Allgemein (A-Z)

Autor:

Albers, Bernhard

Agadir im Tagebuch. Ernst Jünger und Reinhard Kiefer

Ausgewählt von Bernhard Albers
64 S., fadengeh. Klappenbrosch., 2019

2. Auflage in Vorbereitung

ISBN 978-3-89086-307-8

«Subtile Jagden» – das Studium der Insekten – gehören zu den «Genüssen» Ernst Jüngers, «die mit dem Alter zunehmen», und die ihn auch nach Agadir führten. Bei Reinhard Kiefer wird Agadir zum vertrauten Ort poetologischer Selbstreflexion. Sein marokkanisches Tagebuch «Die goldene Düne» (1983–2013) setzt im Dezember ein, wobei ich für den Abdruck das erste Jahrzehnt auswähle. Die «goldene Düne» war das Wahrzeichen Agadirs und der Ort «subtiler Jagden» Ernst Jüngers. Wie so vieles im menschlichen Leben gehört die «goldene Düne» längst der Vergangenheit an.

Autor:

Meister, Ernst

Apologie des Zweifels

Autor:

Kröhnke, Friedrich

Aqualand

Ein kleiner Roman
Neuauflage (früher Ammann Verlag)
144 S., geb., 2010

ISBN 978-3-89086-485-3

         

Autor:

Bender, Hans

Aufzeichnungen

2000–2007
(Ausgewählte Werke Bd. 6)
120 S., fadengeh. Klappenbrosch., 2014

ISBN 978-3-89086-408-2

2000–2007

Autor:

Anders, Richard

Begegnung mit Hans Henny Jahnn

Aufzeichnungen 1951–1955
Mit einer Vorbemerkung von Signe Trede-Jahnn
Fotos von Leonore Mau
(Jahnn-Studien Bd. 1)
6 Abb., 93 S., geb., 1988

ISBN 978-3-89086-903-2

«Auch heute noch erlebe ich beim Durchlesen die Stimmungen und Gefühle der damaligen Zeit, mit allen Peinlichkeiten – Freuden, Stolz und Scham. Ich höre fast die Stimme meines Vaters. Es ist so, als ob ich diese Zeit oder Abschnitte daraus, wieder erlebe.»

Signe Trede-Jahnn

Autor:

Bergel, Hans

Bukowiner Spuren

Von Dichtern und bildenden Künstlern
(Studien zur Literaturgeschichte Bd. 3)
96 S., fadengeh. Brosch., 2002

ISBN 978-3-89086-747-2

Die in unseren Tagen vieldiskutierte Literaturlandschaft der Bukowina – des Buchenlandes, wie ihre deutschschreibenden Dichter sie vorzugsweise nennen – lebt selbstverständlich zunächst aus dem schöpferischen Impetus ihrer poetischen Begabungen von Paul Celan bis Gregor von Rezzori, von Rose Ausländer bis Dorothea Sella, von Moses Rosenkranz und Manfred Winkler bis Georg von Drozdowski und den anderen. Sie alle sind bei näherem Hinsehen aber nicht allein Kinder ihrer Heimatprovinz Bukowina, sie sind gleichzeitig eingebunden ins mehrschichtige Kulturengeflecht weiter gespannter südosteuropäischer Räume. Aus dem Inhalt: Vorwort Aus Bukarester Tagen nach dem Zweiten Weltkrieg Erinnerungen an Alfred Margul-Sperber «Von den Schultern der Karpaten …» Deutschschreibende jüdische Autoren aus Südosteuropa in Israel «Nichts war vergangen, alles war in mir» Gedenkblatt für Gregor von Rezzori Unverwechselbarkeit dichterischer Sprache Moses Rosenkranz’ lyrische Jahrhundertbekundungen «Die Liebe zur deutschen Sprache …» Der israelische Dichter Manfred Winkler Aus Pannonien über Afrika in die Judäische Wüste Oswald Adler – der Maler, Graphiker, Lehrer und Essayist Der Skulpturenkosmos in der Messilat Yescharim Der Lyriker Manfred Winkler als Bildhauer Literaturhinweise Namenverzeichnis

Autor:

Buck, Theo

Celan schreibt an Jünger

(Celan-Studien VII)

 

Vergriffen! Out of print!

 

   

Autor:

Batberger, Reinhold

Das elfte Jahr

«Das elfte Jahr» ist eine sprachlich variantenreiche Geschichte von Unterordnung, Erziehung und Selbsterziehung, in der zugleich geschickt die Stimmung der Nachkriegszeit zwischen Schweigen und Aufklärung inszeniert wird.

Christoph Schröder, Büchermarkt, Deutschlandfunk
Heinrich Maria will Tiermissionar werden! Was hat sich der Junge da nur ausgedacht? Wir werden ihm die Flausen schon austreiben: Ab ins Missionsseminar Sankt Ludwig! Oder besser gleich in die Abtei Münsterschwarzach, aber pronto! Der junge fast elfjährige Heinrich Maria wird ins Missionsseminar Sankt Ludwig gesteckt. Die Mönche, ehemalige Weltkriegssoldaten haben als Lehrer und Erzieher die Aufzucht der Zöglinge übernommen. Sie wissen, wie man mit Hilfe von Vanillepudding und Rohrstock das Richtige in die Buben hineinklopft, damit ein ordentlicher Klosternachwuchs herauskommt. Doch Heinrich Maria ist kein Mönch und auch kein Missionar geworden und auch ein elftes Jahr kann ziemlich lange dauern …   Deutschlandfunk, Büchermarkt sendete am 2. April 2018 unter dem Titel «Zwischen Schweigen und Aufklärung» eine Rezension von Christoph Schröder.

Autor:

Meister, Ernst

Das Schloß

Sieben Hörspiele
Nachwort von Jürgen Nelles
Hörspiele Teil 3
168 S., fadengeh. Brosch., 2008

ISBN 978-3-89086-968-1

Autor:

Götz, K. O.

Der Doppelgänger I

Für K. O. Götz zum 80. Geburtstag
7 farbige Abb., 64 S., geb., 1994

ISBN 978-3-89086-844-8

Autor:

Götz, K. O.

Der Doppelgänger II

Für K. O. Götz zum 85. Geburtstag
12 Abb., 64 S., geb., 1999

ISBN 978-3-89086-785-4

   

Autor:

Dogà, Ulisse

Der Entreimte

Besonders in der Spätlyrik dringt Celan in eine Sprache ein, die immer mehr ausdünnt, aber paradoxerweise auch ungeheuerlich dicht und reich ist. Wie gesehen, gibt es in dieser «orphischen» Dichtung kein Zurück und keine Wiedergeburt, keine Heimat und keine Hoffnung, doch tritt in der Darstellung des Scheiterns der poetischen Aufgabe ein Wort, eine Mitteilung, eine Gabe, die eigentlich ein schwieriges Erbe ist, zu Tage. Die von Celan ist eine Passionssprache als erlittene und im Text sedimentierte Gewalt, in der «der Sinn einer Trennung, eines Kreischens, eines von einer ganzen Kultur gegen den Dichter begangenen Verrats bleibt. Celan hat alles versucht, um sich über die absolute Verzweiflung zu erheben, aber er ist dabei umgekommen. Es bleibt eine Trennung im Herzen der deutschen und europäischen Kultur, eine Spaltung, die leider noch heute, in der Zeit eines neuen menschlichen Zusammenlebens, die untrüglichen Spuren eines Schattens wirft.»      

Autor:

Bender, Hans

Der Hund von Torcello

32 Geschichten
(Ausgewählte Werke Bd. 4)
264 S., geb., 2007

ISBN 978-3-89086-571-3

Lieber Hans Bender, ich habe Ihre Erzählung «Die Wölfe kommen zurück», die mich, als ich sie zum ersten mal las, in einer der ersten Akzente-Nummern, so beeindruckt hat, jetzt noch einmal wiedergelesen. Ich fand den Text in dem alten Hanser-Erzählungsband und nun habe ich auch das ganze Buch gelesen, konnte nicht aufhören und trage es noch immer mit mir herum. Es drängt mich Ihnen zu sagen – mit unziemlicher Emphase – bis zur letzten Zeile finde ich Ihre Erzählung und auch das, was sie darüber und über sich selbst schreiben, ganz großartig! Und ich möchte es jetzt allen Menschen sagen, die mir begegnen: lest diese Erzählungen! Sie sind heute, wo unser kollektives Gedächtnis sich mehr und mehr auf das Klischierte, auf das politisch Gewünschte und Korrekte reduziert, die wahren Erzählungen vom Leben in jener Zeit … Ich wünsche mir, Sie hätten so viele Erzählungen wie Tschechow geschrieben.

