morgen
Die Insel findet hier eine wahrlich würdige Darstellung. Man müßte das Buch studieren, ehe man sich dahin begibt. Wenigstens lesen muß man es. Hat man einmal damit angefangen, wird man ohnedies nicht mehr aufhören wollen und so alles über Geschichte, Menschen und Kulturen erfahren.
Die Furche, Wien
Ein ganz vortreffliches Buch, weil es Kenntnis und Erlebnisfähigkeit und lebendige Darstellung vereint. Kein Reiseführer üblicher Art, aber auch keine hymnischen Impressionen.
Nürnberger Nachrichten
In prägnanter und phantasiereicher Sprache malt Dagmar Nick das alte und neue Rhodos. In klassisch formulierten Sätzen erfahren wir die Geschichte und Gegenwart der Insel. Eine Studie für Sprachästheten, Archäologen, Kunsthistoriker und Reisende, die die Antike bewundern und erhabene Landschaft lieben. Dem Buch ist weiteste Verbreitung zu wünschen.
Neue Bücherei
   

Autor:

Ausländer, Rose , Bender, Hans ,

Rose Ausländer – Hans Bender. Briefe und Dokumente

Hrsg., Vor- und Nachwort von Helmut Braun
Transkribiert von Karin Dosch
(Bukowiner Literaturlandschaft Bd. 48)
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 71)
168 S., fadengeh. Brosch., 2009

ISBN 978-3-89086-517-1

1958–1995

  Die Korrespondenz von Rose Ausländer und Hans Bender spiegelt die Beziehung zwischen einer Lyrikerin und einem Herausgeber und Kritiker, die sich beide schätzen, deren Briefe aber fast durchgängig den Charakter einer «geschäftlichen» Verbindung aufzeigen. Da ist die Dichterin, die zunächst in Deutschland vollkommen unbekannt ist (1959) und dem Herausgeber ihre allererste gedruckte Publikation hier verdankt. Die später, vor allem in der Zeit von 1971 bis 1976, trotz mehrerer Buchpublikationen ein literarischer Geheimtipp bleibt und um zumindest in Leserkreisen, die sehr an neuer Literatur interessiert sind, in Erinnerung zu bleiben, auf Drucke ihrer Gedichte in Literaturzeitschriften, Jahrbüchern und Anthologien angewiesen ist. Ihr Briefpartner ist der angesehene Herausgeber eben solcher Publikationen, den sie mit ihren Texten «versorgt», gelegentlich gar überschüttet, immer wieder auf Veröffentlichungen drängend, mit wenig Verständnis für die Situation, in der er sich befindet, der möglichst vielen Autoren gerecht werden will und muss.                  

Autor:

Khallouk, Mohammed

Salam Jerusalem

Vorwort Marc Thörner
Mit Fotos von Samy Charchira
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 107)
24 Abb., 94 S., Klappenbrosch., 2. erweiterte Aufl. 2018

ISBN 978-3-89086-342-9

In Marokko, wie auch in anderen islamischen Ländern, fehlt ein wichtiger Baustein der Kultur, des Alltags. Es fehlt das jüdische Element, das immer, wie in anderen Ländern, wichtig war, um Diversität am eigenen Leib zu erleben. Stattdessen hat sich in vielen arabischen Ländern eine Monokultur ausgebreitet, nach dem Motto: «Wir sind uns selbst genug und brauchen gar nichts über die anderen zu wissen. Wer dennoch nach dem Anderen fragt, ist ein Verräter.» Diese Logik ist für die arabischen Gesellschaften fatal, sie führt nicht, wie ihre Verfechter behaupten, zu Stärke und Einheit, sondern zu Stagnation, Schwäche und Zersplitterung. Khallouk durchbricht im Selbstversuch die Selbstbeschränkung, führt dabei genau Buch, über jedes einzelne Detail. So sehen wir Palästinenser, die dem Mit-Araber erst kameradschaftlich die Schwelle senken, nur um ihn hinterher knallhart zur Kasse zu bitten. Israelis, deren hohe Schwelle er erst mal überwinden muss, weil er nun einmal Mohammed heißt, die sich aber hinterher als professionell, kollegial, ja sogar freundschaftlich erweisen. Was nicht bedeutet, dass er sich bei der Ausreise nicht bis auf die Unterhose entkleiden muss, als wäre er ein Sträfling. Für Beobachter der islamischen Welt sind Bücher wie dieses Lichtblicke. Wenn scheinbar unveränderliche Strukturen, wieder einmal jede Hoffnung schwinden lassen, wenn sich nach dem arabischen Frühling plötzlich wieder die altbekannten Herbstgesichter zeigen, dann erinnert jemand wie Mohammed Khallouk daran, was diese Region in dieser Zeit so faszinierend macht: Die Aussicht, dass Beobachter wie er sich nicht mehr auf überkommene Denkgewohnheiten festnageln lassen, dass sie mithilfe ihrer multiplen Identitäten neue Perspektiven aufzeigen, dass Stimmen wie die seine lauter werden, dass sie eine Dynamik entfesseln, die irgendwann eine echte Explosion auslösen: Eine Explosion an Kreativität.

Marc Thörner

Autor:

Rimbaud, Arthur

Seherbriefe

(Werke Bd. 5)
Nachwort: Bernhard Albers
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 64)

ISBN 978-3-89086-326-9

Autor:

Bronnen, Arnolt

Septembernovelle

Arnold Bronnen (1895 in Wien geboren und 1959 in Berlin gestorben) war mit seinem Stück Vatermord, das 1920 als Buch erschien und 1922 in Frankfurt uraufgeführt wurde, einer der erfolgreichsten deutschen Dramatiker nach dem Ersten Weltkrieg. Das Stück spielt im Proletariermilieu mit eindringlicher Sprach­gestik. Der tyrannische Vater begehrt den jungen schönen Sohn, der sich wiederum zum Mord durch seine Mutter verführen läßt. Den Vatermord selbst erlebt er als Orgasmus: Eine Zumutung nach dem Ende des prüden Wilheminismus. Die Aufführung des Stückes an verschiedenen Bühnen rief Proteste hervor, die meist in Hand­greiflichkeiten endeten. Wir wollen die Biografie der unablässigen Wandlung des Autors nicht weiter verfolgen: Seine Nähe zu Brecht bis 1926 oder zu Joseph Goebbels, dessen Geliebte er 1930 heiratete und bis zu ihrem Freitod 1935 eine Ménage à trois führte. Schon 1930 hatte er mit den Brüdern Ernst und Friedrich Georg Jünger und etwa dreißig SA-Leuten einen Vortrag Thomas Manns im Berliner Beethoven-Saal gestört, der vor den Gefahren des aufkommenden National­sozialismus warnte. Bronnens «Gelöbnis treuester Gefolgschaft» für Hitler erfolgte im Oktober 1933. Dennoch wurde er 1937 aus der Reichsschrifttums­kammer ausgeschlossen und erhielt 1943 Publikationsverbot. Er ging in den kommunistischen Widerstand. Offensichtlich hatte er früher, so Carl Zuckmayer, «als dafür noch ein Markt war, zu viel Brunst geschrieben. Zu viel Mutterbeschlafung, zu viel Exzesse. Die Nazis konnten einen Mann mit solch entarteter Vergangenheit ihrem Spießbürgertum nicht zumuten.» Zwar trennten Thomas Mann und Arnold Bronnen politisch Welten, doch haben sie in ihrer Literatur einen überdeutlichen Berührungs­punkt. Beide schrieben eine Novelle bestimmten Inhalts. Thomas Mann bezeichnete den Tod in Venedig als «Tragödie der Entwürdi­gung». Arnold Bronnen spricht in der Septembernovelle von einem «Gift», das «das Leben zerbricht». Gemeint ist das zu Literatur gewordene homosexuelle Begehren eines situierten Mannes, welches auf einen schönen Jüngling gerichtet schließlich in den Untergang führt. Im Grunde ist es, so Thomas Mann, «die alte, gute Geschichte: Werther erschoss sich, aber Goethe blieb am Leben.» Der Literaturwissenschaftler Hans Mayer äußerte einmal nach dem Krieg Brecht gegenüber, dass die frühe Erzählung Septembernovelle doch «wirklich schlecht» sei. «Brecht sah mich strafend an und erwiderte: ‹Das ist ganz große Prosa!›» (Hans Mayer: Ein Deutscher auf Widerruf, Band 2, Frankfurt/Main 1984)