Tankred Dorst
     

Autor:

Kiefer, Reinhard , Jungheim, Brigitt ,

Der Krieg der Prinzipien

Über Georges «Algabal» und Artauds «Heliogabal»
44 S., brosch., 1981

ISBN 978-3-89086-935-3

Autor:

Koch, Alice

Der weinende Fisch

Traumerzählungen
Mit einem Nachwort von Hans Bender
93 S., geb., 1988

ISBN 978-3-89086-965-0

«Alice Koch hat die natürliche Gabe zu schreiben, zu berichten zu vermitteln. Ihre Sprache muß sich nicht anstrengen, weil die authentischen Träume selber vorsagen, welche Wörter und Sätze zu wählen sind. Zusätzliches Interesse wecken die Traumprotokolle, wenn man weiß: Alice Koch/Else Meister war die Ehefrau und Lebensgefährtin von Ernst Meister. Sie hat ihn und sein Werk inspiriert. Da und dort glaubt man die Nähe zu ihm, dem einzigartigen Dichter, in ihnen zu erkennen.»

Hans Bender

Autor:

Nick, Dagmar

Die Flucht

Drei Hörspiele
Mit einem Nachwort von Jürgen Nelles
108 S., geb., 2. Aufl. 2017

ISBN 978-3-89086-603-1

Die Flucht, 1958 Das Verhör, 1961 Requiem für zwei Sprecher und Chor, 1970  

Autor:

Kiefer, Reinhard

Die Goldene Düne

Marokkanisches Tagebuch
1983–2013
3 Abb., 168 S., fadengeh. Klappenbrosch., 2014

ISBN 978-3-89086-434-1

Das Buch, dessen stilistische Brillanz besticht, [liefert] nicht nur tiefere Einsichten in die Voraussetzungen des «Arabischen Frühlings» und der gegenwärtigen weltpolitischen Situation, […] sondern sensibilisiert zugleich für die Sphäre des Künstlerischen und der Literatur.

Christoph Leisten, AN 27.9.2014

Autor:

Monioudis, Perikles

Die Stadt an den Golfen

Thessaloniki, Berlin, Zürich, Alexandria
Nachwort Ingo Schulze
96 S., geb. mit Lesebändchen, 2004

ISBN 978-3-89086-659-8

In Monioudis’ «stiller, zurückhaltender und intensiver Prosa» (Süddeutsche Zeitung) erleben wir vier Städte: Ein Mann und eine Frau gehen durch Alexandria im Orient und Thessaloniki am Fuß des Balkangebirges, durch Berlin mit seinem kontinentalen Klima, durch Zürich, gelegen zwischen Seen und Alpen. «Monioudis hat den von Phantasmen und Klischees freien Blick auf Alexandria. Er sieht Dinge, die jeder im Nahen Osten sehen könnte – und doch nicht sieht.»

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Autor:

Orton, Joe

Die Tagebücher

sowie der Briefwechsel von Edna Welthorpe etc.
ediert von John Lahr
übersetzt von Anette Bretschneider und Sabine Griesbach
44 Abb., 392 S., geb., 1995

ISBN 978-3-89086-889-9

The Orton Diaries (Hrsg. John Lahr) wurden 1986 erstmals veröffentlicht.  

Autor:

Rübner, Tuvia

Ein langes kurzes Leben

Erweiterte und illustrierte Ausgabe
68 Abb., 266 S., geb., 2014

ISBN 978-3-89086-413-6

Von Preßburg nach Merchavia.   Das ganze Leben ist ja nichts als Erinnerung. Das Licht eines Sternes, der vielleicht vor tausend Lichtjahren schon zerfallen ist. Selbst was wir Gegenwart nennen, ist Erinnerung, da alles Erlebte im Augenblick, wo es uns zu Bewusstsein kommt, wo wir es wissen, Erinnerung wird. Wirklichkeit ist, was wir nicht wissen. Gräber besagen mir nichts. Sie sind leer. Die Toten leben unter uns, mit uns, wenn wir uns nicht vor ihnen versperren. Manchmal sehe ich sie in den Schatten in der Luft. Das ist seit einem Jahr ganz deutlich geworden. Sie verweilen nicht. Ich spreche sie nicht an und sie sprechen mich nicht an. Wir wissen schweigend voneinander, was zu wissen ist. Wann werden die Weltklugen erkennen, dass die Schwäche der Palästinenser ihre Stärke ist und die Stärke Israels seine Schwäche?  

Autor:

Rübner, Tuvia

Ein langes kurzes Leben

Von Preßburg nach Merchavia

Biographische Erinnerungen
192 S., geb., 2004

ISBN 978-3-89086-664-2

Das ganze Leben ist ja nichts als Erinnerung. Das Licht eines Sternes, der vielleicht vor tausend Lichtjahren schon zerfallen ist. Selbst was wir Gegenwart nennen, ist Erinnerung, da alles Erlebte im Augenblick, wo es uns zu Bewusstsein kommt, wo wir es wissen, Erinnerung wird. Wirklichkeit ist, was wir nicht wissen. Gräber besagen mir nichts. Sie sind leer. Die Toten leben unter uns, mit uns, wenn wir uns nicht vor ihnen versperren. Manchmal sehe ich sie in den Schatten in der Luft. Das ist seit einem Jahr ganz deutlich geworden. Sie verweilen nicht. Ich spreche sie nicht an und sie sprechen mich nicht an. Wir wissen schweigend voneinander, was zu wissen ist. Wann werden die Weltklugen erkennen, dass die Schwäche der Palästinenser ihre Stärke ist und die Stärke Israels seine Schwäche?   Textauszug      

Autor:

Bender, Hans

Eine Sache wie die Liebe

Beim Wiederlesen längst vergessen geglaubter Bücher scheint häufig ein Blitz der Erkenntnis auf, der zwar geleuchtet, doch nie so richtig gezündet hatte. Mir ist es jetzt bei der Lektüre von Hans Benders erstem Roman «Eine Sache wie die Liebe» so ergangen: Was mir beim ersten Lesen in den fünfziger Jahren nur als zarte Liebesgeschichte erschienen war, gewann nun eine neue Dimension hinzu. Es geht mir also bei der Betrachtung dieses Romans nicht nur um die lapidare Erzählkunst Hans Benders, sondern um die Hellsichtigkeit des Autors, die Liebe – von der er erzählt – in der sich neu konstituierenden Gesellschaft der Nachkriegszeit als das zu benennen, zu dem sie geworden ist. Ich spreche auch nicht vom Inhalt des Romans, vom Studenten Robert, der das scheue Flüchtlingsmädchen liebt, zum Studieren in die Ferne reist, andere Arten und Weisen der Liebe kennenlernt und dabei seine Jugendliebe wieder verliert, sondern von Benders Fähigkeit, dieses Phänomen in seiner zeittypischen Verflechtung erzählend zu vergegenwärtigen.

Ludwig Harig
         

Autor:

Hartung, Rudolf

Elias Canetti. Ein Rezipient und sein Autor

Hartung hat als Lektor des Weismann Verlages 1948 nicht nur die Wiederveröffentlichung von Canettis Roman «Die Blendung» betrieben, sondern darüber hinaus in singulärer Weise dessen Werk publizistisch begleitet. Der Band enthält alle Rezensionen sowie unter anderem Auszüge aus dem unveröffentlichten Briefwechsel von Hartung und Canetti.

Autor:

Stürmer, Rolf

Ende der Reise

Autor:

Barth, Emil

Enkel des Odysseus

Erzählung (1951)
(Gesammelte Werke Bd. 5)
62 S., geb., 1990

ISBN 978-3-89086-957-5

Autor:

Ernst Meister 1911–1979

Leben und Werk in Texten, Bildern, Dokumenten
116 Abb., 96 S., geb., 1991

ISBN 978-3-89086-950-6

Werkentwicklung und Lebensgang Ernst Meisters sind weitgehend unbekannt, und das trotz der Tatsache, daß das Werk immer wieder auf seinen Schöpfer verweist, mithin auch biographische Kenntnisse fordert. Eine Meister-Chronik, nichts anderes will dieses Buch sein, trägt diesem Desiderat Rechnung; soweit es eben die Materiallage erlaubt. Sie enthält Selbstaussagen und -deutungen Meisters, die so etwas wie eine fragmentarische Autobiographie darstellen, soweit die Erinnerungen Alice Kochs, seiner Frau, aber auch unveröffentlichte oder schwer zugängliche Dokumente und Fotos, wichtige Rezensionen und Gedichte.