Bernhard Albers

Autor:

Bandel, Jan-Frederik

Signierte Wirklichkeit. Zum Spätwerk Arno Schmidts

(Studien zur Literaturgeschichte Bd. 4)
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 37/38)
226 S., brosch., 2005

ISBN 978-3-89086-631-4

Inhalt: Prolog: Andere Wege I. Der Weg ins Freie II. Kaputt II.1 Psychische und sexuelle Defekte II.2 Kontaminierte Worte, verdichtete Bilder III. Schutzgebiete III.1 Schmidt fecit III.2 Buchstaben-Zauber III.3 Puppenwelten IV. Bunte Muster der heut verwirrten ungestalten Welt V. Architektur der Schule V.1 Hintermeister V.2 A House on Imagination Road V.3 Gaukelspiel VI. An den Mischungsstellen VI.1 Autobiografisches Gespräch VI.2 Die Stimme des Daidalos VI.3 Die Welt im Kopfe des Einen Verwendete Literatur Anmerkungen   Rezension literaturkritik

Autor:

Nick, Dagmar

Sizilien

(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 5/6)
288 S., fadengeh. Brosch., 2002

ISBN 978-3-89086-739-7

Sizilien ist die Insel der Sikuler, der Griechen, der Römer, der Araber und Normannen, und so knüpft sich an jeden Tempel, jede zusammengestürzte Säule, an jeden Berg und jede Kirche ein farbiges Gewebe aus Sage und Historie, durch das uns die Autorin führt. Doch auch die Gegenwart kommt nicht zu kurz.

Autor:

Guldin, Rainer

Spiegelgeschichten

Zu Hubert Fichtes und Hans Henny Jahnns Thomas Chatterton
(Hubert-Fichte-Studien Bd. 8)
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 65)
152 S., brosch., 2010

ISBN 978-3-89086-961-2

Aus dem Inhalt: Einführung

  1. Hans Henny Jahnns Thomas Chatterton: Düsterkeit und Abtrünnigkeit
  2. «Fifty-fifty»: Zur Bedeutung des Doubles und der Verdoppelung
  3. Hubert Fichtes Chatterton und Chatterton: Aufruhr und Profanation
  4. «Die Spur des dunklen Engels»: Biographische und intertextuelle Motive
  5. Ernst Penzoldts Der arme Chatterton: Ambivalenz und Verspieltheit
Schluss

Autor:

Bandel, Jan-Frederik

Tage des Lesens

Hubert Fichtes Geschichte der Empfindlichkeit
(Hubert-Fichte-Studien Bd. 5)
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 42)
160 S., brosch., 2006

ISBN 978-3-89086-600-0

Inhalt: Jan-Frederik Bandel: «Ich möchte sie eigentlich nicht veröffentlichen.» Zur Genese und Edition von Hubert Fichtes Geschichte der Empfindlichkeit. Einleitung Mario Fuhse: Von der Utopie über deren Scheitern zur Utopie. Zum Konzept der Geschichte der Empfindlichkeit von Hubert Fichte Roland Spahr: Eine Ästhetik des Fließens. Zum Abschluss der Geschichte der Empfindlichkeit Robert M. Gillett: Geschichten einer Geschichte. [Text]kritische Anmerkungen am Rande von Hubert Fichtes Die schwarze Stadt Gerd Schäfer: Neudeutsche Wälder, oder: Mutmaßungen über Hubert Fichte. Tage des Lesens, eine Geschichte der Empfindlichkeit und Nächte des Ahnens Anhang Die Geschichte der Empfindlichkeit – Chronologische Übersicht der erschienenen Bände Beiträger Anmerkungen    

Autor:

Kiefer, Reinhard

Thomas Mann

Letzte Liebe
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 4)
64 S., brosch., 2001

ISBN 978-3-89086-729-8

Trotz der Zufriedenheit, trotz der Gewißheit, große Tage verlebt zu haben, die so gewiß nicht mehr wiederkommen, spürte er in sich zugleich einen starken Mangel an Rührung, an Betroffenheit. Was hatte man denn in solchen Augenblicken des Triumphs, und von solchen hatte er ja schon recht viele erlebt, zu empfinden? Er wußte es nicht mehr genau. Vielleicht hatte er es vergessen. «Was man alles vergißt. Manches will man ja auch vergessen. Man ist dann recht dankbar, wenn es gelingt.» Etwas in ihm war schon sehr weit, schon in Auflösung. Was geschah, das waren Variationen, Wiederholungen auf freilich hohem Niveau.   Ria Endres über dieses Buch

Autor:

Bachmann, Guido

Wannsee

Mit Erzählungen von Jürgen Buchmann und Reinhard Kiefer
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 99)
64 S., fadengeh. Klappenbrosch., 2016

ISBN 978-3-89086-375-7

Kleist gab keine Antwort, ging hin und her, hämmerte sich mit der Faust an die Stirn und befahl nach einer Weile dem herbeizitierten Hausdiener, er möge vier Lichter bringen, die während der ganzen Nacht brannten. Es fröre ihn, sagte Kleist, es fröre ihn, obwohl im Ofen das Feuer brannte, es fröre ihn. Bachmann beschreibt Kleists letzte Tage in einer farbigen, Kleist nahen Sprache.

Autor:

Teissl, Christian

Wege ins Ungereimte. Zur Lyrik Michael Guttenbrunners

(Guttenbrunner-Studien Bd. 1)
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 39/40)
250 S., brosch., 2005

Bei uns vergriffen! Out of Print! Epuisé!

ISBN 978-3-89086-630-7

Der am 12. Mai 2004 verstorbene Michael Guttenbrunner war, als Dichter wie als Mensch, eine Erscheinung, die sich allen Schablonen entzog. Immer wieder wurde und wird er bis heute als ein Alleingänger, als zorniger Außenseiter, als eigenwilliger Sprach- und Zeitkritiker, als überaus traditionsbewußter Lyriker gewürdigt, und alle diese Charakterisierungen können durchaus einige Berechtigung für sich in Anspruch nehmen, erfassen aber lediglich einzelne Züge seiner Persönlichkeit und nicht deren eigentliche Größe und Eigenart.   Inhalt: Vorwort I. Bausteine einer intellektuellen Biographie 1. Drei Thesen, statt einer Einführung 2. Der Lebensweg des Autors 3. Der Autor im Kontext seiner Generation 4. Der Lyriker II. «Ich allein singe heute vom Krieg» – Bilder des Krieges in Guttenbrunners Lyrik 1. «Schwarze Ruten» – eine ahistorische Antikriegslyrik? a) Aufbau und Gestalt des Bandes «Schwarze Ruten» b) Der Krieg und das Erlebnis Griechenland c) Der Zug ins Allgemeine d) «Schlachtfelder» 2. Parallelen und Kontrastive zu Guttenbrunners «Schwarzen Ruten» – die Kriegslyrik von Walter Toman und Gerhard Fritsch 3. Aufschrei versus Reportage: Guttenbrunners Gedicht «Angriff» und Theodor Kramers Gedicht «Durchbruch» 4. Die Kategorie des Politischen und der Krieg als Absturz in die Apokalypse: Guttenbrunners «Prüfung» und Josef Leitgebs «Krieg» III. Guttenbrunners Lyrik vor dem Hintergrund der österreichischen Nachkriegsliteratur 1. Ein «schwieriges Erwachen». Die junge Lyrikergeneration nach 1945 im Bannkreis von Trakl und Rilke 2. Leitfiguren und Geistesverwandte – Csokor, Hakel, Hölzer und Lebert 3. Guttenbrunner im Literaturbetrieb seiner Zeit 4. Der Weg des Lyrikers Guttenbrunner vom Kriegsgedicht zum Zeit-Bild 5. Schlussfolgerungen Literaturverzeichnis Anmerkungen