Autor:

Bandel, Jan-Frederik

Fast glaubwürdige Geschichten

Über Hubert Fichte
(Hubert-Fichte-Studien Bd. 3)
356 S., brosch., 2005

ISBN 978-3-89086-645-1

Inhalt: I. Spökenkiekerei und Betriebsamkeit Gespräch mit Herbert Jäger. Herbert Jäger: Versuch über die Pubertät. Brief an Hubert Fichte, 1. August 1974. Ulrich Krause: Hubert Fichte. Ein neuer Erzähler. Gespräch mit Ulrich Krause. Gespräch mit Hans Christoph Buch. Gespräch mit Hermann Peter Piwitt. Günter Guben: Eine fast glaubwürdige Geschichte von Hubert Fichte. II. In Wollis Welt Wolli Köhler: H.F. Ein langes Gespräch mit Wolli und Linda Köhler. Wolli Köhler: Lebenslauf eines roten Krokodils. Jim Wafer: Narrative Therapy. Gespräch mit Renate Durand. Gespräch mit Peggy Parnass. III. Fichte lesen, Fichte hören Brigitte Kronauer: Dankeswort. Hubert Fichte Preis 1998. Gespräch mit Kathrin Röggla. Gespräch mit Klaus Sander. Autoren und Gesprächspartner Anmerkungen

Autor:

Schuster, Paul

Fünf Liter Zuika. Erster Teil: Die Hochzeit

Wie übersteht ein siebenbürgischer Bauernhof den Frieden von Trianon und den Rutsch aus dem Abendland in den Balkan? Wie Martin Luthers Feste Burg und Hitlers tausendjähriges Reich? Wie die Deportation nach Rußland und wie Stalin, den weisen Lehrmeister aller Völker, wie schließlich 1967 den Händedruck von Ceausescu und Willy Brandt? Und wie die späte Rückkehr in das Land, aus dem die Vorfahren vor 850 Jahren ausgewandert sind? Paul Schuster hat aufgeschrieben, was der Ortsgeist von Kleinsommersberg ihm diktiert hat.

Autor:

Gedenkbuchprojekt für die Opfer der Shoah aus Aachen e.V.

Gedenkbuch für die Opfer der Shoah aus Aachen

Herausgegeben vom
Gedenkbuchprojekt für die Opfer der Shoah aus Aachen e.V.
Mit einem Grußwort des Oberbürgermeisters der Stadt Aachen Marcel Philipp
182 Abb., 360 S., Klappenbrosch., 2019

ISBN 978-3-89086-311-5

Liebe Kinder Bin abgereist. Seid ohne Sorge, wenn ich nicht schreibe. Hoffe auf gesundes Wiedersehen. Grüßt Ernst, Lotte u. Kinder. Eure Mutter Aus dem Vorwort: Mit diesem Buch gedenken wir der 2.000 jüdischen Aachener Bürgerinnen und Bürger, die zwischen der «Machtergreifung» am 30. Januar 1933 und dem Ende der nationalsozialistischen Schreckens­herrschaft in der Synagogengemeinde Aachen durch das Naziregime aus «rassischen Gründen» verfolgt wurden. Das Schicksal dieser 2.000 Menschen versuchen wir zu klären. Das Ziel der Nationalsozialisten war es, diese Menschen zu vernichten. Dagegen setzen wir die Lebensgeschichten und die Namen der Ermordeten. Das Ziel des Gedenkbuchprojektes für die Opfer der Shoah aus Aachen e.V. ist es, an diese Menschen zu erinnern und die Namen und Geschichten der ermordeten Aachenerinnen und Aachener in den Mittelpunkt des Gedenkens zu stellen. Bisher wissen wir von 841 Aachenerinnen und Aachenern, dass sie ermordet wurden, 150 Personen starben in der Zeit von 1933 bis 1945 eines natürlichen Todes, 563 Menschen überlebten durch Flucht und Emigration die Shoah. Das Schicksal von 446 Verfolgten konnten wir bisher noch nicht klären. Der unabgeschlossene Charakter dieses Gedenkbuchs bleibt also weiterhin bestehen. Das «Gedenkbuch für die Opfer der Shoah aus Aachen» besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil lesen Sie Biographien zu 174 ermordeten Personen und 102 ihrer Familienangehörigen. Mit den Biographien dieses Bandes wird vom Leben der Menschen in der Region, von Nachbarn und Kollegen, von Mitschülern und Freunden berichtet. Sie waren in erster Linie Aachener, waren Deutsche. Im zweiten Teil des Gedenkbuchs werden die Namen, Vornamen und Geburtsdaten aller uns bisher bekannten 841 ermordeten Aachenerinnen und Aachener, deren Deportationsweg, Todesdatum und der Ort ihrer Ermordung aufgeführt. Bettina Offergeld, Hannelore Herpertz, Corinna Broeckmann   WDR Lokalzeit Aachen berichtete am 25. Januar 2019 über die Übergabe des Gedenkbuchs an den Oberbürgermeister der Stadt Aachen WDR Lokalzeit Aachen berichtete am 13. März 2019 unter der Überschrift «Buch erinnert an ermordete Juden in Aachen» über Gedenkbuch, Gedenkbuch­projekt und Überreichung des Gedenkbuchs an Hinterbliebene der Opfer

Autor:

Muschg, Walter

Gespräche mit Hans Henny Jahnn

Herausgegeben von Jürgen Egyptien
Vorwort von Richard Anders
(Jahnn-Studien Bd. 3)
192 S., geb., 1994

ISBN 978-3-89086-899-8

Im Herbst 1933 führte der schweizer Literaturwissenschaftler Walter Muschg (1898–1965) mit dem deutschen Schriftsteller Hans Henny Jahnn in Zürich eine Reihe von Gesprächen, die in vielfältiger Weise mit Jahnns literarischem Werk verknüpft sind. Sie erhellen sowohl den autobiographischen Anteil seines Schaffens als auch die intensive Beschäftigung mit Architektur, Musik, Sexualität und anderen zentralen Themen seines Werks. Muschg hat die protokollierten Aussagen Jahnns zu einem großen Monolog über seine Kindheit und Jugend in Hamburg, seine Jahre in Norwegen während des 1. Weltkriegs, seine Zeit als geistiger Mittelpunkt der Glaubensgemeinde Ugrino, seine literarischen Provokationen und kulturellen Kämpfe in der Weimarer Republik arrangiert. So können die nach über 25 Jahren hier wieder veröffentlichten Gespräche einen umfassenden Einblick in die persönliche Entwicklung und das ästhetische Denken von Hans Henny Jahnn geben.

Autor:

Gong, Alfred

Grünhorns Blues. Alfred Gong – lebendig in Wort und Musik

Hörbuch-CD mit Texten von Alfred Gong
Sprecher: Helmut Thiele
Musik/Piano: Mitsch Kohn, Holzbläserquintett Con Passione, Klasse 9b des Ratsgymnasiums Osnabrück
Hrsg.: Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Osnabrück e.V., Alfred Gong Gesellschaft e.V., Literaturbüro Westniedersachsen.
(Schriften der Alfred Gong Gesellschaft Bd. 4)
Audio-CD, 79 Minuten, Begleitheft 16 S., 2010

ISBN 978-3-89086-481-5

Anlässlich des 90. Geburtstages des Dichters hat die Alfred Gong Gesellschaft e.V. eine CD mit dem Titel «Grünhorns Blues: Alfred Gong – lebendig in Wort und Musik» veröffentlicht. Die CD enthält Lyrik und Prosa Alfred Gongs, rezitiert von dem Schauspieler Helmut Thiele, und Musik des aus Bramsche stammenden und in Berlin lebenden Komponisten Mitsch Kohn. An der literarisch-musikalischen Revue wirken das Holzbläserquintett «Con Passione» sowie Schüler der (damaligen) Klasse 9 B des Ratsgymnasiums Osnabrück mit. Kohn selbst ist auf dem Piano zu hören. Für ihn war es wichtig, in die Sichtweise Alfred Gongs einzutauchen und «seine Gefühlswelt nachzuvollziehen und musikalisch auszudrücken.» In der Suite «Sehnen nach der Bukowina» greift Kohn folkloristische Klezmer-Motive (eine aus dem aschkenasischen Judentum stammende Volksmusiktradition) auf, doch in erster Linie setzt er sich in einer jazzig angehauchten Musik mit Gongs Gedichten auseinander. Zur CD gehört ein Booklet mit Leseproben sowie Informationen zu Gong und den beteiligten Künstlern.                

Autor:

Jahnn, Hans Henny

Hans Henny Jahnn. Eine Bibliographie

Die vorliegende Bibliographie beseitigt den seit Jahren wiederholt kritisierten Umstand, daß einerseits das von Jochen Meyer 1967 vorgelegte «Verzeichnis der Schriften von und über Hans Henny Jahnn» (ergänzt in der 3. Auflage des Heftes Nr. 2/3 von TEXT+KRITIK), das über lange Jahre als zuverlässiger Begleiter jeder Lektüre der Werke diente, keine angemessene Fortführung erfahren hat, und andererseits die mit dem Erscheinen der «Hamburger Ausgabe» zunehmende Beachtung von Jahnn in der literarischen Öffentlichkeit und der Forschung sich nirgendwo verzeichnet findet. Darüber hinaus konnte, was Jochen Meyer noch nicht möglich war, der an der Staats- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky in Hamburg archivierte Nachlaß in einem für die Bibliographie angemessenen Maße ausgewertet werden. Ganz zu schweigen von den seit 1967 bekannt gewordenen Überlieferungssträngen, die sich in den Nachlässen von Jahnn nahestehenden Personen in in- und ausländischen Bibliotheken finden.   www.hans-henny-jahnn.de

Autor:

Straube, Ingrid

Heinrich Heines Frauen

Ein Gespräch
Jahresgabe der Heinrich-Heine-Gesellschaft
3 Abb., 23 S., brosch., 1986

ISBN 978-3-89086-962-9

Ingrid Straube, 1945 in Jena geboren, lebt heute in Aachen, begann bereits vor ihrem Studium schriftstellerisch zu arbeiten. Während eines Volontariats bei einer Düsseldorfer Zeitung veröffentlichte sie ihre ersten Gedichte. Im anschließenden Studium gab sie einen Lyrik- und einen Essayband im Selbstverlag heraus. Nach ihrer Promotion in Philosophie intensivierte sie ihre Auseinandersetzung mit den Werken Heinrich Heines. Die Autorin beabsichtigt keineswegs, Heines poetische Virtuosität und seinen genialen Witz zu schmälern oder zu bekritteln. Weder Heines brillantes Können noch seine emanzipatorischen Ziele werden infrage gestellt. Die Autorin fand jedoch bei sorgfältiger Lektüre in Heines Schriften ein Vorurteil gegen Frauen, das er literarisch stilisiert. Durch Heines gesamtes Schaffen zieht sich ein Frauenbild, das nach Meinung der Autorin eine Projektion des Mannes ist, und das die Selbständigkeit der Frau leugnet. Indem Heine sich zum kompetenten Sprecher über das «Wesen» der Frau macht, spricht er ihr das Recht auf Selbstbestimmung ab und gerät mit seinen humanistischen Ansichten in Widerspruch. Der vorliegende Band deckt auf, wie die Bevormundung der Frau literarisch ihren Ausdruck findet.

Autor:

Good, Paul

Heraklit in Kunst und Philosophie. Drei Beispiele: Hoehme, Meister, Nietzsche

Drei Variationen eines Heraklit’schen Themas: wie eines in sich unterschieden das andere ist. Bei der informellen Malerei von Gerhard Hoehme begründet dieses Zugleich einen erweiterten Bildbegriff, beim Lyriker Ernst Meister gibt sich eine Gegenwendigkeit der Sprachform vor allem beim Raumbegriff Ausdruck, beim Philosophen Friedrich Nietzsche zersetzt diese Heraklit’sche Intuition den abendländischen Seinsbegriff. Inhalt Zugleich Was hat Gerhard Hoehmes Malerei des Informel mit Heraklits Denken zu tun? 1. Gerhard Hoehmes Berufung auf Heraklit 2. «Hymne an Heraklit» 3. «Die Schnur ist die plastische Form des Heraklit’schen Denkens» 4. Von der Intuition des Heraklit’schen Denkens Wandloser Raum Heraklits Sprachform in der Lyrik von Ernst Meister 1. Das göttliche Rätsel 2. Hinweise auf Heraklits Sprachform 3. Heraklit bei Meister 4. Ernst Meisters Heraklit-Lektüre Nietzsche – der Herakliteer 1. Die Nähe entfernter Gebirge 2. Die Wahrheit der Illusion 3. Werden heißt vergehen 4. Das Eine ist das Viele 5. Die tragische Weisheit Nachbemerkung

Autor:

Fichte, Hubert , Bandel, Jan-Frederik ,

Hubert Fichte: Hotel Garni, Doppelzimmer

Inhalt: Schrobenhausener Recherchen Zum biografischen Fundament von Hubert Fichtes Waisenhaus 1. Namen 2. Schrobenhausener Recherche 3. Akten 4. Die Entstehung eines Gespenstes 5. Romankreise Der schreibende Hirte Hubert Fichte in Montjustin, 1959–62 1. Hotel Garni, 1962 2. In Gionos Welt 3. Etwas in Serges Gesicht 4. Hirte, Künstler, Ödipus und Lagerleiter 5. Stationen Anmerkungen

Autor:

Ehrich, Margot

Ich weiß wer du bist

Das Paradies, das sind die Orte der Kindheit, die väterliche Wohnung im böhmischen Leitmeritz und das Haus der Urgroßmutter in Hoyerswerda. Dabei waren die Tage der Kindheit keinesfalls unbeschwert, sondern standen im Zeichen von Mangel, Krieg und Tod. Ein lebenskluger Pragmatismus und die kindliche Perspektive sorgen dann aber doch für eine hinreichende Poetisierung: «Im Krieg stinkt es selten nach Gänsebraten.» Kriegs- und Nachkriegswirren, die Flucht aus dem nun tschechischen Gebiet und später aus der DDR führen zum Verlust der Kindheitsorte, die auch nach dem Fall des Eisernen Vorhangs nur durch einen Akt der Erinnerung zu beschwören sind.

Frankfurter Allgemeine 5.9.2008
                     

Autor:

Behnisch, Franz Joachim

Im Gleisdreieck

Franz Joachim Behnisch (1920–1983), geboren und aufgewachsen in Berlin. Krieg, russische Gefangenschaft bis Ende 1948, Studium in München, Promotion in Würzburg. Er lebte, lehrte als Germanist und Historiker, und schrieb in seiner (ihm vom Schicksal zugedachten) Wahlheimat Weiden in der Oberpfalz. Themen seiner Romane, Erzählungen, Hörbilder, Kurzprosa und Lyrik sind vor allem Berlin und die Zeitgeschichte. Das Buch erschien unter dem vom ursprünglichen Verlag auferlegten Titel «Rummelmusik. Ein Berliner Roman» 1966. Es zeigt den Lebensweg eines «kleinen Mannes», der gegen seinen Willen immer ins Zentrum turbulenter Ereignisse gerät.  

Autor:

Khallouk, Mohammed

In Deutschland angekommen

Marburg
Vorwort Murad Wilfried Hofmann
Anmerkungen Reinhard Kiefer
160 S., brosch., 2013

ISBN 978-3-89086-438-9

Obwohl sich die deutsche, christlich geprägte Kultur in einem völlig anderen Bild präsentiert als die Berichte aus der Literatur und seine eigene Vorstellungskraft es vermittelt hatten, entdeckt er – je länger er dort lebt – eine Liebe und Verbundenheit zu diesem Land und seinen Bewohnern. In Marburg mit seinem multikulturellen, studentischen Flair fand er schon bald sogar so etwas wie Heimatgefühl und patriotische Identität, obgleich ihm so manches in und um Marburg bis zum heutigen Tage fremd geblieben ist. In 76 kurzweiligen, teils amüsanten, teils dramatischen Fragmenten stellt Khallouk das Leben und die Gesellschaft in Marburg aus der Perspektive eines Immigranten aus dem arabisch-islamischen Kulturkreis dar, und ermöglicht uns dadurch eine Reflexion unserer deutschen Geschichte und Gegenwart sowie unseres vertrauten Alltags, wie sie ein hierzulande Aufgewachsener, in die deutsche Kultur Hineingeborener kaum erwecken kann. Zugleich lässt der Autor erkennen, dass trotz der zweifellos vorhandenen kulturell-religiösen Divergenzen zwischen Abend- und Morgenland in unseren menschlichen Bedürfnissen und Sehnsüchten die Gemeinsamkeiten überwiegen.

Autor:

Albers, Bernhard

Jahrgang 1919

Herausgegeben von Bernhard Albers
96 S., fadengeh. Klappenbrosch., 3. überarb. Aufl. 2019al

ISBN 978-3-89086-348-1

Hans Bender · Horst Krüger Michael Guttenbrunner Eine Köpenickiade im Hause Zuckmayer

Autor:

Bender, Hans

Jene Trauben des Zeuxis

Aufzeichnungen
(Ausgewählte Werke Bd. 1)
(Über Malerei Bd. 5)
1 Abb., 88 S., geb., 2002

ISBN 978-3-89086-714-4

Benders Aufzeichnungen kokettieren weder mit einer geheimnisvoll-pseudophilosophischen Bedeutung noch mit der abgeklärten Gebärde des Weisen, der Altersweisheit. Aber mit seiner unbestechlichen Beobachtung und mit seiner von Phantasie beflügelten Entdeckerfreude erschließt Bender seinen Lesern Welterkenntnis.