Autor:

Hieronimus, Ekkehard

Wilhelm von Gloeden. Photographie als Beschwörung

(Bibliothek des Blicks Bd. V)
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 105)
12 Abb., 112 S., Klappenbrosch., 2018

ISBN 978-3-89086-336-8

Wilhelm von Gloeden (1856–1931) war um die Jahrhundertwende ein international anerkannter Photograph hauptsächlich männlicher Akte. Nach dem Ersten mehr noch nach dem Zweiten Weltkrieg geriet sein Werk vollends in Vergessenheit. Dieser Aufsatz war zuerst Bestandteil eines Ausstellungskataloges zur Jahrhundertausstellung «Otto Meyer-Amden / Wilhelm von Gloeden / Elisàr von Kupffer» in der Kunsthalle Basel. 15. Juli bis 9. September 1979. Ekkehard Hieronimus (1926–1998) hat diesen Beitrag leicht überarbeitet und mit einem Untertitel versehen. Die 2. Auflage erscheint anlässlich seines 20. Todestages.

Autor:

Mayer, Hans

Wir Außenseiter

Eine Rede
Nachwort Hans Dieter Zimmermann
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 95)
2 Abb., 80 S., fadengeh. Klappenbrosch., 2. Aufl. 2016

ISBN 978-3-89086-361-0

Peter Huchel, auch er ein enger Freund von Mayer seit DDR-Tagen, gab mir den Tipp: «Mit Hänschen ist es ganz einfach, sie müssen ihm jeden Tag ein Kompliment machen, dann ist er reizend.» Das stimmte; er war reizend, ich hatte nie Schwierigkeiten mit ihm und er mit mir hoffentlich auch nicht. «Doch mit dem Kompliment ist das nicht so einfach,» erklärte ich Huchel: «Neulich hielt er einen brillanten Vortrag, frei natürlich, vor dem Plenum der Akademie. Als er das Podium verließ, stieß ich pflichtschuldigst als sein Sekretär auf ihn zu, um zu sagen: Sie waren großartig. Doch bevor ich das sagen konnte, sagte er: War ich nicht großartig? In der Tat, er war großartig.»

Hans Dieter Zimmermann

Autor:

Shmueli, Ilana

Zeitläufe. Ein Brief

Mit einem Vorwort von Rob Riemen
(Bukowiner Literaturlandschaft Bd. 47)
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 70)
100 S., brosch., 2009

ISBN 978-3-89086-518-8

Autor:

Gong, Alfred

Zetdam

Ein Satyrspiel
Hrsg. von Natalia Blum-Barth unter Mitarbeit von Annika Saß
(Schriften der Alfred Gong Gesellschaft Bd. 7)
(Bukowiner Literaturlandschaft Bd. 86)
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 101)
146 S., brosch., 2017

ISBN 978-3-89086-346-7

«Zetdam», eines der fünf Theaterstücke aus dem Nachlass Alfred Gongs, wird hier erstmals veröffentlicht. Der 1920 in der Bukowina geborene Autor ist neben Paul Celan und Rose Ausländer hauptsächlich als Lyriker jener geschichtsträchtigen Kulturlandschaft in Erscheinung getreten. Mit «Zetdam» widmet sich der deutsch-jüdische Autor, der seit 1951 in New York lebte, dem Thema der atomaren Bedrohung – einem der zentralen in seinem Werk. Anknüpfend an das absurde Theater veranschaulicht Alfred Gong am Beispiel des letzten Menschen Zetdam eindringlich und entlarvend die Leichtsinnigkeit der atomaren Aufrüstung.