Walter Hinck (Deutschlandradio)
Benders Aufzeichnungen machen Leser hellhörig für die Implikationen (…) falscher oder richtiger Töne. Hellhörig wie Katzenohren.
Thomas Poiss (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Autor:

Zeemann, Dorothea

Jungfrau und Reptil

Leben zwischen 1955 und 1966
Vorwort Bernhard Albers
1 Abb., 104 S., fadengeh. Brosch., 2013

ISBN 978-3-89086-449-5

Am 20. Juni 1955 lernt Dorothea Zeemann den 58jährigen Autor Heimito Doderer anläßlich einer Lesung von Robert Neumann in Wien kennen. Der Altersunterschied beträgt nur dreizehn Jahre und er macht ihr später Vorwürfe, sie nicht früher kennengelernt zu haben. Erst drei Jahre zuvor hatte er Maria Thoma geheiratet, die weitab von Wien in Landshut wohnt. «Doderer befindet sich, trotz Ruhm und Erfolg, im Abseits.» (Dorothea Zeemann)

Autor:

Albers, Bernhard

Lehrerbild und Lehrerbildung

Eine historisch-systematische Untersuchung 135 S., brosch., 1988

Einzelexemplare noch lieferbar!

ISBN 978-3-89086-019-0

Autor:

Barth, Emil

Lemuria

Aufzeichnungen und Meditationen aus den Jahren 1943–1945 (1947)
(Gesammelte Werke Bd. 4)
247 S., geb., 1997

ISBN 978-3-89086-825-7

Bei «Lemuria» handelt es sich um das Tagebuch eines Außenseiters und Pazifisten aus den letzten Jahren des 2. Weltkrieges, das hier fünfzig Jahre nach seiner Erstpublikation wieder aufgelegt wird.

Autor:

Kiefer, Reinhard

Marokkanische Geschichten

Mit einem Text von Mohammed Khallouk und Fotos von Abdurrahman Mercan
11 farbige Abb., 64 S., geb., 2011

ISBN 978-3-89086-489-1

         

Autor:

Ponnelle, Pierre-Dominique

Meine Minsker Jahre

"Als junger Musiker hätte ich es mir nicht träumen lassen, daß mich mein Weg nach Osten führen würde. Was anfangs, durch die schwierigen Bedingungen, wie eine Härte wirkte, entpuppte sich als Glücksfall. Dank der vielen wunderbaren Menschen, denen ich begegnen durfte, und dank der reichen und mannigfaltigen Kultur fühle ich mich bereichert, und bin dankbar."

Der Dirigent und Komponist Pierre-Dominique Ponnelle wurde 1957 in München geboren. Er studierte am dortigen Richard-Strauss-Konservatorium (Komposition bei Rochus Gebhard), sowie bei Otmar Suitner und Herbert von Karajan. Er ist als Dirigent sowohl im Opernbereich als auch in der Sinfonik international tätig. 1992 bis 1996, nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, war er Chefdirigent der Staatsphilharmonie in Minsk, Weissrussland. Seine Arbeit dort ist durch Aufnahmen bei den Labels Musicaphon und BMG-RCA dokumentiert, sowie durch den Film „Gesang der Vögel“ (Regie: Christian Rischert, BR, 1997). Gleichzeitig gastierte er als freier Dirigent von der Ukraine über den Kaukasus, das Wolga-Gebiet, Sankt Petersburg, Zentralasien, Sibirien bis zum Pazifik. Im Westen dirigierte er u.a. das Bruckner-Orchester Linz, das Orchestre Philharmonique de Lyon, die Münchner Philharmoniker, die Bamberger Sinfoniker, am Opernhaus Zürich, an der Deutschen Oper am Rhein. 2010 erschien beim Leipziger Label GENUIN eine CD mit einigen seiner Kammermusikwerke. Seine Musik wurde unter anderem bei den internationalen Festspielen für zeitgenössische Musik in Odessa (Ukraine) und Rostov-am-Don (Russland) aufgeführt, in Tashkent (Usbekistan) vom Ensemble für moderne Musik „Omnibus“, in München u.a. im Herkulessaal in der Konzertreihe von Georg Hörtnagel, von Musikern des Bayerischen Staatsorchesters im Künstlerhaus, von Mitgliedern des Münchener Kammerorchesters im Rahmen eines Porträtkonzertes im Orff-Zentrum-München, sowie in der Bayerischen Akademie der schönen Künste. 2018 wurde ihm der Preis für Völkerverständigung von der Stiftung für Demokratie und Marktwirtschaft in München verliehen.

Autor:

Arendt, Erich

Menschen sind Worttiere

Anlässlich der 100. Wiederkehr seines Geburtstages
Kurt Tucholsky Gedenkstätte Schloss Rheinsberg
Bearbeitet von Peter Böthig
54 S., brosch., 2003

Bestellung nur über den Verlag

ISBN 978-3-930752-25-6

Erich Arendt 1903–1984 · Texte und Bilder

Autor:

Albers, Bernhard

Michael Guttenbrunner oder Die Legende von seinem Widerstandskampf gegen das Hitlerregime

Mit einem Text von Reinhard Kiefer
10 Abb., 44 S., Klappenbrosch., 2012

ISBN 978-3-89086-462-4

Die Wehrmachtsakten im Österreichischen Staatsarchiv lassen keinen Zweifel daran, daß Guttenbrunner weder aktiv gegen das Hitlerregime Widerstand leistete, noch aus diesem oder einem anderen Grunde zum Tode verurteilt wurde. Verliert daher seine Dichtung an Glaubwürdigkeit? Mit diesem Buch versucht der Verleger Michael Guttenbrunners, der dessen Spätwerk (Im Machtgehege II–VIII) anregte, eine Antwort zu geben.      

Autor:

Meister, Ernst

Mitteilung für Freunde

Supplementband 1
Mit einem Nachwort von Reinhard Kiefer
192 S., fadengeh. Brosch., 2000

ISBN 978-3-89086-805-9

Autor:

Bandel, Jan-Frederik

Nachwörter

Inhalt 1. Rückkopplung. Zum Umgang mit der Literatur Hubert Fichtes 1.1 Nachwörter. Vorspiel im Star-Club 1.2 Das Leben, ein Roman. Poetologische Szenen I 1.3 Transformation. Lektüremodell I 1.4 Autobiografik und Roman. Lektüremodell II 1.5 Rettende Wörter. Poetologische Szenen II 2. Von Worten und Menschen. Effekt- und Gewaltfragen 2.1 Gespenster. Rückkopplungseffekte I 2.2 Existenzexperimente. Poetik der Autofiktion 2.3 Raddatz' Gegendarstellung. Rückkopplungseffekte II 2.4 Mephisto-Variationen. Exkurs zum Schlüsselroman 2.5 Mordwerkzeuge. Referenz und Sprachkritik 3. Kunstfigur, mehrfachbelichtet. Figuren der Anderen 3.1 Menschliche Komödie. Von der Lehranalyse zum Interview 3.2 Simulierte Mündlichkeit. Authentizitätseffekte 3.3 Wolli, Kunstfigur. Rückkopplungseffekte III 3.4 Wolli, mehrfachbelichtet. Verweisnetze I 4. Hybride Formen. Strategien der Ambiguität 4.1 Hybridisierungen. Strategien der Ambiguität I 4.2 Hotel Garni, Doppelzimmer. Die Erkenntnisfalle 4.3 In der Drehtür. Strategien der Ambiguität II 4.4 Flimmerig und unbestimmt. Verweisnetze II 4.5 Wie hermetisch ist die Palette? Verweisnetze III 4.6 Plädoyer für Jäcki. Postscriptum Verwendete Literatur Anmerkungen                    

Autor:

Kröhnke, Friedrich

P 14

Roman
Neuauflage (früher Ammann Verlag)
192 S., geb., 2014

ISBN 978-3-89086-414-3

… von der ungleichen Liebe zwischen einem promovierten West-Berliner Mittdreißiger und einem Ost-Berliner Jungen …

Munzinger Archiv, Ravensburg
Eine der schönsten Liebesgeschichten, die die deutsche Literatur der letzten Jahre hervorgebracht hat … die Darstellung eines Frühlingserwachens, die dank einer gewissen bukolischen Heiterkeit in der zeitgenössischen Literatur ihresgleichen sucht.
Tilman Krause, Sender Freies Berlin
So läßt sich der Roman auch als sensible poetische Topographie lesen, … eines Stromers, der Atmosphäre einzufangen weiß. Doch zugleich präsentiert Kröhnke … eine wohlkomponierte Romanze im Goldschnitt abendländischer Tradition.
Wilhelm Kühlmann, Frankfurter Allgemeine
Kröhnke hält uns damit in Atem, daß er … uns zu Sympathisanten einer menschlichen Begegnung macht, der bei allem Außenseiterischen nie die Würde fehlt.
Martin Ripkens, Frankfurter Rundschau
Ein Stück Zeitgeschichte, aber nicht so, wie sie einmal in Geschichtsbüchern vorzufinden sein wird.
Esther Bürki, Der Bund, Bern

Autor:

Wühr, Paul

Paul Wühr Jahrbuch 1997

38 Abb., 192 S., fadengeh. Klappenbrosch., 1997

Vergriffen! Out of Print! Epuisé!

ISBN 978-3-89086-821-9

Aus dem Inhalt: Unveröffentlichte Texte «Das Experiment» (1962). Hörspiel «Bremer Rede» (1984) Aus dem Tagebuchprojekt «Der wirre Zopf» Plan von «Salve» Briefe Ludwig von Ficker Michael Krüger Herbert Wiesner Thomas Ross Ulrich Sonnemann Bruno Hillebrand Fotogalerie Privatfotos und Fotos von Isolde Ohlbaum Widmungsgedicht Gerhard Neumann Texte zum Werk Volker Hoffmann Sibylle Cramer Arbeit am Text Hermann Sottong Die Colloquien von Passignano 1989–1996 Konzept einer Ausstellung

Autor:

Wühr, Paul

Paul Wühr Jahrbuch 2000 / 2001

36 Abb., 192 S., fadengeh. Klappenbrosch., 2003

Bei uns vergriffen! Out of Print! Epuisé!

ISBN 978-3-89086-704-5

Der Band enthält u.a. Beiträge von Jürgen Nelles, Michael Titzmann, Dieter Hasselblatt, Albrecht Gürsching, Peter Schünemann, Bernhard Albers, Reinhard Kiefer, Ludwig Harig, Günter Herburger, Felicitas Frischmuth, Gerhard Neumann, Lea Ritter Santini, Elke Erb, Klaus Ramm und Paul Wühr. Photos von Isolde Ohlbaum.

Autor:

Wühr, Paul

Paul Wühr Jahrbuch. 1998

11 Abb., 192 S., fadengeh. Klappenbrosch., 1999

Vergriffen! Out of Print! Epuisé!

ISBN 978-3-89086-788-5

Aus dem Inhalt: Unveröffentlichte Texte «Thomas Bernhard, In hora mortis. Otto Müller Verlag, Salzburg 30 S. kart. 3.95 DM» (1958) «Wer kann mir sagen, wer Sheila ist?» (1964). Hörspiel «Grüß Gott Herr Thoma» (1976). Gedicht «Ob» (1998). Gedicht Bremer Literaturpreis 1984 Helmut Heißenbüttel: Laudatio auf Paul Wühr Fotogalerie Widmungsgedichte Franz Josef Czernin Oskar Pastior Gerhard Neumann Klaus Voswinckel Ursula Haas Reinhard Kiefer Frank Schablewski Joachim Sartorius 70. Geburtstag Jörg Drews Michael Krüger Sabine Kyora Texte zum Werk Jürgen Nelles Walter Ruprechter Kolloquien Kolloquium zu Paul Wührs «Salve. Res publica poetica» (Passau, 3.–4. Juli 1997) 9. Colloquium mit Paul Wühr: 7.–14. September 1997 10. Colloquium mit Paul Wühr: 5.–12. September 1998 Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste Lutz Hagestedt: Unterwegs in der Republik der Poesie Mitgliederverzeichnis Zuletzt erschienene Veröffentlichungen unserer Mitglieder

Autor:

Wühr, Paul

Paul Wühr Jahrbuch. 1999

15 Abb., 160 S., fadengeh. Klappenbrosch., 2001

Vergriffen! Out of Print! Epuisé!

ISBN 978-3-89086-768-7

Aus dem Inhalt: Unveröffentlichte Texte Gegenmünchen «Der wirre Zopf» (Auszug) «Die Rechnung» (1964) Hörspiel Brief August Everdings (1965) «Denkspiele» (1965) Gespräch mit Klaus Schöning (1964) Über das Hörspiel Paul Vormweg Verlust der Identität (1968) Essay zu «Wer kann mir sagen, wer Sheila ist?» Jürgen Nelles Die Wahrheit der Worte Über Paul Wührs Hörspiel «Die Rechnung» Fotogalerie Annäherung Bernhard Setzwein Annäherung an Paul Wühr Kolloquium Mitglieder    

Autor:

Hoghe, Raimund

Preis der Liebe

«Gesprochen hat sie nie über ihn. Es war, als habe sie mit dem Sohn eine Übereinkunft getroffen. Sie sprach nicht über ihn, und er fragte nicht nach dem Vater. Nur einmal glaubte er, ihn gesehen zu haben, flüchtig, auf dem Flur, die Treppe hinuntergehend. Die Sehnsucht und Angst, daß der Fremde eines Tages wiederkäme, behielt er für sich.» Daß er ihre große Liebe war, war kein Geheimnis. Das mußte sie nicht wiederholen. Es zu tun, wäre ihr wie Verrat vorgekommen, schreibt Raimund Hoghe in seiner Geschichte «Preis der Liebe», in der er Spuren und Spiegelungen dieser Liebe im Deutschland der fünfziger und sechziger Jahre aufzufinden sucht.

Autor:

Behnisch, Franz Joachim

Raumflüge. Zeitflüge

Themen seiner Romane, Erzählungen, Hörbilder, Kurzprosa und Lyrik sind vor allem Berlin und die Zeitgeschichte.                

Autor:

Rimbaud, Isabelle , Rimbaud, Vitalie ,

Rimbauds letzte Reise / In London 1874

Isabelle Rimbaud
          Rimbauds letzte Reise
Vitalie Rimbaud
          In London 1874

Nachwort und übersetzt von Curd Ochwadt
48 S., brosch., 1964

ISBN 978-3-89086-801-1

Das Tagebuch «In London 1874» der früh verstorbenen älteren Schwester Rimbauds zeigt ihn, schon gleichsam entschwindend, im Augenblick der Krise nach der letzten, nicht mehr genau bestimmbaren Beschäftigung mit seiner Dichtung. Die in Frankreich seit Jahrzehnten vergriffene «Letzte Reise» breichtet vom letzten Aufenthalt des Todkranken in seiner Heimat in den Ardennen, sowie von seiner verzweifelten letzten Fahrt in den Süden. Die Aufzeichnungen der beiden Schwestern bezeichnen den Fortgang des Dichters in die schweigsamen Jahre seiner Zurückgezogenheit am Roten Meer und die Rückkehr des Sterbenden, bei dem noch einmal, obgleich halb entrückt, das in der Abwendung bewahrte dichterische Denken Rimbauds aufleuchtet.

Autor:

Canetti, Elias

Rudolf Hartung

Briefe, Autobiographisches und Fotos
Aus dem Nachlaß von Elias Canetti
herausgegeben von Bernhard Albers
15 Abb., 80 S., Klappenbrosch., 2011

ISBN 978-3-89086-470-9

Elias Canetti über Rudolf Hartung Ich schreibe diese «Erinnerung» aus Berlin nieder, aber ich muss hinzufügen, dass ich trotz meiner Betroffenheit über sein Verhalten Hartung noch immer liebe. Es gibt, glaube ich, nichts, was ich ihm nicht leicht verzeihen könnte. Nicht nur bleibt alles bestehen, was er für mein Werk getan hat. Es ist wesentlich, und daran könnte niemand je rütteln, dass er es lange Jahre als Einziger getan hat. Man muss das umso mehr würdigen, als es sicher ist, dass mein Werk ihm nicht eigentlich liegt. Seine wahren Götter sind Thomas Mann und Henry James, mit denen ich überhaupt nichts, wirklich nicht das Geringste gemein habe. Er steht ganz zu Freud und lehnt darum sehr Vieles in «Masse und Macht» ab. Er liebt den Tod und gewiss verachtet er meinen krüden Todeshass. Meine Sicherheit und vielleicht auch meine Kraft muss ihn oft bedrücken, wie meinen Bruder Georg. Ich liebe ihn aber keineswegs nur wegen seiner kapitalen Verdienste um mein Werk. Ich liebe seine ganze Art, weil sie meiner so entgegengesetzt ist, das Tastende, Empfindliche, Balancierende seiner Natur, seine Schwermut, die Ähnlichkeit mit der Vezas hat, die Schwierigkeit seines Lebens, selbst seine Tücken und Gehässigkeiten, die er wie jeder hat, die ich früher übersah und jetzt in der Erinnerung erst als solche erkenne. Ich sollte vielleicht nicht bei ihm wohnen, weil ich ihm sehr auf die Nerven gehe. Es ist möglich, dass er sich schärfer gegen mich stellen wird, wenn ich wirklich berühmt sein sollte. Er hat einen wohltuenden Hass gegen alle Aufgeblasenheiten und unterwirft sich nie. Ich betrachte ihn als einen Freund, der mir gleichgestellt ist, und das ist keine mitleidige Fiktion wie in manchen anderen Fällen, das meine ich. Ich werde ihm nie für etwas grollen, was er gegen mich tut, selbst wenn es schmerzlich und unerwartet ist wie jene Nacht in Berlin.      

Autor:

Khallouk, Mohammed

Salam Jerusalem

Mit Fotos von Samy Charchira
19 farb. Abb., 62 S., geb., 2015

ISBN 978-3-89086-400-6

Dass weltoffene Muslime, wie Nicht-Muslime, Israel gegenüber Vorbehalte haben, ist als Ergebnis der langen muslimisch-jüdischen Konfrontation(en) nicht verwunderlich. Erfreulich ist es, wenn sich Menschen schließlich doch dazu durchringen, eigene Vorurteile durch eigene Anschauung und eigenes Denken zu überprüfen – und gegebenenfalls abzubauen. Mohammed Khallouk ist so ein Moslem, so ein Mensch. Er ist ein Mensch – und entdeckt auf diese Weise, dass Juden und Israelis Menschen wie du und ich sind. Michael Wolffsohn

Autor:

Kröhnke, Friedrich

Samoa oder Ein Mann von fünfzig Jahren

Autor:

Meister, Ernst

Schieferfarbene Wasser

Autor:

Schablewski, Frank

Spielraum. CD

Lyrics und Sprecher: Frank Schablewski
Musikkomposition: Jacques Gassmann
Keyboards, Synthesizer: Jacques Gassmann, Thomas Buhr
CD, 37 Minuten, Begleitheft 8 S., 2006

ISBN 978-3-89086-616-1

Frank Schablewski · Jacques Gassmann · Thomas Buhr   Anzeiger Atemluftbrücken Dort sein Ledahaut Spielraum Ehehaff

Autor:

Nelles, Jürgen

Tuvia Rübner lesen

Beiträger: Tuvia Rübner, Jürgen Nelles, Christian Moser, Johannes von Vacano, Arno Hammer, Jon Gestermann, Richard Dove, Christoph Meurer, Franziska Schmidt, Georg-Michael Schulz, Karin Lorenz-Lindemann, Uwe Pörksen, Matthias Fallenstein, Susanne Düwell, Konstantin Kaiser, Hanna Zehschnetzler, Kuno Lorenz, Jürgen Brôcan, Gundula Schiffer, Frank Schablewski, Christine Radde, Bernhard Albers, Michael Braun, Christian Echle, Henning Backhaus, Claudia Schwarz, Hans-Jürgen Schrader, Hans Otto Horch, Christoph Meckel. Tuvia (zu deutsch Tobias) Rübner, 1924 in Bratislava-Pressburg geboren, die Muttersprache deutsch, entkam als einziger seiner Familie im letzten Augenblick dem Meuchelmassen- und Raubmord ins damalige Palästina, das heutige Israel. «Es ist Zufall, dass ich lebe», sagt er. Und dennoch schreibt er 12 Jahre lang deutsche Gedichte in einer Sprache, die er nicht mehr spricht, bis er 1953 völlig ins Hebräische hinüberwechselt (hie und da noch ein deutsches Gedicht, ins Hebräische übersetzt) und schließlich den Israelpreis, die höchste Auszeichnung, erhält. Von der Kritik wird er zu den erstrangigen europäischen Nachkriegsdichtern gezählt. Der Band versammelt sowohl Beiträge zu den Gedichten wie zur Autobiografie Tuvia Rübners, Erinnerungen an Begegnungen und Gespräche mit dem Dichter sowie einige bisher unveröffentlichte Gedichte.

Autor:

Mayer, Hans

Versuch über Hans Henny Jahnn

Am Bahnhof Friedrichstraße in Berlin sah ich ihn zum letztenmal. Ein Wochenende im November 1959. Jahnn kaufte sich eine Fahrkarte nach Hamburg, seine letzte. War schon erkältet, klagte, wollte nach Hause. Sprach von dem bevorstehenden 65. Geburtstag am 17. Dezember, auf den er sich freute. Er hat ihn aber nicht mehr erlebt. Am 29. November 1959 starb er einen ärmlichen Krankenhaustod der Unbemittelten … Jahnn mißtraute den Verheißungen des Christentums ebenso wie einer säkularisierten bürgerlichen Kunstreligiosität. Der Gedanke an den Staub machte ihn schaudern. Auf Erhaltung des Gebildes Leib auch nach dem Sterben war er aus: die Balsame der Ägypter, erfunden zur Erhaltung der Materie Einzelmensch, hat er immer wieder beschrieben und gepriesen. War das nicht zu erlangen, so kam alles darauf an, die verwesende Materie vor Neugier zu schützen. Jahnns Bauwerke sind gewaltige Nekropolen, die sich dem Tod entgegenstemmen.

Autor:

Butor, Michel

Versuch über Rimbaud

«Ich möchte mich auf den gefährlichen Streit der Experten nicht zu sehr einlassen, ich erhebe in dieser Studie auch nicht den Anspruch, Maßgebliches über die uns erhaltenen Texte beizutragen. Ich werde Leben und Schreiben von Rimbaud als die Abfolge einiger Phasen darstellen. Ich gestehe im übrigen zu, daß man ihre Zahl erhöhen könnte, indem man in einem Jahr auch die Jahreszeiten zählt. Zugleich bemühe ich mich aber darum, das zu kennzeichnen, was sich ändert, ebenso wie das, was über alle Wechselfälle hinweg unabänderlich bestehen bleibt.» Butor beschreibt in seinem Essay, der in Frankreich zuerst 1989 erschien und jetzt in deutscher Übersetzung vorliegt, Rimbauds rätselhaften Lebensweg: vom Selbstverständnis seiner Lyrik als Ausdruck der Revolution gegen Konventionen aller Art bis zur Restauration eines Kaufmannes in Äthiopien.

Autor:

Fried, Erich

Versuche dichtend zu denken. Reden über Erich Fried

Reden anläßlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde an Erich Fried durch den Fachbereich Sprach- und Literaturwissenschaft der Universität Osnabrück am 20. Januar 1988
2 Abb., 55 S., brosch., 1988

ISBN 978-3-89086-919-3

«Engagement, Moral, hohes humanes Ethos kennzeichnen in besonderem Maße das Werk Erich Frieds. Er ist einer der engagiertesten Autoren der Gegenwart. Auch weil er es sich selbst auferlegt hat, zu politischen, die Menschenrechte berührenden Fragen in der Bundesrepublik nicht zu schweigen, hat er hier eine große Leserschaft gefunden.»

Winfried Woesler
Inhalt: Urkunde der Ehrenpromotion Grußwort Manfred Horstmann Zu Ehren von Erich Fried Winfried Woesler Exil / Politik / Politische Biographie Michael Daxner Versuche, dichtend zu denken Erich Fried

Autor:

Fichte, Hubert , Fisch, Michael ,

Verwörterung der Welt

Über die Bedeutung des Reisens für Leben und Werk von Hubert Fichte
Orte – Zeiten – Begriffe
(Hubert-Fichte-Studien Bd. 1)
(Studien zur Literaturgeschichte Bd. 1)
288 S., brosch., 2000

ISBN 978-3-89086-751-9

Die vorliegende Arbeit soll neben der Werkinterpretation eines der bedeutendsten deutschen Schriftsteller seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs auch die Analyse eines aufregenden und unsteten Lebens enthalten. Über die Bedeutung des literarischen Grenzgängers Hubert Fichte wird in Fachkreisen kaum mehr gestritten, wenngleich die Bekanntheit seines Werkes noch immer nicht vorausgesetzt werden kann. Die vorliegende Arbeit bietet die Darstellung eines Schriftstellerlebens und die Analyse eines Schriftstellerwerks. Sie ist in den Kontext der bestehenden Literaturwissenschaft eingebettet und im streitbaren Verhältnis zur institutionalisierten Wissenschaft entstanden. Der Leser dieser Arbeit wird einen erzählenden Ton bemerken, der im Kontrast zum allgemeinüblichen Ton einer allgemeinüblichen philologischen Arbeit steht. Der Verfasser dieser Arbeit bemüht sich, seine Position als Literaturwissenschaftler möglichst wenig von der des Lesers zu entfernen.

Autor:

Bender, Hans

Vom Leben, Schreiben und Herausgeben

Hrsg. von Hans Georg Schwark und Walter Hörner
(Ausgewählte Werke Bd. 7)
3 Abb., 112 S., geb., 2018

ISBN 978-3-89086-340-5

Hans Bender ist kein Anakreontiker und hat keine Kampf- und Siegeslieder verfasst. Seine Lyrik, seine Geschichten, seine Aufzeichnungen spiegeln die Schicksale seiner Generation: derer, die knapp nach dem Ende des Ersten Weltkriegs geboren wurden und die dem Zweiten noch gerade entkamen. Er hat ihr als Schreibender zu Stimme und Selbstbewusstsein verholfen.

Kyra Stromberg
Die Grenze zu einem «Bericht» über Benders Kriegsjahre wie «Erlebte Zeit» ist kaum merklich: Mehr als die Hälfte des Textes schildert den Marsch des Leutnants Bender mit den ihm anvertrauten 196 Mann Anfang 1945 aus dem Westen in den Kurlandkessel und damit direkt in die sowjetische Kriegsgefangenschaft – ohne dass ein Wort der Anklage fällt, wird die nüchterne Erzählung zum Dokument über die Sinnlosigkeit und den Leerlauf der Kriegsmaschinerie.
Volker Neuhaus
Wir – die nach dem Krieg Aufgewachsenen – können uns heute nur schwer vorstellen, mit welch unmittelbarer Gewalt der Krieg ein Leben geordnet hat, in die Zeit davor und in die Zeit danach, wenn es denn überhaupt ein «danach» gab. Und auch die Zeit davor, die friedliche, gern verklärte Kinderzeit, war ja eine Zeit danach, die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, eine Zwischenzeit zwischen zwei Kriegen.
Michael Krüger
Sein waches Gewissen, die beständige Unruhe, die hinter seinem gelassenen Erzählen spürbar ist, und seine Menschenkenntnis – haben es mir angetan. Er macht sich nichts vor.
Hermann Lenz

Autor:

Kiefer, Reinhard

Vor der Natur

Mit «Vor der Natur» übernimmt der Autor den gelegentlich radikalen Versuch, das festgefügte Koordinatensystem des Alltäglichen aufzubrechen. Sein ebenso kokettierendes wie provozierendes Spiel ist darauf angelegt, jene prädisponierten Bilder in Frage zu stellen, die uns – zum Beispiel via TV und Werbung – fortwährend ein Gefühl von Ich-Gewißheit vorgaukeln. Wer solchen «Einflüsterungen» erliegt, droht, so könnte man interpretieren, Opfer seiner eigenen Lethargie zu werden. Aufgabe von Kunst ist es hingegen, kritische Distanz zu üben und die Autonomie und Unabhängigkeit des Individuellen zu betonen. Hiermit einher geht das Postulat, unbekanntes, vielleicht auch unbewußtes (Erzähl)Terrain auszuloten.

Walter Gödden, Westfalenspiegel, 10/2001

Autor:

Kiefer, Reinhard

Vor der Natur

Mit «Vor der Natur» übernimmt der Autor den gelegentlich radikalen Versuch, das festgefügte Koordinatensystem des Alltäglichen aufzubrechen. Sein ebenso kokettierendes wie provozierendes Spiel ist darauf angelegt, jene prädisponierten Bilder in Frage zu stellen, die uns – zum Beispiel via TV und Werbung – fortwährend ein Gefühl von Ich-Gewißheit vorgaukeln. Wer solchen «Einflüsterungen» erliegt, droht, so könnte man interpretieren, Opfer seiner eigenen Lethargie zu werden. Aufgabe von Kunst ist es hingegen, kritische Distanz zu üben und die Autonomie und Unabhängigkeit des Individuellen zu betonen. Hiermit einher geht das Postulat, unbekanntes, vielleicht auch unbewußtes (Erzähl)Terrain auszuloten.

Walter Gödden, Westfalenspiegel, 10/2001

Autor:

Bachmann, Guido

Wannsee

Kleist gab keine Antwort, ging hin und her, hämmerte sich mit der Faust an die Stirn und befahl nach einer Weile dem herbeizitierten Hausdiener, er möge vier Lichter bringen, die während der ganzen Nacht brannten. Es fröre ihn, sagte Kleist, es fröre ihn, obwohl im Ofen das Feuer brannte, es fröre ihn. Bachmann beschreibt Kleists letzte Tage in einer farbigen, Kleist nahen Sprache. Guido Bachmann, geboren am 28. Januar 1940 in Luzern, starb am 19. Oktober 2003 in St. Gallen.

Autor:

Kiefer, Reinhard

Warum wir sterben müssen

Nach «Vor der Natur» (2001) und «Die Wiedereinführung der Sprichwörter» (2009) legt Reinhard Kiefer nun den dritten Band seines «Satzbaus» vor. Der Begriff «Satzbau» erinnert nicht zufällig an Schwitters «Merzbau». Wie dieser ist Kiefers «Satzbau» geprägt vom Prinzip der Collage: Absicht und Zufall treffen aufeinander. Zitate, Geschichten, Aufzeichnungen und Reflektionen umspielen in denkbar weitem Rahmen die Frage «Warum wir sterben müssen».  

Autor:

Hartung, Rudolf

Wiederkehr der Lyrik? Kritische Dialoge 1963–1979

Autor:

Bender, Hans

Wunschkost

Roman
(Ausgewählte Werke Bd. 3)
120 S., fadengeh. Klappenbrosch., 2004

ISBN 978-3-89086-658-1

Aus Rezensionen nach Erscheinen der «Wunschkost» 1959: Sein Roman «Wunschkost» ist einer der besten deutschen Romane der jüngeren Generation. Bender schildert auf knappe und ergreifende Art die Schrecken der Gefangenschaft und die Herzlichkeit der Freundschaft; es ist die Geschichte von einem unter großen Opfern wunderbar geretteten Leben, das gefühllos wiederum geopfert wird. Es ist ein dichterisches Buch eines bedeutenden Erzählers.

Hermann Kesten
Dieses Buch war für mich die Überraschung der Saison. Bender hat hier Großes geschaffen, teils auf eigenem Erfahrungshintergrund (Kriegsgefangenschaft), teils aber aus dessen Überwindung. Eine unpoetische Sprache, eine Soldatensprache von Soldaten, die längst nicht mehr an irgendein Soldatentum glauben, die mit allem abrechnet, und die selbst «ihren Tod schon hinter sich haben», wirkt wunderbar zerbrechlich, dichterisch und echt.
Jörg Steiner
In seinem zweiten Roman («Wunschkost») ist dieser sympathischen menschlichen Haltung nun auch der volle künstlerische Ertrag beschieden. Es handelt sich um eine Episode aus der sowjetischen Kriegsgefangenschaft. Der Autor selber gehört zu denen, die erst 1949 zurückgekommen sind, und es spricht für ihn, daß er sich zehn Jahre Zeit gelassen hat, ehe er dieses ruhige, gleichermaßen von Haß, Polemik und Selbstmitleid freie Buch niederschrieb.
Günter Blöcker
Fünf Jahre Krieg als Soldat wider Willen, fünf Jahre Gefangenschaft in Rußland … Hans Bender ist einer der wenigen, die nicht wehleidig über die vertanen Jahre klagen und das erlittene Unrecht anprangern. Er berichtet hart, kalt, schmucklos. Er schreibt sich einen Albdruck vom Herzen, ohne Wehleidigkeit, ohne Pathos, ohne große Szenerie. Jeder Satz trifft, und wie sparsam er die Farben auch setzt, sie prägen sich unvergeßlich ein und lassen den Leser nicht mehr los.
Walter Widmer

Autor:

Kröhnke, Friedrich

Zurück vom Mondgebirge

Erzählung
Erstabdruck: Dieser Berliner Sommer, Berlin 1993

31 S., Klappenbrosch., 2019

ISBN 978-3-89086-381-8

Kein fester Punkt. Die Erde kreist, und von der Zeitverschiebung verwirrte Passagiere sind dabei, Pakete günstig gekaufter Zigaretten unterm Arm, und keiner erwartet sie. Schau dir meine Schätze an, sagt Adrian zu dem Jungen, geh alle Stapel durch, Jacken und Halstücher, such dir aus, was du magst.